Rüttenen

Herausragender Solothurner Künstler: Gunter Frentzel 82-jährig verstorben

Gunter Frentzel, hier im Haus der Kunst in Solothurn anlässlich einer neuen Ausstellung.

Gunter Frentzel, hier im Haus der Kunst in Solothurn anlässlich einer neuen Ausstellung.

Am 25. März verstarb Gunter Frentzel im Kantonsspital Olten nach schwerer Krankheit. Ein herausragender Solothurner Künstler, der nicht nur in seinem Heimatkanton bekannt war.

Eben erst, am Freitag 17. März, begrüsste Gunter Frentzel an der Vernissage seiner jüngsten Ausstellung im Ausstellungslokal des Kunstvereins Olten die vielen Gäste. Sichtlich geschwächt von seiner schweren Krankheit, redete er über seine Kunst, diskutierte er engagiert. Exakt eine Woche später, am 25. März verstarb der Rüttener Künstler im Kantonsspital Olten 82-jährig. Ein herausragender Solothurner Künstler, der bis zuletzt schuf, ist nicht mehr.

Gunter Frentzel wurde 1935 in Berlin geboren. 1956 erhielt er das Diplom zum Bildhauer von der Kunstschule Wiesbaden, ein Jahr später jenes als Steinmetz. 1960 zog er mit seiner Frau Ulrike in die Schweiz, nach Rüttenen, wo er in einem Steinmetzbetrieb das Amt des künstlerischen Leiters übernahm.

Ab 1972 war er freischaffender Künstler und 1979 wurde er zum Schweizer Bürger. 1980 sprach ihm der Kanton Solothurn einen Werkjahrpreis zu. 1988 bekam er den Fachpreis für Skulptur und Installation des Kantons und 1999 wurde er mit dem kantonalen Kunstpreis ausgezeichnet.

«Mir ging es immer gut mit meiner Kunst», sagte Frentzel einmal zufrieden, denn Anerkennung fand er nicht nur in seinem Heimatkanton, sondern auch in der gesamten Schweiz und in seiner alten Heimat Deutschland.

Frentzel war mit seiner ruhigen, zurückhaltenden aber doch selbstbewussten Art geschätzt und beliebt. Er scheute sich aber nie, auch unbequeme Standpunkte einzunehmen.

Gunter Frentzels Arbeiten erkennt man sofort. Seine oft artistisch geschichteten und gestellten Eisenstäbe oder -Bänder, für die er immer wieder neue Formen erfand, lassen die Betrachter staunend zurück. In jüngster Zeit zeigte er auch vermehrt Filzstiftzeichnungen. Studien, die seine intensive Kopfarbeit für seine Rauminstallationen belegen. Ein Markenzeichen waren auch Laser-Kunstwerke. Balance halten und Räume schaffen – das waren Frentzels künstlerische Leitmotive. (frb)

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