Die Gemeindebehörden kennen die örtlichen Verhältnisse in ihrem Dorf sehr wohl. Dies geht aus dem Urteil des Bundesgerichts zur neu geplanten Buslinie in Lommiswil hervor. Bereits Ende Juli waren die Anwohner der Geissfluestrasse, wohin der Busbetrieb Solothurn und Umgebung BSU seine Linie 2 neu führen will, vor Bundesgericht abgeblitzt.

Die am Mittwoch veröffentlichte Urteilsbegründung hält fest, dass der Gemeinderat seine Kompetenzen nicht überschritt, als er den Weg durch die Geissfluestrasse für den öffentlichen Verkehr freimachte. Damit der Bus im oberen Dorfteil wenden kann, muss er durch die Quartierstrasse fahren.

Die Anwohner monierten die zu geringe Breite. Zudem fürchten sie sich vor Lärm und Abgasen sowie um die Sicherheit. Das Verwaltungsgericht stützte allerdings den Gemeinderat, worauf Anwohner vor Bundesgericht zogen. Es liege im Ermessen der Gemeinde, dass sie der besseren Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr ein höheres Interesse beimisst als den Anliegen der Beschwerdeführer, so die Richter in Lausanne. Die Gemeinde habe ihren Spielraum nicht überschritten. Auch sei gerechtfertigt, dass die Beschwerdeführer der Gemeinde eine Parteikostenentschädigung zahlen müssen.

Damit steht der Verlängerung der Linie 2 nichts mehr im Weg. Inzwischen hat der Gemeinderat den Standort für die Bushaltestelle «Im Holz» definiert. Diese wird vor der Liegenschaft Geissfluestrasse 5 eingerichtet. Dort wird es sieben Abfahrten täglich geben, der Bus hält jeweils für rund eine Viertelstunde.

Weil der BSU eine Gesamtüberprüfung seiner Linien vornimmt, sei diese Haltestelle aber erst provisorisch, so der Verkehrsbeauftragte Ueli Custer. Dazu brauche es eine Tafel und eine Bodenmarkierung. Die definitive Haltestelle komme dann wohl einige Meter weiter in Richtung Bahnübergang auf Bürgerland zu liegen. (crs)