Flumenthal
Im Gemeinderat sind zwei Sitze frei, aber «das Interesse ist gleich null»

Gemeinderat und Kommissionen in Flumenthal sind seit längerem unterbesetzt. Statt fünf gibt es momentan nur drei Gemeinderäte. Deshalb werden die beiden restlichen Sitze ausgeschrieben. Doch Interessierte dafür scheint es bis jetzt nicht zu geben.

Urs Byland
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Flumenthal findet zu wenig Personal, um die Ämter zu besetzen.

Flumenthal findet zu wenig Personal, um die Ämter zu besetzen.

Hanspeter Bärtschi

Der Gemeinderat in Flumenthal amtet seit längerer Zeit in Teilbesetzung. Statt deren fünf teilen sich mit Gemeindepräsident Christoph Heiniger (FDP), Vizegemeindepräsident Markus Zubler (FDP) und Gemeinderätin Nathalie Stampfli (SP) drei Personen die Aufgaben.

«Das ist auf die Dauer belastend. Wir wollen nicht unbedingt den Gemeinderat nur zu dritt bis zum Legislaturende führen», erklärt der Gemeindepräsident. Zumal auch in den Kommissionen Sitze nicht mehr besetzt werden können.

Nun werden die zwei vakanten Sitze ausgeschrieben. «Dazu sind wir auch gesetzlich verpflichtet.»

Nach dem Ausscheiden von den 2013 ebenfalls in stiller Wahl gewählten Marianne Würsch (Ex-Kantonsrätin) und Daniel Porta wäre es eigentlich an der FDP gewesen, entweder Ersatzgemeinderäte nachrutschen zu lassen oder neue Kandidaten zu nominieren. Die Ersatzgemeinderätin winkte aber ab.

«Die FDP erhielt von der Verwaltung einen Termin bis Ende August, um Kandidaten zu suchen. Wir haben wirklich alles unternommen, aber niemanden finden können», berichtet Heiniger. Nach dieser Frist wurden auch noch andere Einwohner angefragt. «Wir könnten auch mit Parteilosen leben, aber das Interesse war gleich null.»

Also habe auch das Amt für Gemeinden empfohlen, einen Wahlgang auszuschreiben. Dieser setzt die Frist für Anmeldungen auf den Montag, 19. Oktober, 17 Uhr fest. Ein allfälliger Wahlgang findet am 29. November statt, ein zweiter Wahlgang würde am 28. Februar durchgeführt.

Doch nur schon ein ordentlicher Wahlgang bleibt wahrscheinlich ein Traum. «Melden sich eine oder zwei Kandidatinnen oder Kandidaten, kommt es zu einer stillen Wahl. Ein Wahlgang wäre nicht nötig. Diesen braucht es nur bei mehr als zwei Anmeldungen.»

Ohne Anmeldung will der bestehende Gemeinderat, laut Gemeindepräsident, bis Ende Legislatur weitermachen. Finden sich dann auch zu wenig Kandidaten, könnte das Thema Fusion wieder aufs Tapet kommen.

«Die Gemeindeversammlung hat sich seinerzeit, als wir eine tiefere Zusammenarbeit mit Hubersdorf zur Diskussion gestellt haben, klar dagegen ausgesprochen. Wir wollen, solange es geht, unabhängig bleiben und die Gemeindeautonomie nicht aufgeben. Wir haben keinen Plan B.»

Ein Plan B könnte aber sehr wohl die Verkleinerung des Gemeinderates von aktuell 5 auf 3 Mitglieder sein. Diesbezüglich seien erste Erwägungen gemacht worden, berichtet ein Flumenthaler.

«Konstruktive Stimmung im Rat»

Die Chancen, Kandidatinnen und Kandidaten für die Ersatzwahl zu finden, sind klein. «Ich habe bis jetzt keine Kenntnis von Anmeldungen oder von Personen, die sich für das Amt interessieren», sagt Heiniger. Bisher lag es primär an der FDP, Kandidaten zu suchen, obwohl der Gemeindepräsident betont: «Ich glaube, ich darf sagen, dass wir hier nicht parteipolitisch, sondern sachbezogen das Amt führen.»

Gemeinderätin Nathalie Stampfli bestätigt diese Einschätzung. «Die Arbeit im Gemeinderat ist sehr interessant. Wir haben eine konstruktive Stimmung.» Dies berichte sie auch immer im Alltag in Gesprächen. «Die Ersatzwahl ist ein wichtiges Thema in den Diskussionen. Ich erkläre immer gerne, wie der Gemeinderat seine Arbeit bewältigt.» Bisher ist die SP aber nicht offiziell auf Kandidatensuche gegangen.

Das haben aber Toni Galliker und Josef Schreiber gemacht. Sie haben ein Flugblatt in alle Haushaltungen verteilt. Toni Galliker war zwei Amtsperioden lang Gemeinderat für die CVP und wirkt heute noch in Kommissionen mit. «Uns ist es wichtig, dass der Gemeinderat wieder in Vollbesetzung amten kann. Deshalb möchten wie alle Flumenthalerinnen und Flumenthaler sensibilisieren.»

Auch Nichtparteimitglieder sollen sich bei Interesse melden. «Das Spektrum soll geöffnet werden. Wir haben viele gute Leute in Flumenthal. Sie sollen aufgerüttelt werden.» Rückmeldungen habe er aber bisher noch nicht erhalten.

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