Aeschi

In diesem Haus hat die Polizei die grosse Hanfanlage ausgehoben

In diesem Gebäude wurde die Hanfanlage ausgehoben.

In diesem Gebäude wurde die Hanfanlage ausgehoben.

Ein 32-jähriger Schweizer züchtete in einem Geschäftshaus in Aeschi 2500 Cannabispflanzen. Das Haus steht derzeit zum Verkauf. Die Bürgergemeinde Aeschi, der das Land gehört, hatte von den illegalen Machenschaften keine Ahnung.

Auf die Gross-Plantage für Indoor-Hanf stiessen die Beamten in einer teilweise renovierten Gewerbeimmobilie, etwas ausserhalb des Dorfes gelegen. Dieses Haus wechselte vor drei Jahren den Besitzer. Der heutige Eigentümer, der eine Schmuckfirma betreibt, war für diese Zeitung nicht erreichbar. Dass es sich dabei um den Betreiber der Hanfzucht handelt, kann deshalb nicht bestätigt werden. Laut dem früheren Liegenschaftsbesitzer stand das Gebäude seit dem Verkauf leer. Von der Hanfanlage hinter den Mauern habe er nichts mitgekriegt.

Auch die Bürgergemeinde Aeschi, der das Land gehört, hatte keine Anzeichen von den illegalen Machenschaften. Von der Nutzung, die der neue Hausbesitzer vor drei Jahren angemeldet habe, sei jedoch nichts umgesetzt worden. Bei der Bürgergemeinde ist ein Gesuch eingegangen für die Umnutzung des Gebäudes in eine Wohnliegenschaft. Das Geschäft wird an der nächsten Ratssitzung behandelt.

Derzeit ist die Liegenschaft für 1,5 Millionen Franken zum Verkauf ausgeschrieben. Diesen Preis bezeichnet der vorherige Besitzer des Landes allerdings als völlig unrealistisch.

Enormer Stromverbrauch

Eine Indoor-Hanfanlage im Ausmass der illegalen Aescher Gärtnerei verbraucht ähnlich viel Strom wie ein kleiner Industriebetrieb. Zuverlässige Quellen sprechen von einem «exorbitanten Verbrauch». Oft erfahren die Strafverfolger deswegen von solchen Plantagen. Oft ist es auch der Geruch, der trotz Belüftung von solchen Anlagen ausgeht. «Wenn ein Kunde auf einmal viel mehr Strom verbraucht, fragen wir nach und bieten eine Energieberatung an», sagt AEK-Sprecherin Pia Daumüller. Die Kunden seien aber nicht verpflichtet, Auskunft zu geben.

Stromlieferantin in Aeschi ist die Elektra Äusseres Wasseramt EAW. Auf Nachfrage will man dort nicht zum Fall Stellung nehmen. Auch die Frage, ob die EAW den Strom in die aufgeflogene Anlage geliefert hat, bleibt unbeantwortet. Denn ab einem Jahresverbrauch von 100 000 Kilowattstunden kann ein Kunde den Strom frei am Markt einkaufen. Unklar ist, ob die Anlage in Aeschi diesen Wert überschritten hat.

Grosser Verkaufswert 

2500 Pflanzen wurden im Haus gezüchtet. Über hundert Lampen an der Decke sorgten zusammen mit einer Bewässerungsanlage für schnelles Wachstum der Pflanzen. Diese standen in der Blüte und hätten demnächst geerntet werden können.

Doch zum Verkauf der Drogen kam es nicht: Die Pflanzen wurden von der Polizei beschlagnahmt. «Es ist eine der grössten Hanf-Indooranlagen, die in den letzten Jahren im Kanton Solothurn ausgehoben wurden», sagt Polizei-Sprecherin Melanie Schmid. Den Verkaufswert von Marihuana und Haschisch, die damit hergestellt werden können, beziffert die Polizei auf mehrere Hunderttausend Franken.

Gemäss Recherchen dieser Zeitung könnten es pro Ernte gegen 400 000 Franken sein. Wird in der Halle mehrfach im Jahr gezüchtet und geerntet, geht der Verkaufswert in die Millionen.

Mann noch immer in Haft

Im Zusammenhang mit der Razzia, die bereits Mitte März durchgeführt worden war, hat die Polizei einen 32-jährigen Schweizer festgenommen. Aus ermittlungstaktischen Gründen haben die Behörden den Fund nicht früher kommuniziert. Der Mann befindet sich noch immer in Untersuchungshaft. Ob noch weitere Personen am Betrieb beteiligt waren, klärt die Polizei derzeit ab.

Auch die Rolle des inhaftierten Mannes müsse noch geklärt werden. Fakt ist: Er wird verdächtigt, die Anlage zu betreiben. Die Polizei war aufgrund von Hinweisen und eigenen Ermittlungen auf die Hanfzucht gestossen.

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