Drei Höfe

Im Näijerehuus Hersiwil wird mit Pinsel und Motorsäge entstandene Kunst ausgestellt

Markus Bur und Stefan Lanz stellen gemeinsam im Näijerehuus Hersiwil aus. Markus Bur blickt bereits auf 25 Jahre Malerei zurück und feiert sein Jubiläum zu seinem siebzigsten Geburtstag mit dieser Ausstellung.

Ein lauer Spätsommerabend liess die Vernissage von Markus Bur und Stefan Lanz in einem ganz besonderen Licht erstrahlen. Während die kräftigen Farben der Acrylbilder von Markus Bur in den lichtdurchfluteten Räumen des Näijerehuus voll zur Geltung kommen, wirkt der Garten mit Stefan Lanz’ Plastiken im rötlichen Schein der letzten Sonnenstrahlen geradezu mystisch. Georg Schmid, Leiter des Näijerehuus, hatte die gelungene Idee, die Werke der beiden Künstler Markus Bur und Stefan Lanz in einer Ausstellung zusammenzuführen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher machten sich bereits dieses Wochenende ein Bild davon, und zwar nicht nur in der Galerie selber, sondern eben auch im schönen Garten. In diesen passen Stefan Lanz’ wetterfeste Skulpturen aus Holz, Stein und Bronze nämlich ganz besonders.

Rückblick auf 25 Jahre Malerei

Markus Bur blickt bereits auf 25 Jahre Malerei zurück und feiert sein Jubiläum zu seinem siebzigsten Geburtstag mit dieser Ausstellung. Schon in der Schule habe der Maschineningenieur gerne gemalt. Als er 1992 unter einem Burnout litt, riet ihm sein Arzt, das Malen als Therapie aufzunehmen. So wurde die Malerei zur Leidenschaft. In all den Jahren ist ein riesiges Werk entstanden, welches eine grosse Herausforderung für die Gestaltung der Ausstellung darstellte. «Von den über 400 Bildern, die ich zu Hause in Lüterkofen im Keller lagere, habe ich mich auf rund fünfzig Objekte beschränken müssen», erklärte Markus Bur.

Angefangen hat seine Künstlerlaufbahn mit Aquarellen. Drei davon präsentiert er im Dachstock des Näijerehuus als Reminiszenz im Zentrum des Raumes. Heute malt er aber nicht mehr mit Wasserfarben, sondern verwendet Acryl, oder er wendet Mischtechniken mit verschiedenen Materialien an.

Filigrane Details mit Motorsäge

Stefan Lanz aus Attiswil setzte sich schon während seiner Ausbildung zum Lehrer gerne mit künstlerischen Aktivitäten auseinander, betätigte sich später mit Jugendlichen am Speckstein und arbeitete seit 1995 an seinen Skulpturen. 2008 stellte er zum ersten Mal aus. Zudem bereichert er seinen privaten Garten, der als «Garten der Kunst» auch besichtigt werden kann, stets mit immer neuen Kreationen. «Während der Stein für Lanz ein sehr langsames und meditatives Medium ist, bei dem man sich der passenden Form langsam und allmählich annähern kann, erfordern die kühn geschnittenen Holzformen einiges an Entscheidungsfreudigkeit», erklärte Peter Singer in seiner Eröffnungsrede. Insbesondere wenn man so wie Lanz mit einem ganz speziellen Werkzeug arbeitet: mit der Motorsäge. Aktuell schafft Stefan Lanz vor allem aus Zedernholz menschliche Figuren im kubistischen Stil, welche durch Körperhaltung und Dynamik ihre Identität und ihre Lebenshaltung ausdrücken. Selbst filigrane Elemente dieser Skulpturen arbeitet er mit der Motorsäge heraus.

Stimmige Zusammenarbeit

Zu Markus Bur betonte Peter Singer in seiner Ansprache vor allem die Vielseitigkeit seiner Bildinhalte. So nehme er das Blumenmotiv in all seinen Formen und Farben immer wieder auf, entwickle sich dabei aber hin zu immer sparsameren bildnerischen Mitteln. Daneben stünden bei ihm aber auch – genau wie bei Lanz – häufig figurative Darstellungen des Menschen im Zentrum. Über Stefan Lanz äusserte sich Singer: «Zu seinen Skulpturen kann man Geschichten erfinden, fast ohne Grenzen.» So nannte Singer den Aspekt des Stemmens, der gerade in Lanz’ neueren Werken oft eine zentrale Rolle spielt – zwei Figuren beispielsweise, die das gesamte Wissen der Menschheit in Form von Büchern stemmen.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung kann bis 24. September besichtigt werden, und zwar jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs und freitags von 18 bis 20 Uhr.

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