Etziken

Im Dorfzentrum wird künftig höher und dichter gebaut

Der Gemeinde Etziken wird mit Nachdruck empfohlen, die Entwicklung der Wohnzonen genauer zu analysieren.

Der Gemeinde Etziken wird mit Nachdruck empfohlen, die Entwicklung der Wohnzonen genauer zu analysieren.

In Etziken sieht die revidierte Ortsplanung vor, den Dorfkern zu verdichten. Entlang der Luzernstrasse sollen künftig Mehrfamilienhäuser gebaut werden.

In Etziken sind heute grosse Flächen Bauzone blockiert, weil die Eigentümer sie nicht selber bebauen oder verkaufen möchten. In der Revision der Ortsplanung, die vor rund einem Jahr zur Genehmigung beim Regierungsrat eingereicht wurde, legen die Etziker Behörden den Fokus deshalb auf die Baulandmobilisierung. Zudem soll der Ortskern weiter verdichtet werden. Eine Nachverdichtung wird durch die Umzonung der heutigen Wohnzone W2a in eine neue Kernzone Erhaltung angestrebt.

Vorgesehen ist die Umzonung entlang der Luzernstrasse und zwar im Bereich zwischen dem Restaurant zum Schütz und der ehemaligen Chäsi. In dieser Zone ist die Überbauungsziffer künftig höher und es sind lediglich Mehrfamilienhäuser zugelassen. Die Rahmenbedingungen für die höhere Verdichtung werden durch eine höhere Nutzungsziffer verbessert. Als Anreiz zur Nachverdichtung wird zudem die Möglichkeit einer zusätzlichen Wohneinheit als Bonus auf die Nutzungsziffer angeboten. Künftig sind hier auch Gewerbenutzungen zulässig.

Entwicklung gezielt steuern

Der Regierungsrat begrüsste diese Massnahmen in seiner Genehmigung grundsätzlich. Er macht aber darauf aufmerksam, dass mit dem pauschalen Öffnen der Möglichkeiten die qualitative Umsetzung nicht gewährleistet sei. «Das Amt für Raumplanung empfiehlt der Einwohnergemeinde daher, im Rahmen der Baubewilligungsverfahren ein spezielles Augenmerk auf die Einhaltung der Zonenvorschriften zur Kernzone Erhaltung zu legen.»

Der Regierungsrat würdigt in seiner Genehmigung die von der Gemeinde gesetzten Prioritäten unterschiedlich. Die Bauzonengrösse werde insgesamt leicht reduziert, durch Umlegung könne Bauland verfügbar gemacht werden. Zudem werde die Verfügbarkeit mit Bauverpflichtungen für die grösseren Areale nachhaltig verbessert.

Qualität ist wichtig

Der Regierungsrat macht aber darauf aufmerksam, dass zu wenig Gewicht auf eine bessere Nutzung der unbebauten Bauzonen und die Siedlungsqualität gelegt werde. Die generelle Qualitätssicherung im Baugebiet gewinne zunehmend an Bedeutung, und sie dürfe nicht einfach zufällig geschehen. Ohne ergänzende qualitative Bestimmungen insbesondere in der Wohnzone bestehe die Gefahr, dass sich die Siedlungsstruktur negativ entwickle. Es bestehe deshalb Bedarf für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Ort.

Der Gemeinde Etziken wird mit Nachdruck empfohlen, die Entwicklung der Wohnzonen genauer zu analysieren. Dabei sollten Qualitäten, Schwachstellen, Potenziale und Rahmenbedingungen ermittelt werden und eine Vision für das angestrebte Zentrum entstehen. Basierend auf dieser Analyse könnten die Anforderungen an die Qualität geschärft und räumlich verortet werden.

Der Regierungsrat gibt aber auch zu, dass die Anforderungen an Ortsplanungen betreffend Auseinandersetzung mit Fragen der Dichte und der Siedlungsqualität zum Zeitpunkt der Vorprüfung noch unbestimmt waren. Dies mache das Fehlen der entsprechenden Erläuterungen im Raumplanungsbericht zumindest teilweise erklärbar.

Gegen den Regierungsratsbeschluss wurde innerhalb der zehntägigen Frist keine Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht. Die Ortsplanung ist damit genehmigt.

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