Bucheggberg

In den vier Asylkreisen gibt es heute grosse Differenzen

In dieser Baracke wohnen die der Gemeinde Lüterkofen-Ichertswil zugewiesenen Asylsuchenden.

Die Regionalisierung des Asylwesens in Biberist, Lohn-Ammannsegg und im Bucheggberg ist wieder einen Schritt weiter.

Ende 2018 lebten 111 Asylsuchende, verteilt auf 33 Unterkünfte in Biberist, Lohn-Ammannsegg und im Bucheggberg. Das war eine der Zahlen, die Sandra Nussbaumer (Präsidentin Sozialkommission BBL) gemeinsam mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Asylregionalisierung zusammengetragen hat. «Für uns war es wichtig, diese Zahlen zu kennen und Fakten vor uns zu haben», erklärte sie an der VGGB (Vereinigung der Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und -gemeindepräsidenten). Im letzten November stimmte die VGGB der Regionalisierung des Asylwesens grundsätzlich und grossmehrheitlich zu. «Damit war für uns klar, dass wir mehr Fakten kennen müssen.» So wurde zusammengetragen, wie viele Unterkünfte es in den heute noch vier Asylkreisen gibt. Was kostet die Miete der Unterkünfte? Für welchen Zeitraum wurden die Mietverträge abgeschlossen? Gehören die Liegenschaften der Gemeinde oder Privaten? Wie viele Personen sind in den Unterkünften untergebracht? Auch die Kosten für die Betreuung wurden aufgelistet. Wie viele Leute die Asylbewerber betreuen, wie viel Zeit sie für die Betreuung aufwenden.

Abrechnungen nicht alle gleich

Danach wurde gerechnet. «Wir haben versucht, Durchschnittswerte für 2018 zu errechnen, die man miteinander vergleichen kann», so Nussbaumer. Allerdings sei es schwierig, die Kosten exakt zu eruieren. «In Lohn-Ammannsegg beispielsweise macht die Gemeindeverwaltung die Abrechnungen. Wie viel Zeit dafür aufgewendet wird, ist nicht erfasst worden.» In anderen Gemeinden helfe der Werkhof, wenn es etwa um einen Umzug gehe. Aber auch dies seien Kosten, die nicht in der Abrechnung auftauchen. Die Berechnungen würden zudem auf den Zahlen basieren, die für Ende 2018 gelten. Die Zahl der Gesuche seien rückläufig. Man rechne damit, dass Ende 2019 nur noch 90 Personen betreut werden müssen und Ende 2020 seien es voraussichtlich nur noch zwischen 70 bis 80 Personen.

Biberist entscheidet

Basierend auf all diesen Zahlen hat die AG nun einen Antrag formuliert, der schliesslich dem Gemeinderat von Biberist vorgelegt werden soll. Denn Biberist ist als Leitgemeinde für die Anstellung des Personals zuständig. Und mit der Regionalisierung muss die Leitgemeinde Aufgaben übernehmen, die zurzeit noch in den einzelnen Kreisen geleistet wird. Dabei wurde bereits berücksichtigt, dass die Zahl der Asylbewerber voraussichtlich weiter sinken wird. Nussbaumer machte klar, dass die Regionalisierung leicht günstiger werde, dass es hier aber nicht um eine Sparübung, sondern auch um das Bündeln von Ressourcen gehe. Der Vorschlag der Arbeitsgruppe ist, aus heute 260 Stellenprozent sollen künftig 240 Prozent werden. Das wirkt sich auch auf die Lohnkosten aus, die heute 285 800 Franken betragen und sich neu noch auf 237 530 Franken belaufen sollten.

Diskussionen gab es zur künftigen Verteilung der Kosten. Richtig wäre, so Nussbaumer ein Verteilschlüssel nach Einwohnerzahl. Dies sei aber im heutigen Vertrag anders definiert. Sicher sei, so Nussbaumer, dass die Gemeinden im Bucheggberg nach der Regionalisierung nichts mehr zu tun haben mit den Asylbewerbern. Abrechnungen, Mietverträge, Wohnungssuche – das sei dann nur noch Aufgabe der Leitgemeinde .

Die Bucheggberger Gemeindepräsidenten gaben Sandra Nussbaumer noch einige Wünsche mit. Der Antrag an die Leitgemeinde Biberist soll deshalb noch leicht angepasst werden.

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