«Mit dem Kauf des Attisholz-Areals durch die neue Eigentümerin Halter AG haben sich die Verhältnisse wesentlich verändert», betonte Thomas Ledermann vom Planungsbüro BSB+Partner am Montag an der Gemeinderatssitzung in Riedholz. Man hat deshalb das räumliche Teilleitbild, welches eigentlich bereits 2014 verabschiedet worden war, nochmals revidiert und dem Bauvorhaben der Firma Halter angepasst.

Eine grundlegende Veränderung betrifft etwa die Anzahl der Leute, die künftig auf dem Areal wohnen könnten. In der alten Leitbildversion war von 150 bis 350 Wohneinheiten die Rede. Mit der Vision der Halter AG ist dies aber nicht mehr zu vereinbaren – neu sind 750 bis 1200 Wohnungen vorgesehen. «Da redet man bald einmal von einer Verdoppelung der Bevölkerung», erklärte Thomas Ledermann.

Dass dies Ängste schüren könnte, sei möglich – umso wichtiger sei es deshalb, dass nichts unter den Teppich gekehrt werde und eine offene Kommunikation stattfinde. Zu diesem Zweck beginnt am 26. Juni die Mitwirkung mit einer Informationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle. Das Teilleitbild liegt dann bis zum 25. August öffentlich auf und die Bevölkerung kann Sprechstunden besuchen oder Mitwirkungsbeiträge einreichen. Ziel ist es, dass die Gemeindeversammlung das Teilleitbild im Dezember verabschieden kann.

Der Gemeinderat zeigte sich überzeugt vom Vorhaben der Firma Halter. Brachen können, wie im Raumplanungsgesetz vorgesehen, bebaut werden, und Halter übernimmt zudem die Sanierung der Altlasten. «Wir können von Glück reden, dass wir einen Investor gefunden haben, der so viel Erfahrung hat», so Gemeinderätin Jacqueline Rüede. Sie lobte die professionellen Unterlagen und Prognosen der Firma.

Markus Mettler, CEO der Halter AG, nachdem die Firma das Attisholz-Areal übernommen hat (Oktober 2016).

Eine weitere Neuerung im Leitbild betrifft Hochbauten. Während im alten Leitbild kein Hochhaus enthalten war, ist dies nun nicht mehr ausgeschlossen. Gemeindepräsidentin Jasmine Huber relativierte allerdings: «Seid Euch bewusst, Biogen wird zwölf Stockwerke hoch!» Diskutiert wurde zudem der Aspekt der Schule – in einer ersten Phase brauche es noch keinen zusätzlichen Schulraum. Denkbar wäre aber, dass im dortigen Areal irgendwann ein zusätzlicher Schulstandort entstünde. Dies liege aber noch in ferner Zukunft, geplant ist nämlich eine allmähliche, schrittweise Entwicklung es Areals. Die ersten Wohnungen werden frühestens in sechs Jahren bezogen, so die Prognose der Halter AG, und in den nächsten zehn Jahren sollen es maximal 400 Leute werden. Geplant ist eine gute Durchmischung – also Wohnungen für jedes Budget. «Es wird ein neuer Dorfteil entstehen», so Jasmine Huber.

Erfolgreiche Rechnung

Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 702 000 Franken gut ab. Erwartet wurde gemäss Budget nämlich nur ein Ertragsüberschuss von rund 250 000 Franken. Der Gesamtaufwand ist mit rund zehn Millionen Franken leicht tiefer als im Budget. Ein sparsamer Umgang mit den Ausgaben habe dazu geführt, dass fast in allen Funktionen Minderausgaben zu verzeichnen seien. Zudem freue man sich über höhere Steuererträge. Nebst den juristischen Personen hätten vor allem die Grundstückgewinnsteuern das Budget um einiges übertroffen.

Die Nettoinvestitionen liegen mit knapp einer Million Franken über dem Budget, was vor allem an zeitlichen Verschiebungen von Ausgaben und Einnahmen liege. Der Rat macht in seinem Bericht ausserdem darauf aufmerksam, dass in den nächsten Jahren grosse Investitionen anstehen. Genannt werden etwa der Neu- oder Umbau der Mehrzweckhalle, Gemeindebeiträge an die Sanierung der Kantonsstrasse oder die Sanierung des Areals «Weier».

Im Weiteren hat der Gemeinderat auf Antrag der Ortsplanungskommission beschlossen, eine Planungszone über die geplante Zentrumszone Baselstrasse zu erlassen. Ziel sei es, dass dem Gedankengut der neuen Ortsplanung nicht vorgegriffen werde könne.