Biberist/Derendingen
Hochwasserschutz an der Emme: Jetzt geht es den Bäumen an den Kragen

An der Emme zwischen Biberist und Derendingen beginnen in den nächsten Tagen die Rodungsarbeiten für einen weiteren Teil des Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojektes. Während den Rodungen müssen Wege zeitweise gesperrt und umgeleitet werden.

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So präsentiert sich die Emme heute noch...
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... nach der Revitalisierung wird es viel mehr Platz für den Fluss, aber auch für Auenlandschaften geben
Rodungen an der Emme
Vor den Rodungen im Zuge des Hochwasserschutzes Emme Biberist
Vor den Rodungen im Zuge des Hochwasserschutzes Emme Biberist
Vor den Rodungen im Zuge des Hochwasserschutzes Emme Biberist
Vor den Rodungen im Zuge des Hochwasserschutzes Emme Biberist
Vor den Rodungen im Zuge des Hochwasserschutzes Emme Biberist
Vor den Rodungen im Zuge des Hochwasserschutzes Emme Biberist
Vor den Rodungen im Zuge des Hochwasserschutzes Emme Biberist
Vor den Rodungen im Zuge des Hochwasserschutzes Emme Biberist

So präsentiert sich die Emme heute noch...

Rahel Meier

Mit dem Ziel «mehr Sicherheit – mehr Natur – mehr Erholung» realisiert der Kanton Solothurn seit 2016 in mehre- ren Arbeitsschritten das Hochwasser schutz- und Revitalisierungsprojekt Emme, Wehr Biberist bis Einmündung in die Aare. Bereits in Gang sind die drei Deponiesanierungen in den Ge-meinden Biberist, Derendingen und Zuchwil. Die Arbeiten dazu schreiten planmässig voran und enden voraus- sichtlich Ende 2017. Im Frühling 2018 starten die Wasserbauarbeiten im vierten Abschnitt. In den nächsten Tagen beginnen deshalb zwischen Biberist und Derendingen die Rodungsarbeiten für einen weiteren Teil des Projektes. Betroffen sind knapp sieben Hektaren Wald entlang des Gewässerlaufs. Diese Arbeiten dauern bis Dezember 2017. Bei den Rodungen und auf den Baustellen werden alle Massnahmen getroffen, um Menschen vor Unfällen und Schäden zu schützen. Zeitweise müssen deshalb Wegsperrungen errichtet und Spazierwege umgeleitet werden.

Mehr Raum für die Emme

Die Rodungen werden die Emmelandschaft wandeln, vertraute Wege verändern und dem beliebten Naherholungsgebiet ein anderes Gesicht verleihen. Alte Bäume und waldökologisch wertvolle Gebiete werden, wo möglich, geschont. Sie bleiben aber nicht gänzlich unberührt. Deshalb werden die Rodungen in enger Zusammenarbeit mit Waldfachleuten durchgeführt. So entstehen neu Flussaufweitungen, in denen sich durch kleine und grosse Hochwasser bald auentypische Lebensräume entwickeln. Sie bilden wertvolle Standorte für Pflanzen (Röhricht, Weiden, Erlen) und Tiere (Ringelnatter, Libellen, Eisvogel).

Die Flussaufweitungen gewährleisten bei Hochwasser einen grösseren Abfluss und bieten dadurch den angrenzenden Gebieten und Infrastrukturen mehr Schutz. Dort wo Aufweitungen nicht möglich sind oder nicht genügen, wird der Hochwasserschutz durch neue, rückliegende Dämme verbessert. Wo nötig wird der bestehende Uferschutz erneuert. Dort, wo es möglich ist, werden Dämme und Uferschutz begrünt und bestockt. Die Erfahrungen aus dem Projekt Biberist/Gerlafingen (realisiert in den Jahren 2010 bis 2012) zeigen, dass die Natur den nackten Boden nach Abschluss der Bauarbeiten rasch zurückerobern wird. (mgt)