Pascal Kissling (Vizegemeindepräsident) und Peter Rindlisbacher (Ressort Bau, Umwelt und Landwirtschaft) wollen es nochmals wissen. Sie treten erneut für die Gemeinderatswahlen in Horriwil an. Allerdings nicht auf der gleichen Liste. Der Spezialkommission, die im letzten Oktober eingesetzt wurde, ist es gelungen, insgesamt elf Personen als potenzielle Gemeinderäte zu rekrutieren.

Da es seit Jahren offiziell keine Ortsparteien mehr gibt, haben sich die Kandidierenden selbst auf vier verschiedenen Listen im Sinne von Interessengruppen formiert. «Wir haben Leute direkt angesprochen. Oder uns wurden Leute empfohlen. Einige haben sich auch selbst bei uns gemeldet», erklärt Attila Lardori (Präsident Spezialkommission). 

Rüfenacht fehlt auf den Listen

Martin Rüfenacht, der am 12. Februar als Quereinsteiger neu als Gemeindepräsident gewählt wurde, ist nicht auf den Listen der Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten zu finden. Wieso das? «Ich gehe auf alles», erklärt er auf Nachfrage. Er werde sich am 24. September wieder zur Wahl stellen. «Wenn ich erneut als Gemeindepräsident gewählt werde, dann mache ich weiter. Werde ich nicht gewählt, dann bin ich auch nicht Gemeinderatsmitglied.» Alles oder nichts also.

Laut Gemeindegesetz ist dieses Vorgehen möglich. Der Gemeindepräsident oder die Gemeindepräsidentin müssen dem Gemeinderat zum Zeitpunkt der Wahl nicht angehören. Laut Lardori werden am 21. Mai also fünf Gemeinderätinnen und Gemeinderäte gewählt. Wird Martin Rüfenacht am 24. September wiedergewählt, muss die Person, die am wenigsten Stimmen erzielte, den Sitz für den Gemeindepräsidenten räumen und wird Ersatzmitglied. Mit Legislaturbeginn am 1. Oktober wäre der Gemeinderat komplett.

«Da der letzte Gemeindepräsident per sofort und per Ende September 2016 zurücktrat, brauchten wir etwas Zeit, um Kandidaten für das Gemeindepräsidium und Kandidaten für den Gemeinderat zu finden», so Lardori. In der Diskussion sei man zum Schluss gekommen, dass die Wahltermine am 12. Februar (Präsidium), am 21. Mai (Gemeinderat) und am 24. September (Bestätigung Präsidium) die Richtigen sind. «Die Auswahl, die wir jetzt bieten können, gibt uns ja auch Recht.»

Souverän kann auswählen

Peter Rindlisbacher hatte schon letzten Herbst angekündigt, dass er noch eine Legislatur anhängen möchte. «Wir machen in Horriwil Sachpolitik, ich habe mich in die Geschäfte eingearbeitet und würde mich freuen, wenn ich nochmals gewählt würde.» Da er nur auf einer Zweierliste ist, kann er sich aber auch vorstellen, dass es nicht mehr reicht. «Das entscheiden die Stimmberechtigten», meint er.

Ursula Schläfli (Horriwil 2017+) stellt sich zur Wahl, weil sie es richtig findet, sich im Dorf zu engagieren. Sie wohnt seit 16 Jahren in Horriwil. «Die Zusammensetzung unserer Liste ist mehr dem Zufallsprinzip nach entstanden», meint sie. «Ich finde es vor allem gut, dass das Volk eine richtige Auswahl hat.»

Andreas Richner kandidiert als Einzelperson. Er konnte sich keiner anderen Liste mehr anschliessen und entschloss sich deshalb dazu, eine eigene Liste mit dem Titel «Unser Horriwil» einzureichen. Dies, obwohl er bei den Kantonsratswahlen für die SP antrat und in Horriwil ein beachtliches Resultat erzielte. «Ich denke, die Wähler wissen in der Zwischenzeit, welcher Partei ich angehöre. Aber da die SP im Dorf nicht aktiv ist und es keine Parteilisten gibt, habe ich mich ebenfalls für einen unverfänglichen Namen entschieden.»

Cyrill Spirig ist, gemeinsam mit Vizegemeindepräsident Pascal Kissling, Teil der Liste «AttrAKTIVES Horriwil». Er freut sich, dass nach der dorfpolitisch bewegten Vergangenheit 11 Kandidaten für den Gemeinderat gefunden werden konnten. Die vier Kandidaten auf der Liste 1, haben sich in der laufenden Legislatur alle in irgendeiner Form ehrenamtlich für die Gemeinde Horriwil engagiert und sich so gegenseitig kennen und schätzen gelernt. «Eine eigenständige Gemeindepolitik liegt uns am Herzen. Deshalb stellen wir uns zur Verfügung», erklärt Spirig.

Mittwoch, 3. Mai 2017, 19.30 Uhr, Informationsveranstaltung im Mehrzweckgebäude mit allen Kandidierenden.