Lüterswil-Gächliwil
Heizung und Verwaltung gaben zu reden

Die Gemeindeversammlung von Lüterswil-Gächliwil beschloss das Budget mit einem Defizit von 154'000 Franken und den Verpflichtungkredit für eine neue Heizung im Schulhaus.

Gundi Klemm
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Die Verwaltung von Lüterswil-Gächliwil befindet sich im alten Schulhaus.

Die Verwaltung von Lüterswil-Gächliwil befindet sich im alten Schulhaus.

Bruno Utz

Einstimmig passierte das von Finanzverwalterin Eveline Kocher vorgestellte Budget mit einem Gesamtaufwand von 1,7 Mio. und einem Aufwandüberschuss von 154'340 Franken, die vom Eigenkapital getragen werden. Investiert werden 173 580 Franken.

Nachfragen betrafen die Gemeindeverwaltung, weil die Erhöhung der Besoldung von letztjährig 65'000 um 10'000 Franken mehrere Anwesende in der 37-köpfigen Versammlung stutzig machte.

Gemeindepräsident Kurt Burkhalter erläuterte eine vorgesehene Neuordnung in der Verwaltung. «Die Aufgaben, die auch kleine Gemeinden zu bewältigen haben, sind inzwischen so komplex, dass hier Fachleute nötig sind», erklärte er die angelaufene Suche nach einer Gemeindeschreiberin. Zwei bisherige Mitarbeitende wollen die Verwaltung verlassen, ermöglichen aber laut Gemeindepräsident «einen sauberen Übergang», bis die neue Kraft eingearbeitet sei.

Pensenmässig etwas heraufgefahren sei auch die Finanzverwaltung, deren Einsatz – ob in Mandat oder Festanstellung- demnächst wieder reduziert werde, wenn die neue Stellenbesetzung funktioniere. Es bestünden Pflichtenhefte für alle Arbeitsbereiche, die aber entsprechend der künftigen Aufteilung angepasst werden müssten, sagte der Gemeindepräsident.

Innerhalb der Verwaltung hätten zu allen geplanten personellen Veränderungen mit den Mitarbeitenden Gespräche stattgefunden. «Wir hätten aber die Bevölkerung früher und ausführlicher informieren müssen», antwortete er auf die Kritik, dass die Kommunikation «zu dürftig» ausgefallen sei.

Alternativen geprüft?

Die «betagte» Heizung im Schulhaus, die auch die Mehrzweckhalle versorgt, weist immer wieder Störungen auf und verbraucht zu viel Oel. Auf die Beurteilung durch Fachpersonen hin habe sich der Rat zu einem modernen Ersatz der Anlage für 38'000 Franken entschlossen. «Wurden denn Alternativen wie Holzschnitzel, Pellets oder Wärmepumpe geprüft?», lauteten Fragen aus dem Plenum. «Die Beratung ergab, dass die günstigste und am schnellsten realisierbare Lösung darin bestehe, beim Oel zu bleiben», erklärte Gemeindevizepräsidentin Silvia Stöckli, die für die Gemeindeliegenschaften zuständig ist.

Neben den für diesen Einbau sprechenden technischen Bedingungen sei auch der Zeitdruck massgebend gewesen. Mit der neuen Oelheizung könne die Gemeinde von den bisher jährlich nötigen Heizungskosten von 36'000 Franken immerhin 12'000 Franken sparen. Mit 28 ja, 4 Gegenstimmen und 5 Enthaltungen wurden dieser Verpflichtungskredit angenommen. Keine Diskussionen gab es zur Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs für die gemeinsame Feuerwehr Schnottwil, Biezwil, Lüterswil-Gächliwil von insgesamt 100'000 Franken. Der Gemeindeanteil liegt bei 12'580 Franken.

Ringschluss in Wasserversorgung

Einstimmig unterstützt wurde der Ringschluss in der Wasserversorgung vom Eyacker bis zur Hauptstrasse in Lüterswil für 100'000 Franken. Nötig wurde dies durch den Erweiterungsbau am örtlichen Altersheim und, um im dortigen Gebiet den von der Gebäudeversicherung angemahnten Löschschutz sicher zu stellen. Die Kosten für die Hausanschlüsse tragen die Grundeigentümer.

Ausgeführt werden diese Arbeiten im kommenden Frühling. Bis dahin sei auch die finanzielle Beteiligung des Altersheims geklärt, betonte Eveline Kocher. Sie stellte dem Plenum neben der Einführung des neuen Rechnungsmodells HRM2 alle Eckdaten des Voranschlags vor, aus denen ersichtlich war, dass die Gemeinde 46 Prozent ihres Haushalts für die Bildung (netto 587'000 Franken) ausgibt und immerhin 22 Prozent für Soziales (netto 271'000 Franken).

Der Gemeindepräsident war zuvor auf die gewünschte Vertragsneuordnung innerhalb der Sozialregion BBL mit der Leitgemeinde Biberist eingegangen. «Frühestens aber 2016 hätten wir Bucheggberger Gemeinden mehr Mitsprache und eine Reduzierung der Sockelbeiträge, die uns etwas Erleichterung gäbe», hielt er fest.

Unverändert blieben alle Gebührenansätze und die Steueranlage von 120/115 Prozent. Kenntnis nahm die Gemeindeversammlung von bereits mit kräftigen Unterschreitungen abgerechneten älteren Verpflichtungskrediten fürs Messener Schulhaus Bühl im Schulverband A3, für Flurwegsanierungen, Bachunterhalt Grabenöli, wo ein neues Projekt vorbereitet wird, und fürs Glasfasernetz in Gächliwil, an dem 23 Haushalte angeschlossen sind.

Für das Generelle Wasserprojekt GWP, zu dessen baldiger Ausführung die Gemeinde verpflichtet ist, liegen drei Offerten vor. Angeregt wurde, in der Auftragsvergabe nur ein Unternehmen zu berücksichtigen, «dass von unserer Wasserversorgung Ahnung hat».

Der Gemeindepräsident teilte noch mit, dass der Rat die Gemeindeordung (GO) im Januar überarbeite und im Sommer der Gemeindeversammlung zur Genehmigung vorlegen wolle.