Buchegg
In den Sprechstunden sind Bürger auf Augenhöhe mit der Gemeindepräsidentin

Verena Meyer, Buchegger Gemeindepräsidentin, hat im letzten Jahr alle zehn Dörfer für eine Sprechstunde besucht und dabei den Kontakt mit den Einwohnerinnen und Einwohnern gesucht.

Rahel Meier
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Verena Meyer im Gespräch mit einem Einwohner.

Verena Meyer im Gespräch mit einem Einwohner.

Hansjörg Sahli

Verena Meyer-Burkhard ist in Messen aufgewachsen und wohnt seit langem in Mühledorf. Als Gemeindepräsidentin und Kantonsrätin kennt sie den Bucheggberg bestens.

Trotzdem hat sie im vergangenen Jahr wiederum einiges dazugelernt. «Vor allem habe ich gemerkt, dass Geld, das eine Gemeinde ausgibt oder verlangt, ein unglaublich wichtiges Thema für die Leute ist.»

Angesprochen wurden diese Themen in den Sprechstunden, die Verena Meyer dieses Jahr ganz bewusst in allen zehn Dörfern anbot. «Der Grünpass wurde immer wieder erwähnt.»

Weitere Bereiche, die angesprochen wurden, sind die Nachtbeleuchtung, Verkehrsberuhigungen und Tempo 30. «Dann gab es auch emotionale Dinge, wie der Verkauf des alten Schulhauses in Gossliwil, den nicht alle gleich gut verstanden haben.» Was Meyer eher erstaunte, ist, dass auch viele sehr persönliche Probleme mit ihr besprochen wurden.

Immer noch beim Aufbauen

In Buchegg ist man nach zwei Jahren immer noch dabei, die Fusion zu verarbeiten und die zehn Dörfer näher zusammenzubringen. Neben der vielen zusätzlichen Verwaltungsarbeit, dem Zusammenführen der zehn Rechnungen, der Harmonisierung der Bau- und Zonenreglemente, musste auch der Gemeinderat eine neue Arbeitsweise finden.

Das habe sich in der Zwischenzeit gut eingependelt. Auch die Archive seien zum grössten Teil zusammengeführt worden, und «wir haben schon bald wieder zu wenig Platz». Sehr viele positive Rückmeldungen erhält Verena Meyer über die Angestellten in der Gemeindeverwaltung. «Die Einwohner schätzen es, wie sie am Schalter bedient werden.» Das sei sehr erfreulich, denn gute Dienstleistungen zu erbringen sei wichtig.

Auch die Bevölkerung der Dörfer muss noch mehr zusammenwachsen. «Das Neujahresapéro ist so ein Anlass, der ganz verschiedene Menschen zusammenbringt.» Oft ergebe es sich, dass ganze Gruppen aus den einzelnen Dorfteilen gemeinsam zum Apéro laufen. «Ein Ziel ist für mich auch, dass wir eine gemeinsam 1. August-Feier abhalten. Momentan sind es noch vier bis fünf Einzelanlässe. Neu hat der Gemeinderat gerade beschlossen, beim Gemeindeduell von schweiz.bewegt mitzumachen.»

Verena Meyer könnte sich auch vorstellen, dass in Buchegg im nächsten Dezember bis zum 24. jeden Tag ein Adventsfenster geöffnet wird.

Muss den Kontakt suchen

Verena Meyer ist selbst viel in den zehn Dörfern unterwegs. «Wir gratulieren unseren Senioren ab dem 85. Geburtstag alle fünf Jahre.» Da kämen einige Besuche zusammen. «Viele dieser Jubilare wissen viel von früher zu erzählen. Das ist immer spannend und erklärt Situationen, Verwandtschaften, oder Streitigkeiten, die für uns manchmal undurchschaubar sind.» Immer wieder sei auch nötig, dass sie als Gemeindepräsidentin gemeinsam mit dem Ressortleiter aus dem Gemeinderat eine Situation direkt vor Ort beurteilen.

Für Verena Meyer ist klar, dass sie auch künftig Sprechstunden für alle Einwohnerinnen und Einwohner durchführen wird. Diese wird voraussichtlich am Donnerstagnachmittag stattfinden. «Wer ein Problem persönlich mit mir bereden will, kann aber auch sonst einen Termin mit mir vereinbaren.»

Und was bringt die Zukunft sonst noch? «Ich habe immer noch das Ziel, ein ausgeglichenes Budget zu präsentieren.» Aber es sei schwierig, zu erklären, wieso man die Steuern erhöhen sollte, wenn noch Vermögen vorhanden sei.

Damit spricht sie die Budget-Gemeindeversammlungen an, an denen eine Steuererhöhung bisher immer scheiterte. «Tatsache ist, dass wir im Budget nur noch zehn bis 15 Prozent selbst beeinflussen können, wir müssen aber zu sparen versuchen.» Persönlich möchte Verena Meyer zudem, dass alte Verfahren abgeschlossen werden können. Noch seien diverse Geschäfte bei den kantonalen Stellen hängig, die vor der Fusion gestartet wurden.

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