Nutzungsplanung
Im Kernareal von Attisholz Nord wird hoch und dicht gebaut

In der Mehrzweckhalle von Riedholz startete mit einem Informationsanlass die Mitwirkung an der Nutzungsplanung Attisholz Nord.

Urs Byland
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Das Modell zeigt die bis ins Jahr 2045 geplanten Bauten des Richtprojekts für Attisholz Nord.

Das Modell zeigt die bis ins Jahr 2045 geplanten Bauten des Richtprojekts für Attisholz Nord.

Solothurner Zeitung

Gut 80 Personen erschienen im «Kühlschrank» Mehrzweckhalle zum Infoanlass über die Nutzungsplanung Attisholz Nord. Sie erhielten detaillierte Angaben, wie aus der Industriebrache das neue, städtische Quartier im ländlichen Gebiet von Riedholz entstehen soll und wie es aussehen könnte.

Die Zonierung kennt drei Bereiche. Die wichtigste und grösste ist die «Mischzone Attisholz» (Wohnen und Arbeiten). Es ist das Kernareal, in dem jetzt schon laufend Veränderungen stattfinden, sind doch bereits 60 Unternehmungen eingemietet sowie 12000 Quadratmeter Flächen für Gastronomie, Büro und Lager und 7500 Quadratmeter Eventflächen vorhanden.

Diese Mischzone umfasst gut drei Viertel der Industriebrache (ohne Gehöfte und Villen). Hier will Investor und Entwickler Halter AG, das war bisher nicht so klar, durchgehend dicht und hoch bauen dürfen. Im erstmals vorgestellten Modell des Richtprojektes ragen beispielsweise drei Hochhäuser empor. Einzelne, identitätsbildende Gebäude in dieser Zone bleiben erhalten. Sie stehen unter Denkmalschutz und sollen dafür sorgen, dass der geschichtliche Kontext bestehen bleibt. Andere sind erhaltenswert, können aber ergänzt oder ersetzt werden.

Nur eine grössere Erschliessungsstrasse ist geplant

Westlich ans Kernareal schliesst die «Wohnzone Attisholz» an. Hier sind auf einem Viertel der Industriebrache in der letzten Bauetappe Wohnbauten am steilen Hang zur Aare geplant. Der dritte Bereich ist die «Wohnzone Gehöfte» mit zwei Arealen bei den Villen, die um einige Mehrfamilienhäuser ergänzt werden sollen.

Die Erschliessung des Areals für Autos erfolgt über die nördlich des Kernareals bereits vorhandene Fabrikstrasse, von der aus künftig die meisten Parkgaragen erreichbar sind. Sie soll später von der Gemeinde übernommen werden. Im östlichen Teil des Areals ist zudem eine Stichstrasse geplant. Das Innere das Kernareals bleibt autofrei. Öffentliche Fusswege und Veloverbindungen erschliessen das Innere des Kernareals.

Busanbindung oder interner Shuttlebus

Raschest möglich will Halter AG die Fussgängerbrücke für eine Busverbindung vom Südareal her ausbauen. Später soll der Bus nicht einfach wenden, sondern kurz Richtung Riedholz und über die Erschliessungsstrasse in den Westteil des Areals fahren. «Sollte dies nicht realisiert werden, können wir uns eine interne Shuttleverbindung vorstellen», so Projektleiter Patrick Senn, Halter AG.

Grosser Wert wird auf die Durchgängigkeit des Areals für die Öffentlichkeit gelegt. Heute schon wird das Areal im Osten, bei der sogenannten Drehscheibe, über die Aarebrücke erreicht. Hier soll der Besucher über den Boulevard via Tunnel oder Spielplatz zum Bereich des Aarezugangs geführt werden. Dieser soll möglichst bald südlich des Säureturms entstehen. Am Aareufer wiederum ist eine durchgehende Promenade geplant. Noch nicht gelöst ist die Fortsetzung für den Langsamverkehr auf der Aare-Nordseite in Richtung Solothurn.

180 Wohnungen in der ersten Bauetappe

Nach der Mitwirkung folgt die Auflage der Nutzungsplanung, dann ein Gestaltungsplanverfahren und danach das konkrete Baugesuch. Die erste Bauetappe bringt im östlichen Teil des Kernareals 180 Wohnungen für 300 bis 350 Bewohner, 14000 Quadratmeter Gewerbeflächen und 150 bis 200 Arbeitsplätze. Weitere sechs sollen folgen, wenn der Bedarf sich abzeichne, so Senn. Im Jahre 2045, so das Richtprojekt, sollen 1340 neue Wohnungen bis zu 2600 Personen zur Verfügung stehen. Auf 58500 Quadratmetern Flächesollen bis zu 1400 Arbeitsplätze entstehen.

Hinweis

Mitwirkungsbeiträge zur Nutzungsplanung Attisholz Nord können bis zum 16. März abgegeben werden. Sprechstunden zum Thema: Dienstag, 18. Februar, 18.30 bis 20.30 Uhr in der Gemeindeverwaltung, Samstag, 29. Februar, 9 bis 11 Uhr in der Kantine Attisholz.

Kritische Fragen

Bei aller Routine entsteht im Attisholz etwas Aussergewöhnliches. Das spürt man immer wieder in den Voten der Entwickler und Planer. In der Fragerunde am Ende des Anlasses wurden nicht nur Verständnisfragen, sondern auch für die Gemeinde wichtige Fragen gestellt. So fehle beispielsweise ein für öffentliche Bauten vorgesehenes Areal.

Man habe zwischen Dorfbehörden und Investoren wohl darüber gesprochen, so die Antwort, aber man werde erst im Verlaufe der Bauetappen den Bedarf abschätzen können und zähle auf das heute gute Einvernehmen mit einem wohlwollenden Investor. Aus dem Publikum kam aber die Anregung, schon jetzt im Nutzungsverfahren etwas schriftlich zu fixieren, damit man später nicht dem Investor ausgeliefert sei und beispielsweise Land oder Pacht zu überhöhten Preisen erhalte.

Eine anderer Besucher des Anlasses fragte, ob eine Wirkungsanalyse und ein Energiekonzept erstellt sowie eine Erschliessungsvereinbarung zwischen Gemeinde und Investor unterschrieben worden seien. Das Thema Energie sei in Bearbeitung, konnte Planer Thomas Ledermann antworten. In Bezug auf den Verkehr wurde ein Mobilitätskonzept erstellt. Wie sich das entstehende Quartier auf die Gesamtgemeinde in Bezug auf Finanzen, Infrastruktur, Umwelt, und Verkehr auswirken werde, habe man teilweise abgehandelt. Eine konkrete Wirkungsanalyse sei aber noch nicht erstellt worden.