Die Qualitäten einer ländlichen Gemeinde als attraktiven Wohnort fördern, die vielfältigen Freiflächen und Naherholungsgebiete erhalten und stärken. Dies sind die zentralen Punkte, die das Leitbild für die räumliche Entwicklung der Gemeinde Halten prägen. Dabei ist ein moderates Wachstum der Bevölkerung geplant und eine Verjüngung angestrebt.

Uriel Kramer (Ingenieurbüro W+H AG, Biberist) erklärte den rund 30 Einwohnerinnen und Einwohnern, die zum öffentlichen Mitwirkungsverfahren erschienen waren, wo Gemeinderat und Planungskommission gedenken, zusätzliche 130 Einwohner unterzubringen. «Bestehender Wohnraum soll möglichst optimal genutzt werden», sagte er.

Es wäre wünschenswert, wenn die Einfamilienhäuser der älteren Generation jüngeren Familien zur Verfügung stünden. Dazu wäre ein Engagement zusammen mit den Nachbargemeinden für das Wohnen im Alter nötig. «Heute bestehen keine solchen Möglichkeiten», bedauert Kramer. Durch Aufstocken vorhandener Bauten könnten Hausbesitzer zusätzliche Wohnungen schaffen. Ebenso könnten die heute ungenutzten Ställe innerhalb des Siedlungsgebiets zu Wohnraum umgenutzt werden.

Verdichtung nach innen

Auf keinen Fall soll eine Ausdehnung über das heutige Siedlungsgebiet hinaus stattfinden, betonte Kramer. Die Siedlungsqualität, die von der der Nähe zur freien Landschaft und den Grünräumen profitiert, soll für die Zukunft gesichert werden. Eine gezielte und qualitätsvolle Entwicklung soll dem historischen Hintergrund des Dorfkerns Rechnung tragen, die charakteristischen Landwirtschaftsbauten am Dorfeingang von Kriegstetten her erhalten werden.

Der prägnante Turm mit den umliegenden Bauten, soll in der jetzigen Nutzung und Gestaltung keine Änderungen erfahren. Eine langfristige Siedlungsentwicklung ist allenfalls in einem der Gebiete Grossacker, Winkelfeld oder Hofstattzone an der Dorfstrasse denkbar. Dabei sollen vermehrt Mehrfamilienhäuser gebaut werden.

Angebote für Familien sind im Dorf vorhanden: Kindergarten und Schule bis zur 4. Klasse, ebenso grosszügige Spiel- und Sportplätze. Einkaufsmöglichkeiten sind im nahen Kriegstetten schnell erreichbar. Das Naherholungsgebiet im und um das Siedlungsgebiet und in den benachbarten Gemeinden ist vorhanden. Daran soll eine Ortsplanungsrevision nichts ändern. Wünschenswert wäre sicher die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. «Eine Buslinie kann man nicht bestellen», meinte Kramer. Er empfiehlt deshalb, beim Kanton die Prüfung einer Verlängerung der Buslinie 2 bis ins Dorfzentrum anzuregen.

Ein Anwesender bezweifelt, dass tatsächlich junge Leute ins Dorf geholt werden können. Dies in Anbetracht der vielen verloren gegangenen Arbeitsplätze im Raum Solothurn. Mit diesem Problem seien auch andere Gemeinden konfrontiert, gab Gemeindepräsident Eduard Gerber zu bedenken. Dies könne auch mit einer Ortsplanungsrevision nicht gelöst werden.

Anregungen sind gefragt

Nun haben Bürger und Bürgerinnen Zeit, sich Gedanken zum Leitbild zu machen. Mit schriftlichen Eingaben an den Gemeinderat können sie ihre Anregungen, Wünsche oder Besorgnisse kundtun. Gemeinderat und Planungskommission werden die Anliegen behandeln und allenfalls einfliessen lassen. An der Gemeindeversammlung im Juni wird der Souverän das Leitbild genehmigen oder ablehnen können. Wird es angenommen, wird die Ortsplanungsrevision in Angriff genommen.