Altreu
Im Infozentrum Witi fühlt man sich als Wiesenbewohner

Das Infozentrum Witi in Altreu hat die neue Wechselausstellung zum Thema Wiesenwelten eröffnet. Auf originelle Art und Weise wird die Blumenwiese für Gross und Klein riechbar, hörbar und fühlbar gemacht.

Rahel Meier
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Vernissage Wiesenwelten Infozentrum Winti 14.04.17
11 Bilder
Wie die Wiese wohl klingt?
Für Kinder gibt es ein «Wiesen-Versteckis», ein Nest, in das sie sich zurückziehen können. Kein Grund für Erwachsene, das Versteck nicht auch auszuprobieren.
Auch gibt es für Kinder ein spezielles Memory. Eine Art Schatzsuche, die sie spielerisch durch die Ausstellung führt.
Markus Dietschi (Präsident Verein für üsi Witi) bei der Eröffnungsansprache: «Der Aufwand für die Präsentation hier bei uns war enorm.»
Roger Siegenthaler übergibt den Check von 20'000 Franken an Markus Dietschi.
Renate Gugelmann führt durch die Ausstellung.
Diese greift ein wichtiges Thema auf: Noch bis in die 1950-er-Jahre bestand die Hälfte der Schweizer Landwirtschaftsflächen aus Blumenwiesen. Dann setzten die Intensivierung der Landwirtschaft und der Gebrauch von Dünger ein. Die Folge: 90 Prozent der Blumenwiesen verschwanden.
Aufgezeigt wird im Rundgang auch die enge Verknüpfung der Blumenwiesen mit unserer eigenen Kulturgeschichte und der Entwicklung der Landwirtschaft.
«In einer Blumenwiese wimmelt es Tag und Nacht von Leben», steht auf einem der Plakate.
Die Ausstellung «Wiesenwelten» wird zwei Jahre lang in Altreu zu sehen sein.

Vernissage Wiesenwelten Infozentrum Winti 14.04.17

Hanspeter Bärtschi

Das Infozentrum Witi in Altreu hat sich in eine Blumenwiese verwandelt. Die Sonderausstellung, die am Donnerstagabend eröffnet wurde, befasst sich mit Blumenwiesen und den unzähligen Pflanzen- und Tierarten, die darin zu finden sind. «In einer Blumenwiese wimmelt es Tag und Nacht von Leben», so steht es auf einem der Plakate, die durch die Ausstellung leiten. Aufgezeigt wird auch die enge Verknüpfung der Blumenwiesen mit unserer eigenen Kulturgeschichte und der Entwicklung der Landwirtschaft.

Erst vor ungefähr 2500 Jahren erfand der Mensch die Sense. Damit war es ihm möglich, die natürliche Wiederbewaldung zu verhindern, indem er eine gerodete Fläche immer wieder mähen konnte. Zudem hielt der Mensch Tiere, die ebenfalls mithalfen, dass Lichtungen offen gehalten werden konnten. So wurde die Grundlage geschaffen, dass sich Blumenwiesen entwickeln konnten.

Noch bis in die 1950-er-Jahre bestand die Hälfte der Landwirtschaftsflächen der Schweiz aus Blumenwiesen. Dann setzten die Intensivierung der Landwirtschaft und der Gebrauch von Dünger ein. So verschwanden 90 Prozent der Blumenwiesen. Heute müssen die Landwirte von Gesetzes wegen wieder sogenannte Biodiversitätsförderflächen ausscheiden. Mit Bildern und Zahlenbeispielen wird aufgezeigt, welche Unterschiede es zwischen Blumenwiesen und Intensivwiesen gibt.

Grosse Vielfalt

In der Ausstellung im Infozentrum werden die verschiedenen Wiesentypen beschrieben: Fromentalwiesen, Feuchtwiesen, Alpiner Rasen, oder Magerwiesen beispielsweise. Eine ganze Ecke widmet sich dem «Parfüm» der Blumen. Dieses kann auch gerochen werden. Zudem wird erklärt, dass Blütendüfte als Kommunikationsmittel dienen. Tatsächlich locken die Pflanzen Insekten mithilfe ihrer Duftstoffe an, und sorgen so dafür, dass sie sich vermehren können. Pflanzen nützen Duftstoffe aber auch, um sich zu verteidigen, wenn Tiere in der Nähe sind, die sie fressen möchten.

Die Ausstellung «Wiesenwelten» wird zwei Jahre lang in Altreu zu sehen sein. «Der Aufwand für die Präsentation hier bei uns war enorm», erklärte Markus Dietschi (Präsident Verein für üsi Witi) an der Vernissage. Insgesamt 555 Arbeitsstunden hätten die Helfer investiert. Dietschi ist als Landwirt übrigens selbst in der Ausstellung präsent. In Interviews, die man sich in aller Ruhe anhören kann, kommen Landwirte aus der Region zu Wort. Für Kinder gibt es ein spezielles Memory, eine Schatzsuche, die sie spielerisch durch die Ausstellung führt, und ein Nest, in das sie sich zurückziehen können, wenn die Erwachsenen sich in aller Ruhe den Plakaten widmen möchten.

Storchenpaar brütet live

Als Letztes soll auch die Livecam erwähnt werden, die Bilder aus dem Horst auf dem Dach des Witizentrums überträgt. Fünf Eier hat das Storchenpaar, das darin brütet, gelegt. Bleibt das Wetter gut, können hoffentlich schon bald kleine Störche im Nest beobachtet werden. Dietschi bedankte sich bei den Horstbesitzern aus Altreu, die zur Vernissage eingeladen wurden. Es sei nicht selbstverständlich, dass sie die Vögel auf ihren Dächern dulden.

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