Im Radio sind die Bündner Nachrichten zu hören, das Silvaplaner Wochenblatt liegt auf einem Hocker in der gemütlichen Gaststube. An den Wänden hängen alte Holzskier und Bilder von Steinböcken. Die Berghüttenstimmung hüllt den Gast ein, sobald er einen Fuss in die Cabana Corvatsch setzt.

Lina Walter ist die Restaurationsleiterin. Wie man auf die Idee kommt, in Biberist eine Winterbeiz aufzumachen? «Wir, das ganze Team, sind alles Winterliebhaber. Wir hatten Lust, etwas Neues auszuprobieren», sagt sie strahlend. Es sollte unkompliziert sein, nach dem Motto: «Einfach irgendwo eine gute Käseschnitte essen».

Diese Idee habe nichts damit zu tun, dass der Pachtvertrag sowieso nur noch bis im kommenden April laufe. Das Gastgewerbe biete die beste Plattform, um etwas zu wagen. «Wir wollten einfach noch einen drauf setzen».

Bündner Dialekt kommt gut an

Warum eine Bündner Skihütte? Das Team habe unbedingt eine Verknüpfung zu einem sympathischen Skigebiet herstellen wollen, welches die Leute kennen. Sie seien sogar schon auf dem Berg Corvatsch schlitteln gewesen. Und der Bündner Dialekt komme einfach gut an. «So sind wir schnell auf den St. Moritzer Hausberg gekommen». Eine Cabana Corvatsch klinge doch einfach sympathisch, sagt die junge Frau und betont den Namen der Hütte bereits wie eine waschechte Bündnerin. Das Team pflege den Kontakt mit dem Gemeindepräsidenten von Silvaplana. «Wir werden zudem mit der Original Bündner Nusstorte und mit der Zeitung, der «Silvaplaner Woche», beliefert», sagt Lina Walter stolz.

Von französisch zu urchig

Ist nun also alles anders im Vergleich zum «goldenen Gallier»? Die Struktur des Mittagsangebotes bleibe gleich. «Wir haben sechs verschiedene Gerichte am Mittag: von der urchigen Rösti mit Raclettekäse bis hin zum Corvatsch-Burger.» Das Angebot habe sich aber komplett geändert: weg von den Crêpes, hin zu den Älpler Makronen. Das Französische, Gallische habe man dafür auf die Seite geschoben.

Auf die Frage, ob es nicht eine etwas gewagte Idee sei, antwortet Lina Walter entspannt: «Ich glaube, das kommt sowieso gut an». Wenn man jung sei und man für eine Idee brenne, dann könne man auch die Gäste begeistern.

Und wie bringt man jetzt die Après-Ski-Stimmung in ein Restaurant? «Wir servieren auch Schümli-Pflümli und Bündner Röteli, am späteren Abend werden wir je nach Stimmung auch die Musik etwas aufdrehen.» Die, die eine Gaudi haben wollen, dürfen dies der Wirtin zufolge gerne haben. «Ich bin selber auch gespannt, ob wir ein Apres-Ski-Feeling zustande bringen.»

Fehlende Berge kein Manko

Dass die frische Bergluft, die Abgeschiedenheit und das Bergpanorama fehlen könnten, habe sich das Team nie überlegt. «Wir glauben, dass der gesellschaftliche Aspekt wichtiger ist.» Die Cabana sei schnell erreichbar und man könne einen Abend in das Hüttenfeeling eintauchen – sei danach aber schnell wieder zu Hause.

Vergangenen Dienstag feierte die Cabana Eröffnung. Die Leute seien gespannt gewesen und hätten über das Ergebnis gestaunt. «Wir haben sehr viele Komplimente erhalten und wir konnten die Gäste spät verabschieden.» Das sei ein gutes Zeichen, sagt die junge Frau. Zusammengefasst sei es ein voller Erfolg gewesen. «Wir haben schon einen Renner: Das Silvaplaner Cordon bleu mit Bergkäse gefüllt», sagt Lina Walter stolz.

Wie es riechen werde, wenn viele Gäste zum Fondueplausch einkehren, wisse sie noch nicht. Aber in einer «Cabana Corvatsch» sei das nicht so schlimm, «e chli stinke mues es», sagt sie lachend. Wenn es drinnen zu viel werde, bereite man das Fondue eben draussen zu – mit Schaffellen, Decken und einem Feuer zum Wärmen.