Bellacher Weiher
«Ich dachte, der Kuchen sei verteilt»: Das Parkverbot stösst auf Kritik

Die nicht erlaubte Parkierung beim Bellacher Weiher bleibt vorderhand verboten. Der Kanton hat zur Zusatztafel beim Fahrverbot Kritik geäussert.

Urs Byland
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Vor allem Gehbehinderte sind auf einen Parkplatz beim Weiher angewiesen.

Vor allem Gehbehinderte sind auf einen Parkplatz beim Weiher angewiesen.

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«Ich dachte, der Kuchen sei verteilt.» Die vom Gemeindepräsidenten Fritz Lehmann ausgearbeitete Lösung der Parkierung beim Bellacher Weiher ist aber in der Kritik. Eine Zusatztafel beim Fahrverbot hätte die Durchfahrt für Gehbehinderte legalisieren sollen. «Für mich und auch meinen Vorgänger ist das Parkieren eine leidige Sache. Kaum ist es am Sonntag schön, wird an nicht erlaubten Stellen im Wald beim Weiher parkiert, und am Montag habe ich Telefonate von erbosten Fahrzeuglenkern, die von der Polizei gebüsst wurden.» Im Frühjahr habe sich die Situation wegen der Coronakrise verschärft. «Es sollen auch viele Auswärtige aus dem Bernischen und dem Aargau den Weiher besucht haben. Aber sie haben möglicherweise Angehörige im Pflegeheim besucht und mit diesen einen Ausflug zum Weiher unternommen.» Auch das Rodania oder das Discherheim nutze den Weiher für Ausflüge. «Die müssen aussteigen können, wo es einigermassen eben ist und nah.»

Lehmanns Lösung hätte vorgesehen, dass das Parkieren mit Parkkarte für Behindertenparkplätze oder einer Parkbewilligung der Gemeinde erlaubt wird. Die Parkbewilligung soll beispielsweise an Alters- oder Behindertenheime abgegeben werden. Diese könnten die Karte dann auch Angehörigen von gehbehinderten Heimbewohnern abgeben, damit sie mit diesen einen Ausflug an den Weiher machen können. Mit dem Problem lebt im Übrigen auch die Bürgergemeinde, der der Wald gehört und die ebenfalls Reklamationen wegen der Bussen entgegennehmen müsse. Der Bürgerrat hat der vorgesehenen Regelung zugestimmt. Ziel aller Parteien sei es gewesen, dieses Dauerthema klar und abschliessend zu regeln.

Parkplätze im Wald sind grundsätzlich verboten

Kritik kommt nun aber vom Kanton, genauer von Amt für Wald, Jagd und Fischerei. «Grundsätzlich ist es nur unter sehr speziellen Voraussetzungen möglich, Parkplätze im Wald zu realisieren», erklärt Daniela Gurtner, Forstkreis Region Solothurn. Es habe deswegen auch eine Begehung stattgefunden. Er habe sich sehr dafür einsetzen müssen, dass seine Lösung in Betracht gezogen werde, erklärt Fritz Lehmann. Geholfen hätten ihm auch die Behindertenorganisationen. Und zudem habe man auch andernorts Lösungen finden können. Lehmann erwähnt die Parkplätze im Wald beim Bellacher Vitaparcours.

Der Wald wird immer stärker genutzt

«Das war sicher ein Entgegenkommen von Seiten der Waldvertreter, als man sich seinerzeit auf diese Lösung beim Vitaparcours einigte», sagt dazu Daniela Gurtner. «Der Punkt war damals, dass es ausserhalb des Waldes keine Alternative gibt.» Grundsätzlich würden die Ansprüche der Leute steigen. «Immer mehr Leute nutzen den Wald, und es kommt zu Konflikten.» Beispielsweise, wenn Fahrzeuge im Wald die Wege verstellen, die von Forstbetrieben zur Waldbewirtschaftung genutzt werden. «Wir nehmen die vorhandenen Anliegen der Bellacher ernst und sind bemüht, an einer pragmatischen Lösung für die Parkierungssituation mitzuwirken.» Weitere Abklärungen seien deshalb im Gange.

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