Drei Höfe/Halten

Hier im Wald dürfen Biber künftig Bäume fällen

Zwischen den Gemeinden Drei Höfe und Halten soll ein Bypass das vom Biber am Weierbach gestaute Wasser ableiten. Mit dieser Massnahme will man den Lebensraum des Bibers erhalten.

Vor fünf Jahren hat sich David Gerke den Biberdamm am Weierbach zum ersten Mal angesehen. Damals war er noch kürzer als jetzt und auch noch nicht überwachsen. «Ich gehe davon aus, dass sich die Biber im Jahr 2010 oder 2011 am Weierbach ansiedelten.»

Biberexperte David Gerke erklärt, wie die Biberfamilie bei Halten und Hersiwil die Landwirtschaft veränderte.

Biberexperte David Gerke erklärt, wie die Biberfamilie bei Halten und Hersiwil die Landwirtschaft veränderte.

Gerke ist sich ziemlich sicher, dass eine ganze Biberfamilie dort lebt. Denn ein Tier, das ihm in die Fotofalle ging, war kleiner als ein Fuchs und muss demzufolge ein Jungtier sein. Gerke kennt sich aus mit Bibern. Seit dem Jahr 2012 arbeitet er für Pro Natura bei «Hallo Biber! Mittelland» und ist für Renaturierungsprojekte zuständig.

Biber geht nicht mehr weg

«Der Biber wird hier am Weierbach bleiben.» David Gerke ist deshalb überzeugt, dass die Drainageverlängerung (siehe Kasten) langfristig eine gute Lösung ist. Die Drainage ist im Übrigen so gelegt worden, dass sie bei Bedarf verlängert werden könnte.

Tatsächlich hat der Biber in der Zwischenzeit bereits einen neuen Damm, genau unterhalb des Auslaufes der Drainage gebaut. «Das war zu befürchten», lacht der Biberspezialist darauf angesprochen.

Allerdings darf der Biber im Wald so viele Bäume annagen und Wasser stauen, wie er möchte. «Wir haben diesen Wald nicht gekauft, um Geld damit zu verdienen. Er soll dem Biber als Lebensraum dienen und er darf ihn umgestalten.» 

Auf der Parzelle die Pro Natura erwerben konnte (siehe Kasten unten), stehen viele Ahornbäume, die mit einem Fegeschutz versehen sind. «Diese werden wir alle wegnehmen.» Möglicherweise wird auch noch die eine oder andere Fichte gefällt. Die Eichen hingegen werde man wohl mit Drahtgeflecht schützen und hofft, dass der Biber sie in Ruhe lässt. Zusätzlich sollen in der Schneise, die durch das Verlegen der Drainage entstanden ist, Weidenstecklinge eingepflanzt werden. Biber lieben Weiden, erklärt Gerke diese Massnahme.

Burgen und Dämme

Der Biber lässt sich laut Gerke in ein paar wenigen Worten beschreiben. «Er baut Höhlen oder Burgen in denen er wohnt und Dämme, mit denen er Gewässer so staut, dass er gut darin schwimmen kann. Der Biber lebt in einer Familie, ist ortsgebunden und Vegetarier.»
Im Biberrevier am Weierbach sind die Spuren der Tiere gut zu sehen. Vom Bach aus führen kleine Trampelpfade in den Wald und auch in die angrenzende Wiese, wo die Tiere mit Vorliebe Klee, aber auch allerlei Gräser fressen. Im Wald sind überall angenagte oder gefällte Bäume zu sehen.

Stören die Bauarbeiten für die Drainage die Biber? Gerke verneint: «Biber sind tolerant.» Ungünstig sei einzige der Zeitpunkt, da im Mai die Jungen zur Welt kommen. «Aber das ging jetzt halt wegen der Witterung nicht anders.»

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