Bucheggberg
Illegale Feuer: Um Geld zu sparen, wird Gebrauchsholz oft einfach verbrennt

Ein Flämmlein brennt im Walde ganz still und stumm. Das wissen im Bucheggberg auch einige Besitzer von Privatwald. Da kommt es dann schon mal vor, dass Gebrauchsholz statt kostenpflichtig entsorgt, einfach im eigenen Wald verbrannt wird.

Urs Byland
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Gebrauchsholz und Waldholzabfälle lassen die Flammen auflodern.

Gebrauchsholz und Waldholzabfälle lassen die Flammen auflodern.

Urs Byland

Im Wald in Aetigkofen Richtung Brittern lodert das Feuer. Bläulicher, stinkender Rauch steigt in die Höhe. Das Feuer ist unbewacht. Der Zeitpunkt ist gut gewählt für das Feuer mitten im Wald. Nach dem Regen am Dienstag droht kein Übergreifen des Feuers. Gerade ist wieder ein Traktor vorgefahren, vorne angehängt eine Schaufel angefüllt mit Holzabfällen, nicht von Bäumen, sondern Gebrauchsholz. Was es genau ist, dazu später. Der Traktor fährt am Fahrverbotsschild vorbei in den Wald zum Brandplatz und bringt dem Feuer weitere Nahrung.

Der Besuch des brennenden Holzhaufens im Wald ist nicht zufällig. Ein Zeitgenosse, der ungenannt bleiben will, hat die Redaktion in einem Brief, datiert mit 4. Januar 2013, auf eine «illegale Walddeponie», so der Zeitgenosse, im Aetigkoferwald hingewiesen. Dazu nennt er im Brief die genauen Daten zu Längen- und Breitengrad und kommentiert: «Wenn der Platz jeweils voll ist mit Gartenabfällen und Holz jeglicher Art, wird es angezündet.»

Dem Brief beigelegt ist eine Farbkopie mit zwei Fotos des Holzhaufens. Gleichzeitig beschuldigt er im Brief eine Person aus Aetigkofen, welcher für die «illegale Walddeponie» verantwortlich sein soll. Nun: Die Koordinaten stimmen punktgenau, aber die vom Zeitgenossen verdächtigte Person ist nicht verantwortlich für die «illegale Walddeponie». Ein Telefon beim Grundbuchamt führt zu einer anderen Person, der die Waldparzelle gehört. Dazu später.

«Nur sauberes Holz»

Nachdem ein Foto vom Brandplatz gemacht ist, wird der Forstbetrieb Bucheggberg informiert. «Feuer machen darf man nur an den bezeichneten Plätzen», erklärt Betriebsleiter Mark Hunninghaus. Er wolle sich die Sache anschauen gehen, was er denn auch am folgenden Tag tut.

Ein Telefon beim Besitzer der Waldparzelle – er lässt sich genau erklären, welche Waldparzelle gemeint ist, bevor er zugibt, dass er für das Feuer verantwortlich ist – führt auch bei ihm zu etwas Hektik. Er will nun nochmals nachschauen gehen, was da brennt. Vielleicht hat jemand noch weiteres Holz hinzugefügt. Am gleichen Nachmittag kommt von ihm ein Rückruf. Das Feuer habe er zu verantworten. Verbrannt werde Baumschnitt. Zudem habe der Nachbar angefragt, ob er auch noch etwas Holz aufs Feuer legen dürfe.

Weiter hat es Holz von einem 30 Jahre alten Gartenzaun. Akazien. Das Drahtgeflecht habe sich nicht einfach lösen lassen, da habe er gedacht, am besten sei es, er verbrenne das Holz und sammle dann das Drahtgeflecht zur Entsorgung ein. Weiter habe der ausführende Bursche im Eifer noch zwei Wände von einem Geissenhüsli darauf gelegt, aber die habe er nun sofort aus dem Feuer gerissen. Er habe nur sauberes Holz verbrannt, schliesslich sei er in der Umweltkommission. Und die in der Nähe abgelagerten Ziegel und Eternit Wellplatten liegen nicht auf seiner Parzelle und gehören ihm somit auch nicht. Die liegen schon seit Jahrzehnten dort.

Schon längst egal

Der Ärger von Hunninghaus ist gross. «Das passiert oft in den Privatwäldern. Überall werden Feuer gemacht», nervt er sich. Dabei könnte Holz verbrennen, wer beim Kanton eine Feuerbewilligung einholt. Beispielsweise Waldholzabfälle oder Käferholz. Das werde aber restriktiv gehandhabt. «Das ist vielen Waldbesitzern hier zu mühsam. Sie scheuen den Amtsschimmel.» Deshalb würden wohl weiter illegale Feuer im Bucheggberger Wald angezündet. Das sei einigen Waldbesitzern im Bucheggberg schon seit Jahrzehnten egal und in ihren Augen deshalb längst legal.