Günsberg
Im Einsatz gegen Waldbrand: Alleine der Feuerwehrsold kostet über 10'000 Franken

Nach dem Waldbrand oberhalb von Günsberg ist die Haftungsfrage noch offen. Teuer wird der Einsatz auf jeden Fall. Alleine der Sold für die Angehörige der Feuerwehr Günsberg liegen bei 10'000 Franken. Dazu kommen noch die anderen Feuerwehrleute.

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Ein Teil der Feuerwehrleute stehen am Montag unterhalb des Niederwiler Stierenbergs. (Archiv)

Ein Teil der Feuerwehrleute stehen am Montag unterhalb des Niederwiler Stierenbergs. (Archiv)

Christof Gerber/TeleM1

Über den Sachschaden nach dem Waldbrand oberhalb von Günsberg ist noch nichts bekannt. Da vor allem Gras und einige Wurzelstöcke brannten, dürfte dieser nicht sehr gross sein. Riesig war aber der personelle Aufwand: Insgesamt 80 Feuerwehrleute waren am Sonntag und Montag im Einsatz, um das Feuer, welches durch fliegende Glut aus einer Feuerstelle ausgelöst wurde, zu löschen.

Sie haben lange gearbeitet. Georgette Flury, Kommandantin der Feuerwehr Günsberg hat zusammengezählt. «Ich bin auf 560 Einsatzstunden gekommen», führt sie gegenüber «TeleM1» aus. Hinzukommen würden noch einmal 60 Stunden für die Retablierung. «Insgesamt liegen die Kosten für uns soldmässig bei 10'000 Franken», so Flury.

Bei diesem Betrag sind aber die Löhne für die Feuerwehrleute der unterstützenden Feuerwehren und für den Einsatz des Helikopters am Sonntag noch nicht einberechnet. So kommen schlussendlich bestimmt mehrere 10'000 Franken zusammen.

Der Verursacher des Waldbrandes im Gebiet zwischen dem «Hofbergli» und dem «Niederwiler Stierenberg» wurde wegen fahrlässigem Verursachen einer Feuersbrunst angezeigt. Die Staatsanwaltschaft entscheidet nun darüber, ob sie ein Verfahren eröffnet und allenfalls Anklage erhebt.

Eine wichtige Frage wird sein: Haben die brätelnden Personen voraussehen können, was passiert? «Von dem wird in diesem Fall vieles abhängen, sogar ob sie zahlen müssen oder ob sie strafbar sind», so Rechtsexperte Kenad Melunovic gegenüber dem Regionalfernsehen. Er erwartet höchstens eine Geldstrafe, weil der Brand vergleichsweise harmlos war.

Kommen denn die Versicherer für den Schaden auf? Grundsätzlich sei in solchen Fällen der Versicherte durch die Privathaftpflicht gedeckt, meldet der Versicherer Zurich. Dabei komme es jedoch klar auf den konkreten Fall an, heisst es auch bei den anderen angefragten Versicherern. «Das kommt auf den Untersuchungsbericht zum Brand, respektive auf den konkreten Sachverhalt im Einzelfall drauf an», so Mobiliar-Mediensprecherin Leilah Ruppen auf Anfrage. Bei Personen, die für den Brand haftbar gemacht werden können, übernehme die Privathaftpflichtversicherung den Schaden, welcher unmittelbar durch den Brand verursacht wurde. Aber nur sofern nicht ein absichtliches oder grobfahrlässiges Verhalten vorliege. «Ist dies der Fall, kann die Versicherung die Leistungen kürzen oder gar verweigern», so Ruppen.

Entsteht ein Feuer wegen eines gewissen Mangels an Aufmerksamkeit oder Vorsicht, würde die Versicherung die Kosten also übernehmen. Wenn man dagegen die Feuerstelle verlässt, gilt dies als grobfahrlässig. «Da Schäden im Zusammenhang mit vorsätzlich begangenen oder versuchten Vergehen und Verbrechen nicht versichert sind», bestehe keine Deckung über die Privathaftpflichtversicherung, lässt auch die AXA Winterthur verlauten. (ldu)

Waldbrand ob Günsberg
8 Bilder
Die Feuerwehrleute hatten mit dem unzugänglichen Gelände zu kämpfen.
Ohne Löschhelikopter konnten die Flammen nicht unter Kontrolle gebracht werden.
Ein Feuerwehrmann im betroffenen Gebiet
Der Rauch war am Sonntag von weither zu sehen.

Waldbrand ob Günsberg

Ulrich Flück

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