Einsiedelei
Im gefluteten Restaurant laufen Aufräumarbeiten auf Hochtouren

Letzten Freitag setzte die Kraft der Natur dem Restaurantbetrieb von Wirt Franz Aerni urplötzlich ein Ende. Die Wassermassen des angestiegenen Verenabachs überfluteten und zerstörten die gesamte Einrichtung. Die Aufräumarbeiten laufen.

Lorin Messerli
Merken
Drucken
Teilen
Das malerische Bild täuscht. Kaum vorstellbar, dass dieses Bächlein einen grossen Schaden angerichtet hat.
9 Bilder
Keine Gäste zu sehen. Der Eingangsbereich des Restaurants Einsiedelei ist abgesperrt.
Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gang. Das sieht man schon draussen. Diverse Kabel liegen herum.
Zeugen der Überschwemmung. Die Tische sind mit Treibgut bedeckt
Franz Aerni ist voll beschäftigt mit den Aufräumarbeiten
Restaurant Einsiedelei Rüttenen Wasserschaden Aufräumarbeiten
Die Stühle wurden auf die Tische gestellt.
So hat man Platz für die diversen Putzgeräte
Schumriges Licht und feuchter Boden

Das malerische Bild täuscht. Kaum vorstellbar, dass dieses Bächlein einen grossen Schaden angerichtet hat.

Lorin Messerli

Es ist ein trauriger Anblick. Im Restaurant Einsiedelei ist nichts mehr, wie es vorher war. Der Speisesaal ist komplett leergeräumt. Im Eingangsbereich stehen dutzende Tische, die Stühle sind daraufgestellt. Diverse Kabel von Putzmaschinen schlängeln sich durch die Räume. Im schummrigen Licht muss man aufpassen, dass man nicht darüber stolpert. Alles ist nass und dreckig. Weit und breit sind keine Gäste zu sehen.

Trotzdem läuft etwas. Wirt Franz Aerni telefoniert und man hört neben quietschenden Schuhen das Geräusch von Wasserabsaugern. Der angrenzende Verenabach plätschert ruhig vor sich hin. Im Nachhinein ist kaum vorstellbar, dass er die Schäden verursacht haben soll.

Die heftigen Regenfälle in den letzten Tagen führten zu einem stetig wachsenden Anstieg der Wassermenge. «Der Höhepunkt wurde am letzten Freitag erreicht», berichtet der Wirt. Da wurde aus dem Rinnsal in der Verenaschlucht ein reissender Bach. Das Wasser bahnte sich seinen eigenen Weg - mitten durch das Restaurant Einsiedelei. «Es blieb kaum Zeit, die Einrichtung in Sicherheit zu bringen. Auch die gerade speisenden Gäste wurden überrascht», erinnert sich Aerni zurück. Bitter: an jenem Abend feierte er mit Gästen das 37-Jahr-Jubiläum.

Aufräumarbeiten sind in vollem Gang

Der Verenabach hat nun seine Kraft wieder verloren, die Wassermassen sind abgezogen. Was bleibt ist der Schaden.

Der Wirt wirkt bedrückt. Wann die Gäste wieder bedient werden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. «Wir haben Holzböden und wissen nicht, was darunter ist.» Trotzdem bleibt er zuversichtlich und blickt optimistisch in die ungewisse Zukunft. Franz Aerni möchte sein Lebenswerk auf keinen Fall verlieren. «Alle Gäste sind beeindruckt von diesem Restaurant, es wäre schade, wenn es nicht mehr weiterginge.» Aus diesem Grund setze er momentan alles daran, den Betrieb wieder in Gang zu setzen.

Glücklicherweise werden die Kosten von der Versicherung übernommen. Dies sei ein kleiner Lichtblick. Zudem haben viele Stammkunden ihr Mitgefühl ausgedrückt, was Franz Aerni sehr freut. «Ich kann das gar nicht beschreiben. Ich hätte nie erwartet, dass die Leute so viel Verständnis zeigen und helfen wollen.» Je nach Verlauf der Aufräumarbeiten kann das Restaurant schon Ende Monat wieder seine Pforten öffnen. Alle packen mit an. Es wird fleissig geputzt und geschrubbt.