Zuchwil/Derendingen
Im Frühling verlassen die Tennisspieler das Widi: Jetzt müssen sie nach Derendingen

Der Gemeinderat will dem Tennisclub Zuchwil 265'000 Franken für die Fusion mit dem TC Derendingen geben.

Urs Byland
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Die neue Heimat der Zuchwiler Tennisspieler: die Anlage des Tennisclubs Derendingen.

Die neue Heimat der Zuchwiler Tennisspieler: die Anlage des Tennisclubs Derendingen.

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Der Tennisclub Widi, der seine Heimat verlassen muss, eben das Widi, hat eine neue Heimat gefunden – in Derendingen. Dass die lange Suche von Erfolg gekrönt sein soll, ist nicht selbstverständlich und hat möglicherweise mit dazu beigetragen, dass der Gemeinderat das Portemonnaie etwas weiter öffnete, als ursprünglich beschlossen. Der letzte Auftrag an den Tennisklub lautete, dieser soll einen konkreten Vorschlag auf den Tisch bringen. Der Gemeinderat genehmigte dazu einen Kostenrahmen von 150'000 bis 200'000 Franken «für den Einkauf in einen freizuwählenden regionalen Tennisklub». Nun sollen es also mit dem Einkauf beim Tennisclub Derendingen 265'000 Franken werden.

Das ist aber immer noch ein Stück weit von der ersten Schätzung entfernt. Als der Widi-Verkauf für 6,6 Mio. Franken an die Swiss Prime Anlagestiftung diskutiert wurde und dem Tennisklub die Übernahme der Kosten für einen Realersatz zugesichert wurde, schätzte der Präsident des Tennisklubs, Hans Lüthi, dass wohl 350'000 Franken für eine neue Heimat benötigt ­würden.

Die beiden Klubs haben eine vergleichbare Grösse

Der erste Versuch, ein Zusammenschluss mit dem nahen Sportclub Scintilla, war nicht von Erfolg gekrönt. Nach dem Grundsatzentscheid im Gemeinderat verhandelte der Tennisklub mit zwei regionalen Tennisklubs und entschied sich für den Klub in Derendingen. Die Generalversammlungen beider Klubs haben den Zusammenschluss genehmigt. Die beiden Clubs haben eine vergleichbare Grösse. Derendingen hat 97 Mitglieder, Zuchwil deren 84. Der Derendinger Klub wurde 1931 gegründet und hat mit Michael Vescovi einen Zuchwiler Präsidenten.

Eine Voraussetzung für den Zusammenschluss ist die finanzielle Absicherung, dass die Qualität der Tennisanlage auch noch in 10 Jahren garantiert ist. Ohne Zusammenschluss hätten die Derendinger einen wesentlich tieferen Finanzierungsbedarf, weil diese Absicherung nicht notwendig wäre.

Mitgliederbeiträge der Zuchler eingefroren

Laut Gemeindepräsident hat sich der Einkaufsbetrag aber vor allem deshalb erhöht, weil der meist tiefere Klubbeitrag der Mitglieder des Tennisclubs Zuchwil für die nächsten zehn Jahre nicht angetastet werden soll. Wichtig ist deshalb dem Gemeindepräsidenten Stefan Hug und dem Gemeinderat, dass mit dieser Einkaufssumme per Saldo alle Ansprüche des Tennisclubs Zuchwil gedeckt sind.

Der Realersatz wird dem Souverän an der Gemeindeversammlung mit dem Budget 2021 vorgelegt. Anschliessend soll die Vereinsauflösung des Tennisclubs Widi und danach die Gründungsversammlung des neuen Tennisklubs stattfinden. Ab zirka Mitte April kann auf der Anlage in Derendingen Tennis gespielt werden. Der Name des neuen Klubs lautet Tennisclub Derendingen-Zuchwil.

Traglufthalle ist (noch) nicht kostendeckend

Die Traglufthalle über dem Aussenschwimmbecken im Sportzentrum Zuchwil hat das erste Geschäftsjahr hinter sich. Der laut Gemeindepräsident mutige Schritt nach vorne habe sich in Bezug auf die Benutzung gelohnt. «Die Investition wird gebraucht und darf daher als erfolgreich bezeichnet werden.» Finanziell hapert es aber mit den erhofften Beiträgen von den Gemeinden der Region. Wohl konnten einmalige Investitionsbeiträge (Solothurn, Luterbach und Regio Energie) gewonnen werden sowie Gemeinden, die in den kommenden 10 Jahren die Traglufthalle mit Betriebsbeiträgen unterstützen. Aber es reicht nicht. «Wir waren etwas blauäugig. Der erhoffte Franken von jedem Einwohner der Region ist nur teilweise da.» Der Betrieb im vergangenen Jahr kostete 239'000 Franken. Die Einnahmen lagen bei 200'000 Franken. Das hätte eigentlich gereicht für die im Budget vorgesehenen Ausgaben von 198'000 Franken, aber hier hat Corona die Rechnung verteuert. Schon im Budget ging man von einem Minus aus, denn man rechnete nur mit 150'000 Franken Einnahmen. Das Defizit beträgt nun 39'000 statt budgetierte 48'000 Franken.

Die Beiträge aus den umliegenden Gemeinden wandern in einen Fonds für Defizitdeckung und Refinanzierung der Traglufthalle nach Ablauf der Lebensdauer (10 bis 12 Jahre). Das Betriebsdefizit wird nun mit Geldern aus diesem Fonds (Stand aktuell: 87800 Franken) gedeckt. Die erhoffte Äufnung des Fonds um jährlich 60'000 Franken als Reserve für die Erneuerung der Halle ist damit (bereits) im ersten Jahr nicht aufgegangen.

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