Finanzausgleich

Im Wasseramt hat man sich «an das Geld gewöhnt»

Der Turm in Halten ist ein historisch wertvoller Zeitzeuge.

Der Turm in Halten ist ein historisch wertvoller Zeitzeuge.

Der Bezirk Wasseramt verliert mit dem neuen Finanzausgleich weniger Geld, als dies gefühlsmässig erscheint.

«Mir wurde angekündigt, dass ich mich in die Höhle des Löwen begebe.» Thomas Steiner (Leiter Gemeindefinanzen und Chef Stv. Amt für Gemeinden) war dem Ruf der Wasserämter Gemeindepräsidenten gefolgt. Diese hatten an der letzten Präsidentenkonferenz über den neuen Finanzausgleich diskutiert und in einer Mehrheit festgestellt: «Wir haben weniger in der Kasse als zuvor.»

Steiner versuchte nun, Licht ins Zahlendunkel zu bringen. Er hatte viele Folien mit Zahlen dabei. Als Erstes versuchte er zu erklären, wieso die Zahlen von 2015 nicht mit den Zahlen von 2016 verglichen werden können. «Der Reformprozess hin zum neuen Finanzausgleich startete mit einem Deal. Vonseiten des Kantons wurden 15 zusätzliche Millionen eingeworfen», so Steiner. Diese seien in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2014 bereits ausbezahlt worden. «An das zusätzliche Geld hat man sich in den Gemeinden gewöhnt.» Wolle man die Zahlen vergleichen, müsse man genau diese 15 Mio. aus dem Gesamttopf wieder abziehen.

Schwache Steuerkraft

Das Wasseramt habe kantonsweit einen Einwohneranteil an 18,9 Prozent. Die Steuerkraft liege aber nur bei 16,1 Prozent. «Nur Deitingen und Lohn-Ammannsegg liegen über 100 Prozent Steuerkraft», so Steiner. Tendenziell sei die Steuerkraft von 2015 bis 2016 aber im Wasseramt leicht gewachsen. Biberist, Gerlafingen, Hüniken und Kriegstetten haben an Steuerkraft verloren.

Die anderen Gemeinden hätten teilweise deutlich dazugewonnen. Das wiederum habe einen Einfluss auf die Berechnung des Finanzausgleiches. Bei den Schülerpauschalen stimme der Anteil von 19 Prozent Schülern und 19 Prozent aus dem Topf der Schülerpauschalen genau überein. «Den Bezirk als Ganzes gerechnet profitiert das Wasseramt mit dem neuen System», so Steiner. «Aeschi, Horriwil und Kriegstetten sind die einzigen Verlierer.»

Das Amt für Gemeinden habe sich die Mühe gemacht, auch den sogenannten «gefühlten» Vergleich zu berechnen. Dabei sind die 15 Mio. mit eingerechnet. «Auch dabei gibt es Gewinner. Nämlich Biberist, Drei Höfe, Gerlafingen, Hüniken, Oekingen und Obergerlafingen.» Verlierer seien vor allem Aeschi und Bolken. Und dies habe mit den Schülerpauschalen zu tun. «Wo das Problem in den Gemeinden Horriwil und Subingen liegt, können wir nicht genau definieren», so Seiner.

Es sei aber ganz eindeutig so, dass nicht alle schlechten Budgetzahlen mit dem neuen Finanzplan- und Lastenausgleich zu tun hätten. Es gebe viele Faktoren, die zu berücksichtigen seien. «Unsere Türen stehen offen. Wir sind jederzeit bereit, uns die Situation einer einzelnen Gemeinde anzusehen», so Steiner. Verschiedene Gemeinden aus dem Wasseramt hätten dieses Angebot bereits genutzt.

Museum erneuern

Um Geld geht es auch bei der Neukonzeptionierung des Museums Wasseramt. Konkret erhofft sich der Stiftungsrat, dass die Wasserämter Gemeinden mit dem Budget 2017 einen Beitrag für die Erneuerung sprechen, die mit 730 000 Franken veranschlagt ist. Ein Franken pro Einwohner sei die Idee, erklärte Stiftungsrat Josef Ingold (Subingen).

Das mache total 50 000 Franken. Peter Kaiser (ebenfalls Stiftungsrat und Historiker) warb für das Museum. «Schon die Lage rund um den Turm von Halten ist eine spezielle, ist es doch kulturhistorisch gesehen einer der interessantesten Plätze im Wasseramt.»

Das Museum Wasseramt wurde 1962 gegründet. Seither hätten sowohl die Gebäude als auch die Ausstellungsgegenstände Schaden genommen. «Die heutige Ausstellung ist zudem pädagogisch und auch ausstellungstechnisch gesehen veraltet.» Im Museum würden viele wertvolle Gegenstände aufbewahrt, die mit Handwerk und Gewerbe zu tun haben. «Forscher aus der ganzen Schweiz sehen sich diese Sachen bei uns an.»

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