Bellach

Hort und Hausaufgabenhilfe bald unter einem Dach

Die Präsidentin des Elternrates Ines Pocher (Mitte), Dominik Grütter aus dem Bauteam und Fränzi Späti (Vertreterin Mittagstisch) legen selbst Hand an beim Umbau.

Die Präsidentin des Elternrates Ines Pocher (Mitte), Dominik Grütter aus dem Bauteam und Fränzi Späti (Vertreterin Mittagstisch) legen selbst Hand an beim Umbau.

Im November soll der Kinderhort in Bellach eröffnet werden, noch fehlt es aber unter anderem an der Einrichtung.

Als Ines Pocher vor ein paar Jahren nach Bellach umgezogen ist, hat sie sich rasch mal nach Tagesstrukturen für ihre Kinder umgeschaut. Dass die Möglichkeiten in Bellach eher spärlich sind, gab ihr zu denken.

Ja, sie überlegte sogar, wieder von Bellach weg zu ziehen. Doch sie organisierte sich anders und inzwischen sind die beiden Teenager-Söhne so selbstständig, dass Tagesstrukturen für sie persönlich nicht mehr allzu relevant sind. Trotzdem hat sie dieses Thema nie in Ruhe gelassen. Als Präsidentin des Elternrates – die Schnittstelle zwischen Schule/Schulleitung und Eltern – hat sie die Idee weiterverfolgt.

Vor rund dreieinhalb Jahren lancierte sie eine Umfrage, um die Bedürfnisse im Dorf abzuklären. Das Resultat zeigte: Nicht nur sie findet, dass bezüglich der Betreuung für Kinder eine Lücke in Bellach besteht. Ines Pocher liess nicht locker, plante, informierte sich.

Bald entstand im Elternrat eine dreiköpfige Arbeitsgruppe. Horte in anderen Gemeinden wurden besucht, man informierte sich, diskutierte, schmiedete Pläne.

Und nun soll es bald so weit sei. Geplant ist, Anfang November mit dem Tageshort für Kinder im Alter zwischen Kindergarten und 6. Klasse zu starten. Verschiedene Module sind buchbar: So werden die Kinder einerseits morgens vor der Schule betreut, andererseits ist über Mittag der bereits bestehende Mittagstisch künftig im selben Haus integriert, und auch nachmittags werden die Kinder im alten Schulhaus 1 betreut.

Zudem gibt es dann endlich auch eine Ferienbetreuung für Kinder in Bellach. Mindestens sechs Kinder pro Modul müssten sich anmelden, damit das Projekt funktionieren kann. Bis jetzt gibt es noch keine Anmeldungen.

Nicht aufgrund des fehlenden Interesses, sondern weil die diversen daran beteiligten Mühlen etwas langsam mahlen. Die Anmeldeformulare konnten von der Schulleitung noch nicht verschickt werden. «Es läuft einfach zu viel parallel», gibt Ines Pocher zu bedenken.

Auch sonst harzt es noch etwas. Geld ist wenig vorhanden. Die Gemeinde übernimmt durch das Legat Hess eine Defizitgarantie (wir berichteten). Zudem gibt es ein paar Sponsoren, aber das meiste wurde bis jetzt durch Eigenleistungen und Geldspenden finanziert. Die Räume im Schulhaus 1 müssen renoviert werden, es braucht noch Vorhänge, Zimmerpflanzen und eine «Lümmelecke», also ein grosses, gemütliches Sofa – oder Sitzsäcke.

Sicherheitsvorkehrungen vor dem Gebäude müssen realisiert werden. So muss ein Zaun gebaut werden, der den Tageshort von der gut befahrenen Strasse abtrennt. Schön wäre auch, wenn der Pausenplatz schon etwas gestaltet wäre. «Aber das werden wir wohl kaum alleine schaffen.»

Ein paar Männer investieren viel Zeit in den Umbau, Ines Pocher rennt von Sitzung zu Sitzung, klärt ab und koordiniert mit der Schulleitung und der Gemeinde die nötigen Schritte. Und auch das Mittagstisch-Team ist mit voller Kraft dabei und freut sich auf einen Neustart. Dominik Grütter, der massgeblich am Umbau beteiligt ist, bringt es auf den Punkt: «Ines ist der Motor, wir die Zahnrädchen.»

Mittagstisch wird verlegt

Die Verantwortlichen hoffen sehr, dass anfangs November mit dem Hort gestartet werden kann. Denn die Lösung im Schulhaus 1 ist ideal: neu wird dort nämlich nicht nur der Hort sein Zuhause haben, sondern auch bereits bestehende Angebote konnten im selben Haus integriert werden. So bleibt die Hausaufgabenhilfe dort angesiedelt und neu wird der Mittagstisch von der Unterkirche an die Dorfstrasse 19 verlegt.

«Wir sind weiterhin motiviert, wissen aber auch, dass noch viel Arbeit zu erledigen ist», sind sich die Köpfe hinter der Idee einig. Etwas mehr Antrieb aus den Behörden sowie Unterstützung aus der Dorfgemeinschaft würden helfen, die Gemeinde Bellach mit diesem weitsichtigen Projekt familienfreundlicher und somit attraktiver zu machen.

Eröffnungsfest, 5. November, 10–14 Uhr im Schulhaus 1, Dorfstrasse 19, Bellach. Infos unter: elternrat.bellach@belose.ch

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