Erfolgskontrolle
Hubel-Meteorologen lagen mit ihren Prognosen meistens richtig

Die Wettervorhersagen der fünf Hubel-Meteorologen aus Lohn werden immer präziser. Wir überprüften ihre Vorhersagen für diesen Winter vom letzten Herbst.

Hans Peter Schläfli
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Einen milden Winter mit wenig Schnee sahen vier der fünf Hubel-Meteorologen aus Lohn im Herbst 2015 voraus. Obs noch mal richtig Schnee gibt? bar

Einen milden Winter mit wenig Schnee sahen vier der fünf Hubel-Meteorologen aus Lohn im Herbst 2015 voraus. Obs noch mal richtig Schnee gibt? bar

In ein paar Tagen kommt der grosse Schnee – zumindest, wenn es nach dem Lohner Bauern Manfred Burki geht. Bereits im vergangenen Oktober hatte der Hubel-Meteorologe, der sich am Verhalten und am Fell der Tiere orientiert, diese Prognose für Mitte Februar gewagt. Mit seiner Vorhersage einer grünen Weihnacht lag er damals, an der 14. Hauptversammlung in der Lohner Waldstube, ja schon richtig. Vier der fünf Hubel-Meteorologen hatten einen milden Dezember prophezeit – und das ist gar nicht so schlecht. Nur Holzbildhauer Paul Halter lag daneben. Er hatte über die Feiertage Schnee vorausgesagt.

Sie werden immer präziser, die Vorhersagen der Lohner Hubel-Meteorologen, und damit wächst auch der Ehrgeiz. Eine Trefferquote von mindestens 80 Prozent strebt Ruedi Luterbacher an. «Der Winter wird verregnet und mild», prognostizierte der «Tätschmeister» der Hubel-Meteorologen im Oktober – und er lag damit bisher richtig. Er stützt sich auf den biblischen Rhythmus von sieben guten und sieben schlechten Jahren, lässt aber bei seinen Rundgängen durch den Wald auch Naturbeobachtungen in die Prognosen einfliessen. «Bereits Mitte Januar spross der erste Sauerklee, die Taubnesseln setzten an exponierten Stellen Blüten an und die Weidenkätzchen waren schon weit geöffnet», fasst er zusammen. «Alle diese Indizien bestätigen mir, dass es einen frühen, warmen und schönen Frühling geben wird.»

«Die Mäuse sind mit ihren neu aufgeworfenen Haufen permanent aktiv, und die Würmer halten sich schon knapp unter der Bodenoberfläche auf», hat Ruedi Luterbacher in den vergangenen Tagen gesehen. Mit welchen Sinnen die Mäuse und Würmer das Klima vorausspüren können, das weiss aber auch der Hubel-Meteorologe nicht. Trotzdem vertraut er dem siebten Sinn der Waldbewohner: «Wenn ich mich irre, dann blamiere ich mich. Aber wenn sich diese Tiere irren, dann erfrieren sie.»

Und geirrt hat sich Luterbacher zum Beispiel vor drei Jahren: «Ich sagte damals für den Slow-up wunderbares Wetter voraus, und die Organisatoren versprachen mir ein paar gute Flaschen Wein. Dann hat es Ende Mai stark geregnet. Sie haben mir trotzdem drei Flaschen geschenkt. Aber diese waren mit Regenwasser gefüllt.»

Der eine oder andere Patzer ändert nichts an der insgesamt überraschend grossen Trefferquote der Hubel-Meteorologen. Einen mehrheitlich milden Winter hat auch Erhard Luterbacher, der Imker, aufgrund seiner Beobachtungen der Bienen vorausgesagt. Viel Regen sowie wenig Frost und Schnee im Januar waren die perfekten Voraussagen von Ernst Schaller, Wald- und Wiesenläufer. Und dann sind diese Lohner Unikate ja auch nicht doof: Schnee für den Juli hat keiner versprochen.

Mit all diesen zutreffenden Ankündigungen unterstreichen die Hubel-Meteorologen das konstant hohe Niveau ihrer langfristigen Wettervorhersagen. Die Perioden umfassen je 10 Tage, also Anfang, Mitte und Ende jedes Monats. Den gültigen Rekord mit einer Trefferquote von je 81 Prozent halten Holzbildhauer Paul Halter und Ruedi Luterbacher gemeinsam. Eine exakte Auswertung der jüngsten Prognosen liegt aber noch nicht vor. Vor dem nächsten grossen Treffen im Oktober in der Lohner Waldstube wird wieder Professor Jürg Luterbacher, Dozent für Meteorologie an der deutschen Universität Giessen, alle Daten auswerten.

«Am Anfang stand die Gaudi im Vordergrund. Aber von Jahr zu Jahr ist der Ehrgeiz gewachsen. Jeder beobachtet die Natur und entdeckt wieder Neues. Mittlerweile sind wir alle der festen Überzeugung, dass etwas dran ist», sagt Ruedi Luterbacher. «Auf welche Art die Pflanzen und Tiere spüren, wie das Wetter wird, ist uns eigentlich egal. Aber wenn jemand unsere Beobachtungen wissenschaftlich untersuchen möchte, würde uns das freuen.»

Ihre nächsten Auftritte haben die Hubel-Meteorologen am 12. April (14.30 Uhr) im Solothurner Volkshaus bei den Grauen Panthern und am 20. August (20.15 Uhr) im Atelier Bovet im Rahmen von laKultur Lohn-Ammannsegg.