Derendingen

Im Zentrum soll höher und damit auch dichter gebaut werden

Seit zwei Jahren stehen die Bauprofile entlang der Steinmattstrasse.

Das Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde abgewiesen. Die Überbauung Steinmattportal darf gebaut werden.

Seit rund zwei Jahren stehen im Zentrum von Derendingen an der Ecke Haupt- und Steinmattstrasse Bauprofile. Diese zeigen an, wo, und in welcher Höhe, dort künftig gebaut werden soll. Konkret geht es um den Teilzonen- und Gestaltungsplan Steinmattportal (siehe Kasten rechts). Gemäss dem räumlichen Leitbild der Gemeinde Derendingen, das im Jahr 2014 verabschiedet wurde, soll sich der Ortskern (Abschnitt Hauptstrasse, Kreuzplatz bis Benediktusplatz) künftig vom restlichen Siedlungsraum abheben und zu einem urbanen Lebensraum werden. Gegen diese Pläne haben sich zwei Anwohner gewehrt und sind bis vor Verwaltungsgericht gegangen. Dieses hat nun aber entschieden, dass die Planung rechtens ist.

Widerspruch zum Richtplan

Die Beschwerdeführer begründen ihre Eingabe unter anderem damit, dass mit dem Gestaltungsplan eine neu vorgesehene Zone Kernzone dichtes Bauen mit einer Ausnützungsziffer von 2,4 und einer Gebäudehöhe von 18,5 Meter und sechs Geschossen geschaffen wird, die eine Mehrnutzung darstelle, die für die Agglomerationsgemeinde Derendingen unverhältnismässig sei. Das Projekt stehe zudem in Widerspruch zum kantonalen Richtplan, wonach die Gemeinden bei der Siedlungsentwicklung auch nach innen auf die gewachsene Struktur und deren Identität und Charakter zu achten hätten. Mit dem Gestaltungsplan Steinmattportal werde das Quartier und Ortsbild erheblich verändert. Bemängelt wird weiter, dass die geplante Blockrandbebauung in Derendingen nicht wirklich vorhanden sei. Die geplante Erschliessung wird zudem ebenso wie die Anzahl der Parkplätze als mangelhaft gerügt. Thematisiert wird auch der Schattenwurf der neuen Gebäude, der die Liegenschaften der Beschwerdeführer tangieren würden.

Bevor das Verwaltungsgericht über eine Beschwerde entscheidet, lässt es jeweils alle beteiligten Parteien zu Wort kommen. So hat sich auch die Gemeinde Derendingen geäussert. Sie geht unter anderem auf die kritisierte Quartierverträglichkeit ein: «Die Bebauung in diesem Quartier weist heute einen uneinheitlichen Charakter auf, sowohl in Stellung und Volumetrie, als auch im Baustil.» Parallel zum Gestaltungsplan wurde das «Konzept Dorfkern» erarbeitet. In diesem wird explizit auf die Hauptstrasse eingegangen. Die Bauweise entlang des Teilgebietes Hauptstrasse Ost soll klar definiert werden. Grundsätzlich sind drei- bis viergeschossige Bauten mit höheren Akzenten beim Flora- und beim Pestalozziplatz anzustreben. Speziell erwähnt sind das Steinmattportal und der Kreishof, die als prioritäre Entwicklungsgebiete bezeichnet werden. Die geplante Neuüberbauung sei durchaus quartierverträglich. In der Kernzone seien bereits heute viergeschossige Bauten plus Attika zugelassen. Entlang der Hauptstrasse seien ebenfalls bereits Gebäude in dieser Höhe erstellt worden. Die Blockrandüberbauung entlang der Hauptstrasse ist für die Gemeinde ein wichtiger Beitrag zur inneren Verdichtung und Weiterentwicklung des ganzen Dorfbildes.

Innenverdichtung ist gewünscht

Dem Steinmattprotal komme, so schreibt es auch das Verwaltungsgericht in seinem Urteil, eine spezielle Rolle zu. Sowohl das räumliche Leitbild als auch das Dorfkernkonzept sagen unmissverständlich aus, dass der Dorfkern dichter überbaut werden soll. Dabei soll der Pestalozziplatz weitgehend frei bleiben und nicht zusätzlich überbaut werden. Das Steinmattportal hingegen ist als Nordabschluss und markanter südlicher Beginn vorgesehen. Darum ist es für das Verwaltungsgericht auch nicht zu beanstanden, wenn dort ein fünfgeschossiger Bau mit einem sechsköpfigen «Kopf» an der Ecke zur Hauptstrasse vorgesehen wird. Damit werde an attraktiver Lage Wohnraum geschaffen und es werde wie das gewünscht ist, nach innen verdichtet.
«Insgesamt bringen die Beschwerdeführer nichts vor, was den Gestaltungsplan in Frage stellen oder sogar als unzweckmässig erscheinen lassen könnte», hält das Verwaltungsgericht in seinem Urteil fest.
https://gerichtsentscheide.so.ch; VWBES.2018.276

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