Recherswil
Im Quartier parkierte 40-Tönner nerven Anwohner – Chauffeur will keinen Ärger

In Recherswil werden regelmässig Lastwagen mitten im Wohnquartier parkiert. Das nervt einen Anwohner. Der angegriffene Chauffeur selbst hatte bisher keine Kenntnis von den Vorwürfen.

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Der Chauffeur sagt, dass er stets geschaut habe, dass alle noch vorbei kommen und auch mit den Nachbarn geredet habe.

Der Chauffeur sagt, dass er stets geschaut habe, dass alle noch vorbei kommen und auch mit den Nachbarn geredet habe.

zvg

Dürfen Lastwagen in Wohnquartieren abgestellt werden? Ein Anwohner der Westringstrasse in Recherswil ist klar der Meinung, dass dies nicht sein darf. Er schickte diverse Fotos von 40-Tönnern an diese Zeitung und kritisiert, dass die Gemeinde seit über einem Jahr nichts in dieser Sache unternehme. Normalerweise würden 40-Tonnen-Lastwagen in entsprechende Abstellplätze in Industrie- und Gewerbezonen eingewiesen.

Es könne doch nicht sein, dass ein Transportunternehmen ihren Chauffeuren erlaube, solche Brummer in einem Wohnquartier zu parkieren, nur weil diese in der Nähe wohnten. Vor Jahren habe es in Recherswil eine ähnliche Situation gegeben. Damals sei das Problem innerhalb weniger Tage gelöst worden, indem die Lastwagen bei der Firma Christen stationiert wurden.

«Haben keine Handhabe»

Nun, wie gestaltet sich die Rechtslage? Gemäss Gemeindepräsident Hardy Jäggi sind die Lastwagenparkplätze in diesem Wohnquartier nicht illegal. Er habe Kenntnis von der Situation und die Sachlage mit der Polizei angeschaut. «Solange die Strasse breit genug ist, kann man von Gesetzes wegen nichts dagegen machen.»

Weder in Bundesverordnungen noch im kommunalen Polizeireglement sei die Situation explizit geregelt. Solange platzsparend parkiert werde, die Wegfahrt anderer Fahrzeuge nicht behindert werde, das Kreuzen möglich sei und etwa der Schneepflug problemlos passieren könne, habe die Gemeinde keine Handhabe.

Zudem befinde sich das Quartier am Dorfrand und die Westringstrasse sei keine Durchgangsstrasse.

«Will keinen Ärger mit Nachbarn»

Der angegriffene Chauffeur ärgert sich gewaltig. Bis zum Bericht in der Zeitung wusste er gar nicht, dass es für einen Quartierbewohner ein Problem darstellt, dass er seinen Lastwagen «zwei bis drei Mal im Monat während einer Znünipause oder mal über Nacht» dort am Strassenrand abstellt. «Ich habe von der ganzen Situation nichts gewusst», sagt er gegenüber dieser Zeitung. Der ihm unbekannte Anwohner habe ihm nie gesagt, wie sehr er sich aufrege. Gerne wäre er von ihm angesprochen worden. «Probleme kann man auch bei einer Tasse Kaffee besprechen und lösen, da muss man nicht direkt an die Medien.»

Er habe seine Nachbarn stets gefragt, ob es in Ordnung wäre, den LKW ab und zu dort zu parkieren, sagt der Chauffeur. «Ich habe auch immer geschaut, dass die Nachbarn immer ihre Autos parkieren und alle vorbeifahren konnten.» Bisher habe es keine Probleme gegeben. Der Recherswiler ist seit 25 Jahren Lastwagenchauffeur. «Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.»

Der Chauffeur will seinen Lastwagen künftig nicht mehr im Quartier abstellen. «Denn Ärger mit meinen Nachbarn will ich bestimmt nicht!» (crs/ldu)

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