Lohn-Ammannsegg
Hubel-Meteorologen prophezeien grüne Weihnachten

Die Hubel-Meteorologen analysieren Natur, Tiere und Himmelskörper – und wissen nun, obs über die Weihnachtsfeiertage den gewünschten Schnee geben wird oder eben nicht. Die einhellige Antwort: Es soll grün sein.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Hubel-Meteorologen mit ihren Auszeichnungen (von links): Ernst Schaller, Manfred Burki, Paul Halter und Ruedi Luterbacher, auf dem Bild fehlt Erhard Luterbacher mit dem Pechchutzpreis.apb

Die Hubel-Meteorologen mit ihren Auszeichnungen (von links): Ernst Schaller, Manfred Burki, Paul Halter und Ruedi Luterbacher, auf dem Bild fehlt Erhard Luterbacher mit dem Pechchutzpreis.apb

Agnes Portmann

Das Geheimnis ist gelüftet: Die fünf Hubel-Meteorologen prophezeien einhellig grüne Weihnachten. Kälte und den ersten Schnee soll es für den Samichlaus geben. Im Lohner Waldhaus verkündeten sie ihre Prognosen für ein ganzes Jahr im Voraus.

Für einmal ohne Gönner und Sponsoren. Diese durften sich bereits im Sommer von den kabarettistischen und prognostischen Fähigkeiten der fünf Männer überzeugen. Dies am «LaKultur-Anlass» im Atelier Bovet als Anerkennung des 15-Jahr-Jubiläums der Wetterschmöcker.

Vier der fünf Männer sagen kalte Ostern im April voraus. «Zur Monetsmitti schtürmts vom Norde här, das bringt üs e schtrubi Sach drhär», präzisiert Erhard Luterbacher. Manfred Burki sieht nach vorne und meint: «Wenn der April etwas Spektakel macht, so gibts Heu und Korn in voller Pracht.» Einig sind sich die Wetterpropheten keinesfalls immer, so auch nicht für das Wetter am slowUp Ende Mai.

Dagegen verheissen sie einen schönen Sommer. Ruedi Luterbacher empfiehlt im Juli Brandwachen ob der Hitze und eine Feriensperre für die Feuerwehr zwecks Sondereinsätzen zum Bewässern von Landwirtschafts- und Forstkulturen.

76 Prozent Treffer

Nicht weniger spannend ist die Auswertung und damit die Rangliste der Trefferquoten von November 2015 bis Oktober 2016. «Wir sind immer noch sehr gut», meint Ruedi Luterbacher nicht ohne Stolz beim Apéro im Waldhaus.

Jeder habe zwar zwischendurch gejammert, sei doch der Frühling enttäuschend und der Juni trostlos nass gewesen. Ausgewertet hat die Vorhersagen Professor Jürg Luterbacher, Dozent für Meteorologie an der deutschen Universität Giessen, gemäss den regionalen Wetterdaten von Meteo Schweiz.

Beachtliche 76 Prozent beträgt heuer die durchschnittliche Trefferquote der Vorhersagen, nur ein Prozent unter dem Vorjahresrekord. Jeder der fünf Hubel-Meteorologen verlässt sich auf seine eigens ausgeklügelte, naturverbundene Methode. Viel Zeit werde dabei investiert, beteuern sie. Strikte verboten sind Computermodelle und Satelliten.

Sieger ist der Landwirt

Den «Ober-Meteorologen-Wanderpokal» erobert sich Manfred Burki mit einer Trefferquote von 81 Prozent. Zusätzlich erhält er den «Hubu-Chutz-Oskar» wegen der langfristig treffsichersten Prognosen von Februar bis Juni. Der Landwirt stützt sich wieder vermehrt auf das Fell seiner Kühe und auf die Natur. Sein Kaninchen, das ihn irreleitete, hat nämlich sein Leben lassen müssen. Mit 79 Prozent liegt Ernst Schaller auf dem zweiten Platz.

«Ich bin froh, ‹nur› Zweiter geworden zu sein, so belagert mich die Presse weniger», sagt er augenzwinkernd. Er sichert sich als vorjähriger Pechchutz zudem den Aufsteigerpreis, eine kleine Leiter aus Birkenholz. Auf seinen Streifzügen in der Natur beobachtet er die Waldameisen, den Laubaustrieb und den Laubfall. Paul Halter und Ruedi Luterbacher erzielen gemeinsam 74 Prozent.

Letzterer schaut in die Vergangenheit und stützt sich auf die Vorstellungen von Abt Mauritius Knauer (1613 bis 1664), wonach das Wetter von den Himmelskörpern – den Planeten Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond, Saturn – im 7-Jahres-Rhythmus beeinflusst wird. Paul Halter prognostiziert anhand der Strukturen des heimischen Holzes – Jahrringe, Farbe, Risse.

Mit 71 Prozent bleibt für Erhard Luterbacher der schwarze «Chutz» als Pechchutzpreis. Seine Bienen, die in einer verträumten Ecke des Lohner Waldes umherschwirren, aber auch das Verhalten der Spinnen im Freien, haben den Imker wohl ein bisschen fehlgeleitet.