Insgesamt 40 Jahre lang war Herbert Schluep in diversen Funktionen für die Gemeinde Nennigkofen und seit 2009 für das fusionierte Lüsslingen-Nennigkofen tätig. Am Donnerstagabend wurde er im Rahmen der Rechnungsgemeindeversammlung offiziell verabschiedet. «Bis 31. Juli nehme ich das Telefon noch ab, wenn jemand etwas braucht», meinte er. Ab 1. August übernimmt dann Susanne Rufer Christen das Gemeindepräsidium.

«Still und nachhaltig»

Vizegemeindepräsident Rolf Iseli übernahm es, Schluep zu verabschieden. «Er ist und war ein stiller aber nachhaltiger Schaffer», meinte er. «Herbert Schluep hat seine Spuren überall im Dorf hinterlassen.» Stichworte dazu sind beispielsweise das Projekt «Wohnen am Dorfbrunnen» oder das umgenutzte Bürgerhaus. Iseli versuchte aber gar nicht, alle Projekt und Ämter aufzuzählen, die Schluep betreute oder innehatte. Am meisten hat Iseli die Ruhe beeindruckt, mit der Herbert Schluep Sitzungen leitete und wichtige Geschäfte anpackte. «Für ihn ging es in erster Linie immer um die Menschen im Dorf und erst danach um die Sachpolitik.» Mit seiner humorvollen Art und gezielten Pointen habe er es oft geschafft, auch hitzige Auseinandersetzungen in geordnete Bahnen zu bringen. Schluep ging selbst dann auch noch kurz auf eine dieser Auseinandersetzungen ein. Diejenige mit der Kirschblütengemeinschaft. «Heute ist die Gemeinschaft gut im Dorf verankert. Wir denken nicht immer ganz gleich, aber wir arbeiten gut zusammen.» Schluep freute sich offensichtlich, dass sich die Situation beruhigt hat. Das sahen offensichtlich auch die Einwohner so, denn er wurde mit einem langen Applaus verabschiedet.

Rolf Iseli war seit 2009 Gemeinderat und seit 2015 Vizegemeindepräsident. Es sei nicht üblich, dass der Vize gemeinsam mit dem Gemeindepräsidenten gehe, meinte er. Aber er merke, dass er amtsmüde sei und deshalb sei es der richtige Zeitpunkt. Er sei überzeugt, dass es in der Gemeinde genügend interessierte und qualifizierte Leute gebe, die nachrücken werden.

Guter Abschluss

Für 2018 war ein Aufwandüberschuss von 111'520 Franken budgetiert. Das Resultat zeigt nun einen Ertragsüberschuss von 516'395 Franken. Laut Finanzverwalterin Béatrice Marti sei die markanteste Differenz bei den einzelnen Konten bei der Bildung zu suchen. Diese schloss um 144'584 Franken besser ab, als budgetiert. Positiv beeinflusst wurde die Rechnung auch durch einen Landverkauf. Der Steuereingang war ebenfalls besser als budgetiert. Hier zeige sich aber auch, dass die Einwohnerzahl gestiegen sei. 2017 hatte Lüsslingen-Nennigkofen 994 Einwohner, Ende 2018 waren es 1063 Personen und jetzt seien es bereits 1090. Einigermassen stabil blieben die Kosten in der Sozialen Wohlfahrt, obwohl auch dort Mehrausgaben von 43'742 Franken zur Kenntnis genommen werden mussten. Der Ertragsüberschuss fliesst ins Eigenkapital, das neu Ende 2018 1,815 Mio. Franken beträgt. Die Rechnung wurde von den 45 anwesenden Stimmberechtigten einstimmig genehmigt.

Bundesgericht sistiert Verfahren

Unter «Verschiedenes» informierte Schluep kurz über den Stand in Sachen Elektranetz Lüsslingen. Der Gemeinderat hat den Vertrag mit der AEK Energie AG gekündigt und möchte das Netz neu der Regio Energie AG verpachten. Die AEK hat deshalb Beschwerde erhoben und ist bis vor Bundesgericht gezogen. «Das Bundesgericht hat das Verfahren aber sistiert und das Verwaltungsgericht, das nicht auf den Fall eintreten wollte, angewiesen, in dieser Sache einen Entscheid zu fällen», so Schluep. Der Schriftenwechsel sei abgeschlossen. Die Gemeinde warte nun auf das Urteil.