Ausstellung

Im «Biberister Herz» ist Leben zurückgekehrt

«Kunst Begegnung Buchegg» organisiert unter dem Motto «Inspiration durch Transparenz» in der Papieri eine Ausstellung mit 70 Kunstschaffenden.

In den Sortiersaal West der ehemaligen Papierfabrik in Biberist ist Leben zurückgekehrt. Hier sortierten und kontrollierten früher 50 Frauen das anfallende Papier unter den wachsamen Augen des Meisters in der Meisterbude. Nun reihen sich in der fussballfeldgrossen Halle die Werke von 70 regionalen, nationalen und internationalen Kunstschaffenden aneinander. In der seitlich gelegenen Meisterbude finden sich gar einige Meisterwerke von Cuno Amiet oder Hans Berger.

Berger (1882–1977) hat einen speziellen Bezug zur Papieri, malte er doch im Auftrag ein 6 mal 2,5 Meter grosses Werk, das im Treppenhaus des Verwaltungsgebäudes seinen Platz hat. Das dreiteilige Werk «Papierfabrik Biberist» zeigt Szenen aus dem damaligen Fabrik-Alltag und wurde von den Organisatoren «Kunst Begegnung Buchegg» mit Führungen in die aktuelle Ausstellung miteinbezogen.

Vom Hobbykünstler bis zum internationalen Künstler

«Wir haben nicht ausgewählt, wer an der Ausstellung teilnehmen darf», erklärt Merwin Bader, Hauptinitiator neben Roger Jan Kaufmann und Bärnu Anderegg. Auf eine öffentliche Ausschreibung hin folgte eine Informationsveranstaltung, an der 20 Kunstschaffende teilnahmen. «Damals dachten wir noch nicht an eine solch grosse Ausstellung, wie sie jetzt entstanden ist.»

Aber der Platz in der Halle sei immer grösser geworden, weil die Maschinen rausgenommen wurden. Parallel dazu haben sich «erstaunlicherweise», so Bader, immer mehr Künstlerinnen und Künstler gemeldet. «In der Halle hat nun eine Mischung vom Hobbykünstler bis zum internationalen Künstler Platz gefunden.» Die Prioritäten der Ausstellung liegen laut Bader im Verkauf und in der Begegnung zwischen Kunstinteressierten und Kunstschaffenden. Das ist auch das grundlegende Ziel der Gruppe «Kunst Begegnung Buchegg».

«Unserem Verfassungsauftrag gibt dieses Beispiel ein lebendiges Gesicht», fand Regierungsrat Remo Ankli, der an der Eröffnungsfeier in der Sortierhalle sprach. Er erklärte zudem, dass der Kanton die Erarbeitung eines Kulturleitbildes in Auftrag gegeben habe. Dieses soll künftig der Transparenz der Kulturarbeit im Kanton dienen. «Wir wollen transparent sein, in dem was wir kulturell machen. Man soll nachlesen können, welchen Anspruch der Kanton in der Kulturförderung hat», verband Ankli ein Kantonsanliegen mit einem Anliegen der Ausstellung, die unter dem Titel «Inspiration durch Transparenz» läuft.

Transparenz durch die Ausstellungsgestaltung

Was der Titel der Ausstellung bedeute, erläuterte Merwin Bader in seiner Ansprache. «Als ich den Saal sah, kam mir die Idee, eine etwas andere Ausstellung zu gestalten, nämlich weg vom weissen Labyrinth der Stellwände. Deshalb der Name Inspiration durch Transparenz. Weil die Füsse vom Letzten, am Ende der Halle, noch gesehen werden.» Die Bilder hängen nicht an Stellwänden sondern an feinen Ketten an gespannten Drähten.

An der Eröffnungsfeier, musikalisch mit feinen Tönen begleitet vom Trio Pfistermen’s Friends, erinnerte Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann auch an die düsteren Zeiten der Papieri. «Als 2012 die Fabrik schloss, war das ein Schock für Biberist. Die Fabrik war wie das Herz vom Dorf. Nun beginnt es wieder langsam in den Hallen zu pulsieren.»

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