Sie ist ein Tausendsassa. Rita Frangi Sollberger ist Gründungsmitglied der Theatergruppe Heinz Sollberger, spielte in vielen Theatern mit, amtet heute als Souffleuse und hat nun zum dritten Mal eine Produktion selber geschrieben. Nach zwei Geschichten, die sich um die Liebe drehten, wagte sie sich an die Krimi-Komödie «Giftigi Sache». «Ich habe schon in der Schule gerne Aufsätze geschrieben und liebe es, mit den Gedanken in einer Fantasiewelt zu sein», erzählt sie. Der grösste Aufwand zeichnete sich für die Autorin vor Beginn des Schreibens ab. Sie sei mit der Idee «schwanger» gegangen, zum Teil mit schlaflosen Nächten. Innerhalb von rund vier Wochen entstand schliesslich der handfeste Dreiakter. «Das Schreiben bedeutete für mich Faszination, ich sah die Spieler der Theatergruppe vor mir und liess sie miteinander reden», weiht sie in ihre Arbeit ein.

Witz, Charme und Ironie

Ein bisschen von der Liebe handelt auch die Krimi-Komödie. Vor allem aber um Geld und Betrug – und das alles im sonst so friedlichen Dorf Biberist. Im Büro der Kriminalabteilung geht es hektisch zu. Chefermittler Beat Berger, mit Rolf Kleeb in der Hauptrolle, ist gereizt und zeigt seinen Mitarbeitern gerne, dass er der Boss ist. Betrogene Frauen, eine vermeintliche Geiselnahme und die Vermisstmeldung eines Ehemannes bescheren Kopfzerbrechen. Einbrecher vermeldet ein Rentnerehepaar, das sein Geld der tiefen Zinsen wegen zu Hause aufbewahrt. Zwei entflogene Papageien schaffen Verwirrung, Ängste schüren Engelstrompeten und Mutterkorn sowie Machenschaften im Biberister Pub. «Höchste Alarmstufe», muss daher der hypochondrische Chefermittler, sich nervös am Hinterkopf kratzend, sehr oft ausrufen.

«Ich bin zufrieden mit meiner Frau», sagt am Ende einer der letzten Proben Ehemann und Regisseur Heinz Sollberger. «Giftigi Sache» entpuppt sich in der Tat als sehr spannender Krimi, begleitet von viel Witz, Charme und Ironie. Die Spieler und Spielerinnen leben überzeugend ihre Bühnenrollen. Nicht verwunderlich, schaut doch Regisseur Heinz Sollberger genau auf Position, Bewegung und Kunstpausen. Die Gags aber dürfen dabei keine halbe Sekunde zu spät kommen. Den Theaterbesuchern steht ein amüsanter Abend bevor.

Aufführungen in der Biberena Biberist: Sa, 3., und Mi, 7. November, 20 Uhr. Ab 18.30 Uhr sind Restaurant und Theaterbar offen.