Kriegstetten

Ihr Garten ist eine fantasiereiche Wunderwelt voller Meisterwerke

Loes Burri inmitten der von ihr geschaffenen Gartenwelt.

Loes Burri inmitten der von ihr geschaffenen Gartenwelt.

Was in ihrem Garten steht, hat sie selbst geschaffen: Am Tag des offenen Gartens und Hauses zeigte die Kriegstetter Künstlerin Loes Burri ihre Wunderwelt.

«Die imposante Markthalle Altenrhein des österreichischen Künstlers Hundertwasser beflügelte mich», blickt Loes Burri auf diesen nachhaltigen Besuch vor zwölf Jahren zurück. Sie begann ihr Haus umzumodeln. Heute erregen Mosaike in den verschiedensten Farben um die Fenster und an den Hausecken Aufsehen. Ein Pfau aus blauen Prosecco-Flaschenhälsen hängt an der Hauswand.

Die kunstvolle Sitzbank lädt zum Verweilen ein. Loes Burri entwickelte sich weiter, grösstenteils mit «Learning by Doing». «Alles, was ich anfasste, gelang, es war ein totaler Aufsteller für mich», sagt die gebürtige Holländerin und gelernte Gestaltungs-Therapeutin. Es entstanden Skulpturen, Torsos, Stelen, Vögel und Spielereien aus Ton, Eisen, Beton. Anfangs kreierte Burri die Objekte für sich und stellte sie in den Garten. Begeisterte Kollegen spornten sie an, das Entstandene der Öffentlichkeit zu zeigen.

Auf Schritt und Tritt beeindruckend

An Ideen fehlt es Loes Burri sichtlich nicht, sie scheint alles, was ihr in die Hände kommt, in ein Kunstobjekt verwandeln zu können. Ihr Garten gleicht einer fantasiereichen Wunderwelt voller Meisterstücke, die zwischen Blumen, Gebüschen, Biotop, Schildkrötengehege und Raupenkasten hervorlugen. Eine Kugel aus rostigen Hufeisen und eine Mosaik-Kugel aus blauem Prosecco-Glas stehen an der früheren Feuerstelle. «Die Leute deckten mich mit solchen Flaschen ein», sagt sie lachend. Im Biotop schwimmen ein grosses Blatt aus Beton mit einem Schmetterling und ein farbiger Ton-Buntbarsch zwischen echten Goldfischen und Seerosen. Im Gehege der griechischen Schildkröte präsentieren sich eine griechische Säule und ein Torso.

Für einmal nicht zum Sitzen gedacht ist der Stacheldrahtstuhl mit Betonhut. Der Gartenvogel besteht aus Giesskanne, kleinen Schaufeln, Stechgabeln und Blechstreifen. Material für ihre Kunstwerke findet Loes Burri in der Natur, auf dem Flohmarkt, auf Ricardo, oder sie erhält ab und zu eine Rarität vom Mitarbeiter des Werkhofs. Betonröhren bilden die Grundelemente für den imposanten Brunnen im Garten. Da ist jeweils auch die starke Hand ihres Ehemannes Josef Burri gefragt.

Atelier unter dem Dach

Das Hausinnere erweist sich als nicht weniger spannend. Schritt für Schritt hat das Ehepaar Burri das Haus aus dem Jahr 1930 umgebaut und modernisiert. Gleich beim Eingang steht der Apérotisch, in welchen Loes Burri selbstgemalte Plättchen einlegte. WC und Bad sind mit farbigen Mosaiken geschmückt. An der Stubenwand hängen Bilder, in der Ecke stehen ein Liebespaar aus schwarzem Ton und eine Rakukugel auf einem Rebholz.

Unter dem Dach hat Loes Burri ihr «Atelier für kreatives Gestalten» eingerichtet. Pro Woche bietet sie zwei bis drei Kurse an. Ihr Angebot an Ton-, Mosaik- und Malkursen für Kinder und Erwachsene ist ebenso fantasiereich wie ihr Schaffen. «Ich freue mich, den Leuten etwas beizubringen, und ich wünschte mir, dass überall Skulpturen und Stelen stehen, die im Wasseramt gefertigt wurden», schwärmt sie.

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