Verein Burkina Nooma

Im Land der «einfachen Leute» - eine Luterbacherin zwischen zwei Welten

© zvg

Bereits seit sechs Jahren existiert der Verein Burkina Nooma. Dieser kümmert sich um ein Kinderheim in Koudougou, Burkina Faso. Gründerin und Co-Präsidentin ist die Luterbacherin Gabriela Kologo-Höhle. Sie pendelt zwischen zwei Welten.

Burkina Faso bedeutet in der Landessprache Moré: ‹Das Land der einfachen Leute›», weiss Gabi Kologo-Höhle. Doch in den vergangenen zwei Jahren liessen sich diese «einfachen Leute» nicht mehr alles gefallen. Sie protestierten gegen ihren Präsidenten Blaise Compaoré, der bereits seit 27 Jahren herrschte. Das Volk hatte genug und er sah sich zum Rücktritt gezwungen. «Ich bin stolz darauf, wie die Menschen damit umgegangen sind», resümiert Kologo. Da sich das Kinderheim, um das sie sich kümmert, ausserhalb des Stadtzentrums befindet, bestand keine Gefahr wegen der Unruhen.

2014 wurden rund 10 000 Franken in ein Wasserreservoir für das Kinderheim investiert. «Damit sind die Zeiten des Wasserschleppens endgültig vorbei», erzählt die Luterbacherin erleichtert. Die Pumpe werde durch eine Solarzelle angetrieben, welche den Strom für den Motor erzeugt. Letztes Jahr investierte man in weitere Solarpanels in der Absicht, dadurch die Stromrechnung senken zu können.

Der gelernten Hebamme ist in Vergangenheit in Burkina Faso eines aufgefallen: Die Zahl der psychisch Erkrankten scheint laufend zu wachsen: «Das ist besorgniserregend.» Zumal in diesem Land noch ein starker Aberglaube herrsche. So glaubten viele, dass Geschlechtsverkehr mit einer psychisch erkrankten Frau dem Partner Glück beschere. Ob das jeweils im gegenseitigen Einverständnis passiere, ist zu bezweifeln. Kriegen diese Frauen danach gar ein Kind, können sie oft nicht dafür sorgen, da sie häufig auf der Strasse leben.

Diese Tatsache ist einer der Gründe für die Zugänge im Kinderheim. 2014 war ein «Spitzenjahr» mit 14 Kindern, die dazustiessen. Letztes Jahr waren es acht Zugänge, womit die Kapazität des Heims mit 40 Plätzen jetzt fast ausgeschöpft sei.

Der engagierten Mutter liegt allerdings nicht nur das Wohl der Kinder am Herzen, sondern auch jenes der Mitarbeitenden im Kinderheim. «Letzes Jahr haben wir erstmals eine Weiterbildung durchgeführt», erzählt die Co-Präsidentin. Dafür war eigens ein Krankenpfleger vor Ort und informierte über die häufigsten Krankheiten im Heim. Weiter schaue man auch darauf, dass die Mitarbeitenden – vorwiegend Frauen – einen möglichst gerechten Lohn erhalten und die Frauen sind versichert.

Am vergangenen Wochenende fand in Solothurn ein Informationsanlass statt, der auf grosse Aufmerksamkeit stiess. Viele Bekannte, aber auch neu Interessierte waren gekommen, um mehr über das westafrikanische Land, das Kinderheim St. Simone und die Hilfe vor Ort zu erfahren.

Mehr Informationen unter: www.burkinanooma.com.

Meistgesehen

Artboard 1