Fauna schützen
Im Inkwilersee droht Fischsterben – Kanton startet Notfallmassnahmen

Die Hitze der letzten Wochen, der abrupte Wetterwechsel am letzten Freitag sowie die verkürzte Sonnenscheindauer führten dazu, dass die Fische im Inkwilersee zu wenig Sauerstoff haben. Der Kanton hat Notfallmassnahmen eingeleitet.

Rahel Meier
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Das Problem mit Sauerstoff im Inkwilersee
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Der Inkwilersee ist nur viereinhalb Meter tief und reich an Algen.
Dutzende Fische verendeten in den letzten Woche wegen zu wenig Sauerstoff.
Schon 2010 kam es zum grossen Fischsterben Fischsterben am Inkwilersee. Rettungsrekrutenschul 75 aus Wangen a/A installiert zusaetzliche Wasserpumpen.

Das Problem mit Sauerstoff im Inkwilersee

AZ

Seit Jahren gibt es immer wieder kritische Situationen am Inkwilersee, die zu einem von blossem Auge sichtbaren Fischsterben führen können. Der See ist nur viereinhalb Meter tief und reich an Algen und wird von den Kantonen Solothurn und Bern kontinuierlich überwacht.

Nach einem Zwischenfall mit Chemikalien Ende Juli verendeten einige Dutzend Fische im Mündungsbereich des Etzikerkanals. In der Zwischenzeit konnten die schädlichen Stoffe abgepumpt werden und die kantonalen Behörden bestätigten, dass sich die Situation leicht beruhigt habe.

Das schlechte Wetter am Wochenende hat den Sauerstoffgehalt nun aber massiv – auf eine Sauerstoffkonzentration unter 1 mg/l. – sinken lassen. Zwar gab es Regen, aber weil die Sonne fehlte, produzierten die Pflanzen im See zu wenig Sauerstoff (siehe Kasten Photosynthese). Die Behörden des Kantons Solothurn haben deshalb am Sonntag Notfallmassnahmen eingeleitet, um die Fauna zu schützen.

Photosynthese

Die Photosynthese ist die Erzeugung von energiereichen Stoffen aus energieärmeren Stoffen mithilfe von Lichtenergie. Sie wird von Pflanzen, Algen und einigen Bakterien betrieben.

Man unterscheidet zwischen oxygener und anoxygener Photosynthese. Bei der oxygenen wird molekularer Sauerstoff (O2) erzeugt, bei der anoxygenen nicht.

Die oxygene Photosynthese ist der bedeutendste biogeochemische Prozess der Erde und auch einer der ältesten. Sie treibt durch die Bildung organischer Stoffe mittels Sonnenenergie direkt und indirekt nahezu alle bestehenden Ökosysteme an, da sie anderen Lebewesen energiereiche Baustoff- und Energiequellen liefert. Der erzeugte Sauerstoff selbst dient zur Energiegewinnung in der aeroben Atmung als Oxidationsmittel, so dass sich wegen der oxygenen Photosynthese höher entwickelte Lebensformen bilden konnten. (Quelle: Wikipedia)

Konkret heisst das, dass in einige der kleinen Buchten am Ufer Rückzugsräume für die aquatischen Lebewesen geschaffen werden, in dem Frischwasser zugeführt wird. Diese Notfallmassnahmen basieren auf einem Notfallkonzept, das seit 2011 besteht.

Noch ist die Gefahr für die Fische und die anderen Lebewesen im See nicht gebannt. Die jetzige Situation ist schon für schwächere Fische und Jungtiere tödlich. Verbessern sich die meteorologischen Bedingungen nicht, droht ein Fischsterben wie im Trockenjahr 2011, wie Philipp Staufer (Abteilungsleiter Abteilung Wasser beim kantonalen Amt für Umwelt) bestätigt. «Die Zufuhr von Frischwasser alleine, reicht auf die Dauer nicht aus, um den Sauerstoffgehalt im Inkwilersee zu verbessern.»

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