«Der Bucheggberg ist bekannt für seine schöne Landschaft und die stattlichen Bauernhäuser. Weniger geläufig ist, dass er auch über eine starke wirtschaftliche Kraft mit vielfältigen kleinen und mittleren Betrieben verfügt», sagte Ruedi Meister an der Generalversammlung des Bucheggbergischen Gewerbevereins in Mühledorf. Aus diesem Grund würde es der Präsident schätzen, wenn die Bucheggberger Betriebe im 2017 nach fünf Jahren wieder eine Gewerbeausstellung auf die Beine stellten.

Er ist sich bewusst, dass eine solche Ausstellung einen grossen Aufwand bedeutet, sieht sie jedoch als Chance, das regionale Gewerbe einem breiten Publikum bekannt zu machen. Die rund 40 anwesenden Gewerbler und Gewerblerinnen schienen sich gedanklich noch nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt zu haben, mochten sie doch noch gar nicht darüber diskutieren. Ein Votant schlug vor, per Mail die Meinung aller Mitglieder einzuholen, und den Entscheid für oder gegen die Durchführung von der Haltung der Betriebe abhängig zu machen. Er würde es bedauern, wenn die Ausstellung mangels Anmeldungen abgesagt werden müsste, wie es andernorts passiert ist.   

Politisches Engagement ist wichtig

Ruedi Meister legte den Anwesenden nahe, sich politisch zu engagieren. Wenn nicht durch das Ausüben eines politischen Amtes, dann mindestens durch Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen. Ebenso regte er an, Leute im Bekanntenkreis dazu zu animieren, gewerbefreundliche Vertreter in den Nationalrat zu wählen.

Für die Abstimmung im Juni empfiehlt er ein Nein für die Erbschaftssteuer sowie für das neue Radio- und Fernsehgesetz. «Die Erbschaftssteuer trifft die KMU mitten ins Herz», prophezeite er. Müssten bei einer Geschäftsübergabe innerhalb der Familie dem Staat 20 Prozent abgegeben werden, könnte das für einige Unternehmen das Aus bedeuten, befürchtete er. Beim Radio- und Fernsehgesetz kritisierte er die Doppelbesteuerung der Betriebe einerseits und der Mitarbeitenden andererseits.

Handwerk und Kunst

Erfolgreiche Anlässe, die auf dem letztjährigen Programm standen, sind dieses Jahr wieder geplant. So die Lehrstellenbörse oder der Lehrabgänger-Event. Gespannt sein darf man auf das Projekt «Handwerk trifft Kunst», das der Verein zusammen mit dem Schnottwiler Künstler Marc Reist durchführen wird. Der Präsident freute sich, dass der Verein unter dem Strich um ein Mitglied reicher geworden ist: Fünf Austritten stehen sechs Neueintritte gegenüber. Die Rechnung schliesst mit einem Gewinn von 568 Franken ab.

Selbstbewusstsein stärken

Als Vertreterin des Schweizerischen Gewerbeverbandes lobte Christine Davatz das Engagement der Bucheggberger Betriebe für die Aus- und Weiterbildung. Als Präsidentin der KMU Frauen Schweiz machte sie zudem auf den «eidgenössischen Fachausweis als Unternehmensführerin KMU» aufmerksam. Diesen können Frauen in einem Familien-KMU erlangen, ohne die Schulbank zu drücken. Mit einem solchen Ausweis würden die beruflichen Kompetenzen der Frauen anerkannt, betonte Davatz. Sie hatte die Erfahrung gemacht, dass diese sich meist selber nicht über das Niveau ihrer Fähigkeiten bewusst sind.