Noch im Frühjahr drohte das Chlöpfibeerimoos zu verwalden. Der Einsatz der Zivis und frühere Massnahmen haben das Schlimmste verhindert. Die Zivis stehen unter der Leitung von Fabian Meier, Umweltfachmann und Landschaftsgärtner vom Verein Naturnetz. Den Auftrag, das Verschwinden des einzigen Hochmoors im Kanton Solothurn zu verhindern, erteilte die Abteilung Natur und Landschaft vom Amt für Raumplanung.

Unterstützt wird das Ganze zusätzlich finanziell von Pro Natura.
Im März wurden Erlen, Birken und Fichten mithilfe einer seilbahnähnlichen Einrichtung abtransportiert (wir berichteten). Jetzt werden die Wurzelstücke und die kleinen, bereits nachgewachsenen Bäume entfernt. Zuvor hat die Integrationsklasse der gewerblich-industriellen Berufsfachschule Solothurn liegen gebliebene Äste aufgelesen.

Jonas Lüthy, der für die Betreuung der kantonalen Naturreservate zuständig ist, zeigt anhand der bis zu 50-jährigen Wurzelstöcke, wie weit der Wald vor den Arbeiten bereits vorgerückt war. «Wir haben im letzten Moment reagiert», erklärt er. Die Vegetation hat bereits auf die Massnahmen reagiert, der kahle Boden der Schlagfläche ist mit Pfeifengras und Seggen bewachsen. Die drei Wochen dauernde Nachbearbeitungsphase ist deshalb wichtig, weil vor allem Erlen sehr schnell wieder ausschlagen, und man ohne Gegenmassnahmen schnell wieder am Ausgangspunkt angekommen wäre. Einzig einige Moorbirken hat man stehen lassen, weil diese einen Bestandteil der natürlichen Umgebung bilden.

Günstige Lösung mit den Zivis

Den Erhalt des Hochmoors erachtet Lüthy als sehr wichtig. «Das Hochmoor ist im ganzen Kanton einmalig. Über 20 seltene Pflanzenarten kann man hier finden.» Verantwortlich für die aktuellen Arbeiten ist der Zürcher Verein Naturnetz, der mit Zivildienstleistenden zusammen im Bereich des praktischen Naturschutzes arbeitet. Aber auch Aufwertungs- und Pflegeprojekte werden von ihm durchgeführt. Zu einer Zusammenarbeit kam es, weil Naturnetz sich in Zukunft unter anderem stärker in Richtung Nordwestschweiz orientieren will, weshalb sich Fabian Meier mit dem Amt für Raumplanung in Verbindung setzte. «Ohne die Zusammenarbeit mit Naturnetz und der kostengünstige Einsatz der Zivis wären die jetzigen Arbeiten im Moor nicht möglich», betont Jonas Lüthy.

Auch Verschilfung droht

Ein weiteres Problem im Hochmoor ist die Verschilfung. Dagegen etwas zu unternehmen, sei allerdings schwierig und grösstenteils nur Symptombekämpfung. Um nicht auf der Stelle zu treten, sei es wichtig, gegen die Ursachen vorzugehen.

Daher wurde im Auftrag der Abteilung Natur und Landschaft eine Studie des Wasserhaushalts durchgeführt. Schuld an den Problemen im Hochmoor sind laut Lüthy die Menschen, die das natürliche Gleichgewicht gestört haben. «Nun kommen wir nicht darum herum, immer wieder einzugreifen.» Die Absenkung des Seespiegels in den Vierzigerjahren und Drainagen zur Trockenlegung von Böden haben zu der ungünstigen Entwicklung beigetragen. Sie bringen Nährstoffe ins Moor und begünstigen das Wachstum von nicht ursprünglich ansässigen Pflanzen wie beispielsweise dem Schilf. Laut Lüthy ist man momentan mit dem Kanton Bern, Mitbesitzer des Chlöpfibeerimoos, im Gespräch, um gegen diese Probleme angehen zu können.

Nach Abschluss der Arbeiten möchte das Amt für Raumplanung das Bewusstsein in der Bevölkerung für den Wert des Moores stärken und plant den Bau einer Besucherplattform. Von dieser Plattform aus könnten Interessierte das Gebiet überblicken und sich informieren.