So klingt ein optimistischer Schulleiter: «Mitte März ist immer gut für Schnee», sagt Adrian van der Floe zuversichtlich. Denn genau dann, in der Woche 11, fahren alle 37 Klassen der Oberstufe Wasseramt Ost (OWO) ins Skilager – in zwölf Lager in der ganzen Schweiz. Die Wintersportwoche ist obligatorisch für die Schüler aus den beiden Oberstufenzentren in Derendingen und Subingen.

Es gebe nur eine ganz kleine Gruppe, rund drei Prozent oder 20 Schülerinnen und Schüler, die nicht mitfahren, erklärt van der Floe. Da wären zum einen diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mitkönnen. Für sie wird stattdessen eine Projektwoche im Schulhaus durchgeführt. Und da wären noch die «nicht Lagertauglichen»: Die müssen eine Woche lang wandern gehen. «Wir bieten möglichst unattraktive Alternativen zum Skilager an, damit alle mitkommen», erläutert der Schulleiter die Strategie.

Skifahren gehört dazu

Auch in der Gemeinsamen Schule Unterleberberg (GSU) gebe es Kinder, die nicht gerade «Lagerkinder» seien, räumt Hauptschulleiter Stefan Liechti ein. Aber dort suche man mit den Eltern das Gespräch, um einen Weg zu finden, die Kinder doch noch ins obligatorische Skilager mitnehmen zu können. «Ansonsten wird es beliebig.» Die wenigen Kinder, die am Ende trotzdem dispensiert werden, werden in der Lagerwoche in andere Schulhäuser umgeteilt. «Mehrheitlich freuen sich unsere Jugendlichen aber sehr auf das Skilager», hält Liechti fest.

Im Unterleberberg seien die Skilager «kulturell verankert», sagt Liechti mit Hinweis auf den Skiclub Günsberg. Als die GSU 2011 gegründet wurde, habe man das Angebot vereinheitlicht und sogar ausgebaut. «Zuvor wurde in Riedholz kein Lager mehr angeboten. Heute gehen alle Fünft- und Sechstklässler und die gesamte Sekundarstufe in der ersten Märzwoche ins Skilager.» Dies, obwohl der Spardruck durch die Gemeinden gross sei. Doch die Kosten seien im Verhältnis zu früher nicht gestiegen. Weil man alle Primarschüler in einem einzigen Skilager zusammenführen könne, würden wegen der besseren Auslastung der Unterkünfte die Mieten rentabler.

Eine lange Tradition haben die Skilager auch in Zuchwil. Die gesamte Oberstufe fahre jedes Jahr ins Lager, sagt Schuldirektor Stephan Hug. Das sind jeweils elf oder zwölf Klassen, die auf drei Standorte verteilt werden. Auch in Zuchwil ist das Lager obligatorisch; Alternativen werden keine geboten. «Grundsätzlich wollen wir, dass alle Kinder das Skifahren lernen», hält Hug fest. «Wir haben rund 70 Prozent ausländische Schülerinnen und Schüler. Für sie ist es eine gute Gelegenheit, mit dem Skisport in Berührung zu kommen.» Gegenwehr seitens der Eltern gebe es kaum, die Jugendlichen gingen gerne. «Es ist eher so, dass ab und an Schüler aus disziplinarischen Gründen nicht mitfahren dürfen.»

Gewiss sei ein Lager für die Familien mit Kosten verbunden, man nehme aber auf die finanzielle Lage der Eltern Rücksicht, sagt Hug. So koste die Woche je nachdem zwischen 100 und 250 Franken. «Ausserdem haben wir einen Skikeller für Kinder, die keine eigenen Skis haben.» Helme könne man günstig mieten.

In der OWO bezahlt eine Familie für das Lager bis zu 210 Franken pro Kind. Eltern, die das nicht vermögen, können ein Gesuch stellen. Darüber hinaus unterstützen manche Bürgergemeinden das Skilager, dies sei aber von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich, berichtet Adrian van der Floe. Was die Ausrüstung anbelange, so habe die Schule mit einigen Sportgeschäften in der Region günstige Konditionen ausgehandelt.

Im Unterleberberg finden finanziell schwache Familien ebenfalls Unterstützung in Form von Sozialtarifen, die sie bei den Gemeinden beantragen können. Auch bietet die GSU selbst Vergünstigungen für Familien, die mehr als ein Kind ins Lager schicken.

Gemeinden zahlen kräftig mit

Eine finanzielle Belastung sind die Skilager auch für die Gemeinden. Die Ausgaben in Zuchwil belaufen sich auf insgesamt 80 000 bis 90 000 Franken, wobei die Elternbeiträge rund einen Drittel der Kosten decken. Dennoch sei die Wintersportwoche von der Gemeinde auch in finanziell schwierigen Zeiten immer unterstützt worden, betont der Schuldirektor. Den Grund sieht Stephan Hug in der langen Tradition, die das Skilager in Zuchwil habe.

Und schliesslich gehe es bei den Lagern ja auch nicht bloss ums Skifahren, sagt Hug, sondern darum, eine Weile lang zusammenzuleben und Zeit miteinander zu verbringen. Dass die soziale Komponente sehr wichtig sei, betont man auch in der OWO. «Das wird eine gute Sache», freut sich Schulleiter van der Floe bereits auf das diesjährige Lager. Jetzt müsse bloss noch das Wetter mitspielen. Um den Schnee macht er sich wie erwähnt keine Sorgen. Das letzte Mal, dass ein Skilager des Oberstufenzentrums mangels Schnee abgesagt werden musste, war Ende der Achtzigerjahre

Alternativprogramm erarbeiten

Sorgen um genügend Schnee machen sich allerdings die Lehrer in Messen. Die 70 bis 90 Schulkinder der 5. und 6. Klasse gehen jeweils in der letzten Woche vor den Sportferien in ein Winterlager ins freiburgische Charmey. «Die Schneesituation ist heuer prekär», weiss Schulleiterin Silvia Hak. Darum seien die Verantwortlichen dabei, ein möglichst abwechslungsreiches Alternativprogramm zusammenzustellen.

In Messen gehen alle Kinder mit ins Lager. «Wir führen ein Winterlager durch, kein Skilager. Darum ist es obligatorisch.» Eine Lehrperson sei jeweils dafür zuständig, den Kindern, die nicht Ski fahren können oder dürfen, Alternativen anzubieten. «Aber das passiert selten», so Hak weiter.

Letztes Jahr waren beispielsweise auch Asylbewerber-Kinder mit dabei und fuhren Ski. «Das war dank unseren Asylbetreuern möglich, die eine Ausrüstung organisiert haben.» Die Eltern zahlen in Messen übrigens einen Beitrag von maximal 180 Franken, bei Gesamtkosten von 300 bis 400 Franken pro Kind, wie Hak auf Anfrage erklärt. (Mitarbeit: rm)