Derendingen

Im Herzen des Dorfes: Häuser an der Hauptstrasse müssen Neubauprojekt weichen

in Derendingen werden die Gebäude an der Hauptstrasse 13, 15 und 17 abgerissen. Schon bald sollen dort zwei Mehrfamilienhäuser gebaut werden.

Schon heute findet der Spatenstich für die neue Überbauung statt – das «Projekt Silbergarten». Zwei Bauten werden neu erstellt. Im einen Haus findet eine Gemeinschafts-Arztpraxis Platz, im anderen wird Denner einziehen. Dazu werden 23 hindernisfreie Wohnungen erstellt, die sich auch als Seniorenwohnungen eignen.

Häuser, die abgerissen werden, haben meist eine Geschichte zu erzählen. So ist es auch mit einem der drei Gebäude: Dem Haus mit der Nummer 17, das dem Konsumverein gehörte. Viele Jahre lang wurde darin ein kleiner Laden betrieben. 2014 wurde der Konsumverein an seiner 125. Generalversammlung aufgelöst. Als Liquidator wurde damals Peter Ursprung eingesetzt. Mit der Auflösung des Vereins habe man auch die beiden Häuser, die dem Verein noch gehörten, verkauft. Der Konsumverein hatte laut Ursprung mehrere kleine Läden betrieben. «Aber irgendwann kamen die grossen Supermärkte ins Dorf und da waren die kleinen Ladenlokale nicht mehr gefragt.» Der Konsumverein habe seine Gebäude daraufhin anderweitig vermietet.

Lange Zeit das Zuhause einer ganzen Familie

Über 20 Jahre war das Haus mit der Nummer 17 darum das Zuhause von Therese und Giorgio Benelli-Müller. Sie ist in Derendingen aufgewachsen, ihr Ehemann kam vor 58 Jahren ins Dorf. Benellis haben ihre Töchter an der Hauptstrasse aufgezogen und vermissen die Wohnung sogar heute noch manchmal, wie sie in einem Telefon- gespräch bestätigen. «Die Wohnung war grosszügig, und wir hatten viel Platz. Dazu kam die schöne grosse Terrasse, auf der wir mehr als einmal ein Fest gefeiert haben.» Er habe viel im Haus selbst renoviert, fügt Giorgio Benelli an. Das Material habe der Konsumverein zur Verfügung gestellt.

Wie es früher war, bleibt in Erinnerung

Therese Benelli erinnert sich zudem noch an die Zeiten, in denen der Konsumverein den Laden im Haus betrieben hat. «Meine Tante war dort viele Jahre Verkäuferin.» Fortgezogen sind Benellis vor knapp 20 Jahren, weil die Hauptstrasse immer mehr zu einer Hauptverkehrsachse wurde und der Lärm demzufolge ebenfalls zunahm. «Wir konnten am Schluss die Fenster wegen des Lärms nicht mehr aufmachen», erinnert sich Giorgio Benelli.

Benellis sind seit Beginn der Coronakrise kaum mehr aus dem Haus gegangen. Darum haben sie auch nicht gesehen, dass das Haus abgerissen wird. «Es ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Wir behalten das Haus und die Wohnung lieber in Erinnerung, wie es früher war», meinen die beiden.

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