Seniorenbühne Biberist
Humorvolle Szenen aus dem Eheleben

Die Seniorenbühne Biberist erheitert als Wandertheater seit 25 Jahren die Senioren.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Seniorenbühne Biberist ist seit 25 Jahren unterwegs, aber noch kein bisschen theatermüde.

Die Seniorenbühne Biberist ist seit 25 Jahren unterwegs, aber noch kein bisschen theatermüde.

Agnes Portmann-Leupi

Plaudernd, lachend, winkend, hier ein Händedruck, dort ein Küsschen. Rund 250 froh gestimmte Personen liessen es sich nicht nehmen, am ökumenischen Seniorennachmittag mit der Seniorenbühne Biberist dabei zu sein. Seit 25 Jahren tingelt sie als Wanderbühne durch die Region und erfreut ältere Leute an diversen Anlässen. «Szenen aus einer Ehe könnte man die Sketche am heutigen Nachmittag zusammenfassen», sagte Regisseur Helmuth Zipperlen, der mit seinem freundlich wedelnden Hund Finn die Erwartungsvollen in der Biberena begrüsste. Der Regisseur – dies seit dem Jahr 2004 – führte gleich selber durch den Anlass. Eingeladen und die Gäste verwöhnt hatten die beiden Kirchgemeinden.

Sketches sind aus dem Leben gegriffen

Seit vergangenem Juni probten die zwölf Spielerinnen und Spieler sechs pointierte Sketche. Frisch verliebt kehrt Susi im Stück «Getrennti Ferie» vom Urlaub zurück. Warum aber ist Ehemann Hans plötzlich von zwei Putzfrauen umgeben? Im «Der Exhibitionist», meldet die aufgebrachte Frau Steckenbein der Polizei unseriöse Vorkommnisse. Kommissar Knuller aber kann den kniffligen Fall souverän lösen. Hand in Hand durchs Leben gehen, schwebt dem Ehepaar Emil und Luise in «Die Beichte» vor. Erstaunlich wenig braucht es jedoch für einen Scheidungsgrund. Wenn jemand Schimmel und Himmel, Frau und Sau, Meier und Eier verwechselt, dann ist es wohl «Die Schwerhörige».

Einfallsreich verhält sich Köbi im «Erholigsbedürftig», als Ehefrau Mathilde mit geradezu dreisten Bedürfnissen vom Arzt kommt. Im Sketch «Hochzytstag» wollen Jakob und Trudi das besondere Ereignis im Gourmet-Restaurant feiern. Mit dem «Chuderwäutsch» auf der Speisekarte kommen sie nicht zurecht. Die Lust auf eine Pizza nimmt beim Ehepaar überhand.

90-jähriges Gründungsmitglied im Saal

Zwölf Spielerinnen und Spieler samt Souffleuse und Maskenbildnerin sind in dieser Saison an sieben Nachmittagen mit ihrem Regisseur unterwegs. Fehlen darf auch der voll beladene Autoanhänger mit Requisiten und Kulissen von Techniker Markus Vogt nicht. Seit 20 Jahren gehört Rita Jörg zur Crew.

«Solange mein Gedächtnis mitmacht und ich die Stiege meistere, spiele ich», sagte sie bestimmt. Es sei ein super Hobby und eine gute Gruppe, ohne jegliche Reibereien. Unter den Zuschauern sass zudem der 90-jährige Kurt Beer. «Die Seniorenbühne fehlt mir schon ein bisschen», sagte er. Er ist nicht nur das noch einzig lebende Gründungsmitglied, sondern war auch der Einzige, der im Saal auf die fröhlichen Klänge der «Burgdorfer Giele» das Tanzbein schwang. Von der guten Kameradschaft und der Abwechslung schwärmte er noch heute.