Drei Höfe

«Ich bin überall gut aufgenommen worden»

Daniela Häberli ist seit Ende Mai Gemeindepräsidentin in den Drei Höfen.

Daniela Häberli ist seit Ende Mai Gemeindepräsidentin in den Drei Höfen.

Daniela Häberli ist immer noch dabei, sich in ihr Amt als Gemeindepräsidentin der Drei Höfe einzuarbeiten. Sie fühlt sich aber wohl und hat Freude an ihrer neuen Aufgabe.

Ganz verleugnen kann Daniela Häberli ihre Herkunft nicht. Sie ist in Kreuzlingen aufgewachsen und das hört man ihrem Dialekt an. Seit 1992 wohnt sie in den Drei Höfen, genau genommen im Ortsteil Winistorf. Hier hat sie mit ihrem Mann Hansruedi ein Haus gebaut, ihre drei, heute erwachsenen Kinder, aufgezogen und hier fühlt sie sich zu Hause. «Ich liebe die Ruhe hier. Die Natur um uns herum. Unsere Kinder sind in einer behüteten Welt aufgewachsen. Das schätze ich sehr», erklärt Daniela Häberli.

Zu ihrem Amt als Gemeindepräsidentin kam sie eher zufällig. «Freunde haben mich auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht, und fanden, das wäre doch etwas für dich.» Sie hat sich ihre Kandidatur reiflich überlegt, an einer Gemeinderatssitzung teilgenommen und mit allen Gemeinderäten Gespräche geführt, bevor sie den Wahlzettel dann tatsächlich abgab. «Ich arbeite als selbstständige Inneneinrichtungsberatern und habe mein Büro zuhause. Ausserdem habe ich zusammen mit meiner Schwester eine eigene Schmucklinie unter dem label «dp sorelle» entworfen und verkaufe die Schmuckstücke online oder in ausgesuchten Shops. Das Gemeindepräsidium passt gut in dieses Puzzle.» Zwar habe sie als Gemeindepräsidentin Termine, die fix sind, und die sie nicht verschieben kann. «Aber häufig kann ich mir meine Arbeitszeit selbst einteilen.»

«Wir sind eine grosse Familie hier»

Nach ihrer Wahl wurde sie schnell ins kalte Wasser geworfen, sofort vereidigt und übernahm dann ihre neuen Aufgaben. «Zu Beginn war der Aufwand recht gross. Aber ich lerne jeden Tag etwas dazu.» Etwas ungewohnt war für sie, dass zu jedem Geschäft im Gemeinderat ein Antrag gestellt und abgestimmt werden muss. «Das muss ich mir noch verinnerlichen.»
Dass der Seniorenausflug nach ihrer Vereidigung stattfand, war für Daniela Häberli ideal. «Ich habe viele Gespräche mit den Teilnehmenden geführt. Da habe ich wieder ganz viel über die Drei Höfe gelernt und auch etwas über die Bedürfnisse der Senioren erfahren.» Ebenso nützte sie die Gemeindeversammlung und die Schulschlussfeier, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. «Es tönt vielleicht etwas komisch, aber ich betrachte die Dorfbevölkerung als eine Art grosse Familie. In dieser sollte man freundlich miteinander umgehen und gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten.»

Dass sie bisher nur wenig politische Erfahrung hat, empfindet sie nicht als Nachteil. «Ich kann die Dinge unbelastet angehen. Und mir meine eigene Meinung bilden.» Und da es in den Drei Höfen keine Parteien gibt, sondern eine gemeinsame Freie Liste, «muss ich auch nicht in politischen Grenzen denken.» Ganz allgemein sei sie gut aufgenommen worden. Nicht nur in der Gemeinde selbst, sondern auch bei den Gemeindepräsidenten im Wasseramt und bei den kantonalen Ämtern, mit denen sie bisher in Kontakt kam.

Eine Struktur in die Arbeit bringen

«Ich bin daran mir so schnell als möglich einen noch vertiefteren Einblick zu verschaffen. Wissen, welche Projekte am dringendsten angepackt werden müssen. Dann will ich Prioritäten setzen und Ordnung und Struktur in die Dinge bringen.» Eine Strategiepapier für die Legislatur bis 2021 sei vorhanden. Darauf lasse sich aufbauen. Die Drei Höfe sollen zu einer Gemeinde werden, die auch von aussen vermehrt wahrgenommen wird. Verbessern möchte sie die Kommunikation nach innen. «Wir werden das Infoblatt wieder aufleben lassen oder einen Newsletter kreieren.»

Daniela Häberli ist klar, dass eine Gemeindepräsidentin auch in einer unangenehmen Situation hinstehen und ihren Standpunkt und denjenigen des Gemeinderates vertreten muss. Dabei werde sie immer versuchen lösungsorientiert zu handeln. «Ich weiss, dass ich dann auf den Gemeinderat und auch auf die Angestellten in der Verwaltung zählen kann. Wir arbeiten zusammen und wollen das Dorf als Team weiterbringen.» Gerade diese Arbeit im Team und die Kollegialität sind ihr wichtig. Entscheide würden immer gemeinsam gefällt. «Sobald ich mich noch etwas intensiver in die laufenden Geschäfte eingearbeitet habe, werde ich aber sicher vermehrt auch meinen Standpunkt einbringen und versuchen, eine gewisse Leaderposition einzunehmen.»

Entspannen beim Golf und innerhalb der Familie

Ihre Prioritäten sind klar. Dringend ist die Ortsplanungsrevision, mit der bereits begonnen wurde. Zudem wird die Dienst- und Gehaltsordnung überarbeitet. Schön wäre es, wenn vermehrt junge Familien zuziehen würden, welche die Ruhe und die Lebensqualität im Ort schätzen. Daniela Häberli möchte zudem junge Leute vermehrt für Politik motivieren. «Ich habe die Gemeinde und die Politik durch meine neue Arbeit aus einem völlig neuen Blickwinkel kennengelernt und das ist sehr spannend.» Gedanken macht sie sich über die Anbindung des Dorfes mit dem öffentlichen Verkehr. Gerade für die älteren Menschen sei es schwierig, mobil zu bleiben.

«Dass meine Familie hinter mir steht und mich in meiner neuen Arbeit unterstützt, ist für mich sehr wichtig.» Denn für sie ist klar, sie hat das Amt angetreten und möchte in zwei Jahren nicht schon wieder gehen, sondern eine weitere Legislatur anhängen. Entspannung findet sie beim Golfspiel im nahen Wylihof, innerhalb ihrer Familie, im Garten, beim Kochen und beim gemeinsamen Essen mit Freunden.

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