Aeschi
«Ich habe mich in das Schulhaus verliebt»

Der neue Besitzer des ehemaligen Schulhauses lud die Bewohner von Steinhof zum Kennenlernen ein.

Agnes Portmann-Leupi
Drucken
Teilen
Irene Brunner und Stefan Scherer haben das alte Schulhaus übernommen.

Irene Brunner und Stefan Scherer haben das alte Schulhaus übernommen.

Agnes Portmann-Leupi

«Das alte Schulhaus hat den Eigentümer gewechselt. Gerne laden wir Euch zu einem Apéro ein, um uns vorzustellen. Wir freuen uns, Euch kennen zu lernen.» Diese nicht alltägliche Einladung eines Grundstückkäufers erhielten alle Einwohner des Ortsteils Steinhof von Stefan Scherer und seiner Lebenspartnerin Irene Brunner. Die Einladung wurde zum Treffen der Bevölkerung von Steinhof. «Grüezi, ich bin Klaus, Petra, Franz-Sepp, Annemarie», so tönte es gegen Mittag beim Schulhaus. Der Apéro und die auf dem Grill brutzelnden Schweinssteak sowie die halbmeterlangen Brote fanden dankbare Abnehmer.

Neue Wohnung im Obergeschoss

«Es bleibt alles, wie es ist», versicherte der neue Besitzer. So nützt die Gemeinde Aeschi weiterhin den Werkhof, die Parkplätze sowie die Zivilschutzanlage. Die Wohnung im Erdgeschoss bleibt vermietet. Die Räume im ersten Stock will Stefan Scherer sanieren und zu einer Wohnung umbauen. «Wenn ich hier stehe, lacht mich das Glück an», schwärmte er von der fantastischen Aussicht in seinem künftigen Daheim. Der in Lommiswil wohnende Scherer ist in Etziken aufgewachsen und kennt das Gebäude von einem damaligen Schulfreund her. Er habe sich in das 1889 erbaute und dreimal umgebaute Schulhaus und in die Lage verliebt.

Viele Einwohner von Steinhof hätten hier die Schule besucht und das Haus sei mit Emotionen verbunden. Er zolle dem Gebäude Respekt, daher sei die Einladung zustande gekommen. Laut Stefan Berger, Gemeindepräsident von Aeschi, fand in diesem Haus seit 1995 kein Schulbetrieb mehr statt. Bis zur Fusion mit Aeschi benutzte die Gemeinde Steinhof das Obergeschoss für Versammlungen und Ratssitzungen. Seit Januar 2012 stehen diese Räume leer. Der Gemeinderat Aeschi beschäftigte sich daher mit der Frage, selber zu sanieren und Wohnungen zu schaffen oder aber das Haus zu verkaufen. Im letzten Dezember beschloss die Gemeindeversammlung Aeschi schliesslich mit 33 Ja- und drei Neinstimmen den Verkauf.

Aktuelle Nachrichten