Golfsport

Im Kanton Solothurn gibt es viele talentierte Junggolfer

Der gebürtige Brite Richard Adby führt zusammen mit Jonas Hagert die Golfschule im Golfclub Wylihof in Luterbach.

Der gebürtige Brite Richard Adby führt zusammen mit Jonas Hagert die Golfschule im Golfclub Wylihof in Luterbach.

Das Golfspiel in der Schweiz hat sich verändert, was vor allem jungen Sportlern zugutekommt. Im Golfclub Wylihof beispielsweise spielen um die 100 Jugendliche.

Bereits 1567 erschütterte der wahrscheinlich weltweit erste Golfskandal Grossbritannien. So soll Maria Stuart der Legende nach, unmittelbar nach der Ermordung ihres Gatten Lord Darnley, eine Partie Golf gespielt haben. Mittlerweile ist das Golfspiel weniger dramatisch, aber noch immer beliebt. Momentan spielen auf der ganzen Welt rund 60 Millionen Menschen Golf.

Auch in der Region Solothurn wird die Sportart gepflegt. Seit 2008 führt der britische Golfprofi Richard Adby gemeinsam mit Jonas Hagert die Golfschule im Golfclub Wylihof in Luterbach. Der Engländer mit Jahrgang 1976, der heute in Wiedlisbach im Oberaargau wohnhaft ist, wollte in seiner Jugendzeit Golfprofi auf Tour werden, merkte aber 2001, dass dies finanziell nicht funktionierte. 

Deshalb startete er die PGA-(Professional Golf Association) Ausbildung und schloss diese als Nummer zwei von 300 Leuten ab. «2002 erhielt ich dann Offerten für Golflehrerstellen aus der ganzen Welt. Nachdem ich aber beim Golfclub Sempachersee ein Vorstellungsgespräch hatte, hatte ich mich in die Schweiz und ihre Landschaft verliebt.» 2008 eröffnete er dann die Golf Academy im Golfclub Wylihof. «Die Anlage ist eine der Top-fünf-Anlagen in der Schweiz, was für den Wechsel von Sempach hierher bestimmend war.»

Für die Golfschule arbeitet Adby aber nur die Hälfte seiner Zeit. Die andere Hälfte ist er für den Amateurverband der Schweiz tätig. Dort trainiert er das regionale Elite Team der jugendlichen Golfer von 12 bis 21 Jahren und begleitet auch die Schweizer Jugendnationalmannschaft.

«Wir haben im Allgemeinen viele sehr talentierte und interessierte, jugendliche Golfspieler in der Region und in der ganzen Schweiz», so Adby. Im Wylihof spielen ungefähr 100 Jugendliche bis 18 Jahre regelmässig Golf. Die jüngsten Golfer von fünf bis zehn Jahren treffen sich jeden Samstag als ‹Tiger Kids›. Davon haben nur etwa die Hälfte der Kinder auch aktive Eltern im Golfsport. «Die Kinder müssen bei uns keine Mitglieder sein oder Eltern haben, die Mitglieder sind, um ein Training zu besuchen. Wir wollen Jung und Alt die Möglichkeit geben, das Golfspiel mit möglichst wenig Hürden auszuprobieren und dann zu entscheiden, ob man weitermachen möchte.»

Wie sieht es denn mit den Klischees rund um den Golfsport aus? «Natürlich haben pensionierte Leute Zeit und spielen dementsprechend auch eher Golf als jüngere Leute», gibt Adby lachend zu. «Das liegt jedoch daran, dass Golf ein sehr zeitintensiver Sport ist und man nicht einfach nur 20 Minuten spielen gehen kann.» Wenn man sich umsieht, erkennt man aber, dass die Golfer weitaus durchmischter sind, als erwartet. Es tummeln sich nebst 60-jährigen Golfern auch 30-Jährige und mittwochs und samstags auch Jugendliche auf dem Golfplatz. Dass der Sport nur für Reiche sei, stimme nicht. «Klar, Mitgliedschaften sind eher teuer, aber das liegt daran, dass die Anlage und ihr Unterhalt enorm viel kosten. Aber die 18-Loch Greenfee, ähnlich einem Tagesticket, kostet gleich viel, wie ein Tagesbillett beim Skifahren.» Ebenso zahle man auch für die Ausrüstung nicht mehr, als für eine Skiausrüstung, sagt Adby.

Zum Spielen an Turnieren kommt der sympathische Engländer selber leider nicht mehr. «Ich habe im Dezember meine Frau Camilla, die aus Schweden stammt, geheiratet, im März Zwillinge bekommen und arbeite das ganze Jahr auf dem Golfplatz als Lehrer und als Junioren-Coach. Da hat man halt weniger Zeit für das eigene Spiel.» Er spiele aber, wenn die Zeit es zulässt, zweimal im Monat mit Freunden oder in den Ferien. «Ich spiele oft auch mit den Junioren mit. Es bringt ihnen am Ende mehr, zu sehen, was ich eigentlich genau meine, statt es nur zu hören.»

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