Zum Bericht über die Beschwerde gegen die Leiterin des Asylkreis Schnottwil/Lüterswil-Gächliwil gab es einige Reaktionen. Sie bestätigen allesamt ein ungewöhnliches Verhalten der Leiterin, die gleichzeitig auch Gemeindepräsident von Lüterswil-Gächliwil.

Als Beispiel sei Mirjam Andres erwähnt, die sich «seit Monaten» über die Zustände im Asylkreis ärgert. Der Freund ihrer Tochter, ein 21-jähriger Syrer, lebt mit seinen Eltern und Geschwistern in Lüterswil und wird im Asylkreis Schnottwil/Lüterswil-Gächliwil betreut. Seit letzten Sommer absolviert der junge Mann ein Praktikum in einer Tankstelle in Biberist.

Die Geschäftsleiterin möchte ihn unbedingt als Lehrling Detailhandelskaufmann verpflichten. Seit Monaten bemühe sie sich gemeinsam mit dem Deutschlehrer der Integrationsklasse darum, dass der Lehrvertrag zustande kommt. «Die Leiterin des Asylkreises unterstützte das Anliegen des Syrers wenig», schreibt Mirjam Andres in ihrer Zuschrift. Erst als der junge Syrer mehrmals beim übergeordneten Regionalen Sozialdienst in Biberist um Hilfe gebeten habe, sei die Sache langsam ins Laufen gekommen. «Langsam. Wir zittern immer noch.»

Ohne Erklärung

Ein Blick in seinen Dialog mit der Leiterin auf Whatsapp zeigt deren zermürbendes Verhalten. Auf Fragen seinerseits kommen keine Antworten. Erst nach mehrmaligen Nachhaken folgt ein trockenes «Nein», beispielsweise auf eine ausführliche Anfrage für einen Kursbesuch eines Elternteils von ihm. Keine Begründung oder Erklärung seitens der Leiterin, einfach «Nein».

Zudem zeigt der junge Syrer den Dialog mit der Leiterin, als es um die Rechnung von 500 Franken für die Integrationsklasse ging. Diese Kosten werden vom Kanton übernommen. Auf seine Frage an die Leiterin, wer für die Rechnung aufkommen muss , habe die Leiterin gesagt, «die Person, an die die Rechnung adressiert ist». Erst auf weitere Intervention des Syrers beim Regionalen Sozialdienst in Biberist wird er von dieser Rechnung entlastet.

Erneut in der Klemme

Für die Lehrstelle müsste der junge Syrer in der Nähe von Biberist wohnen. Aber auch hier würden ihm von der Leiterin des Asylkreises Steine in den Weg gelegt, habe sie doch die Meinung vertreten, er müsse in Lüterswil wohnen bleiben und die Strecke mit dem Fahrrad bewältigen. Später habe sie vorgeschlagen, den Weg mit dem Mofa zu machen, aber die Kosten dafür müsse er selber übernehmen.

Der junge Mann lacht: «Das würde gegen 1000 Franken kosten. Ich habe keine 1000 Franken, ich erhalte 340 Franken im Monat.» Nun habe sie doch zugesagt, eine Wohnung für ihn in der Nähe von Biberist zu suchen. Aber die künftige Arbeitgeberin des jungen Syrers stimmt dem Lehrvertrag nur zu, wenn die Wohnverhältnisse geklärt sind.

Und die Leiterin des Asylkreises habe ihm gesagt, sie warte auf den Vertrag, und dann schaue sie wegen einer Wohnung. Erneut ist der junge Mann in der Klemme. Nun soll der Lehrvertrag aber doch endlich zustande kommen. Der Vertrag ist abgeschickt. Der junge Syrer hofft auf eine positive Antwort.