Unterramsern
In der «Alten Brennerei» werden Tinguely, Aeppli und Co. ausgestellt

Galerist Tom Gantner sagt, warum er in der alten «Alten Brennerei» in Unterramsern Werke berühmter, aber verstorbener Künstler ausstellt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Tom Gantner (rechts) und Alfred Maienfisch mit einem Kunstwerk von Jean Tinguely in der Galerie «Alte Brennerei». Hansjörg Sahli

Tom Gantner (rechts) und Alfred Maienfisch mit einem Kunstwerk von Jean Tinguely in der Galerie «Alte Brennerei». Hansjörg Sahli

Hansjoerg Sahli

Heute wird in der «Alten Brennerei» in Unterramsern die neue Herbstausstellung eröffnet. Diesmal sind Werke berühmter, aber verstorbener Künstler zu entdecken. Es sind so illustre Grössen wie Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Eva Aeppli und Alfred Hofkunst. Wir fragten den Galeristen Tom Gantner, wie er zu solch hochrangigen Provenienzen kommt.

Tom Gantner, es ist das erste Mal, dass in der «Alten Brennerei» Arbeiten von verstorbenen Künstlern zu sehen sind. Warum das?

Tom Gantner: Wir haben ja eine Neukonzeption des Ausstellungsbetriebes in diesem Jahr vorgenommen. Im Frühling zeigen wir jeweils junge, teilweise auch noch unbekannte Künstler. Im Herbst sollen die Arrivierten, auch bereits verstorbene Grössen, zu sehen sein.

Wie kommt man als Galerist zu Exponaten von solchen «Grössen»?

Ich arbeite ja nun auch schon einige Zeit in diesem Metier. Da kennt man sich halt untereinander immer besser. Wir wollten sicher Niki de Saint Phalle zeigen, dann ist es nicht mehr weit zu ihrem Ehemann Jean Tinguely und zu dessen erster Ehefrau Eva Aeppli. Alfred Hofkunst hat mich einfach zusätzlich interessiert. Ich habe Kontakt zu seiner Witwe aufgenommen.

Was wird zu sehen sein?

Kleinere und grössere Maschinen von Tinguely, auch Originalbilder, Lithos und Grafiken. Von Saint Phalle kleinere Skulpturen, Lithos und Grafiken, von Aeppli wenige Skulpturen – sie hat ja nicht so viel gemacht – und von Hofkunst vorwiegend Bilder und Wandcollagen.

Wenn man Arbeiten von solch wichtigen Künstlern ausstellt, birgt das sicher auch ein gewisses Risiko. Ist es nicht horrend teuer, die nötigen Versicherungssummen zu bezahlen.

Die Prämien sind sicher nicht billig. Aber wir bewegen uns dennoch in einem Rahmen, der noch bezahlbar ist.

Ein paar persönliche Fragen: Wie kamen Sie selbst dazu, als Galerist zu arbeiten?

Ich bin ein Quereinsteiger, doch mittlerweile bin ich schon seit 15 Jahren in diesem Business tätig. Kunst hat mir schon immer Spass gemacht, und durch persönliche Beziehungen habe ich mich immer mehr damit beschäftigt. Seit sieben Jahren arbeite ich nun mit Alfred Maienfisch für die «Alte Brennerei».

Ein Fulltime-Job?

Ja, mittlerweile schon. Ich arbeite zu 100 Prozent für diese Galerie. Eine Ausstellung braucht eine gewisse Vorbereitungszeit. Dann der Aufbau, der Abbau, das Rechnungswesen, Transport- und Versicherungsfragen, Auslieferungen, Nachbearbeitungen. Neue und alte Kontakte knüpfen . . .

Und was ist das Geheimnis ihrer guten Zusammenarbeit mit Alfred Maienfisch? Sie sind ja sehr unterschiedliche Typen.

(Lacht) Tatsächlich. Keine Ahnung, was das Geheimnis ist. Wir kennen uns schon seit längerer Zeit und scheinen uns gut zu ergänzen. Wir besprechen natürlich alles zusammen, jeder sagt seine Meinung und muss zu jeder Ausstellung stehen können. Bis jetzt haben wir immer einen gemeinsamen Nenner gefunden.