Derendingen

Heisst es in Wohnquartieren bald generell Tempo 30?

Das Sicherheitsempfinden für Fussgänger und Velofahrer soll in Derendingen erhöht werden. Das soll durch Tempo 30 erreicht werden.

Das Sicherheitsempfinden für Fussgänger und Velofahrer soll in Derendingen erhöht werden. Das soll durch Tempo 30 erreicht werden.

In Derendingen soll auf Quartierstrassen und sogar einem Teil der Hauptstrasse die Geschwindigkeit gedrosselt werden und Tempo 30 eingeführt werden.

Derendingen ist im Aufschwung – und will entschleunigen. Es wird viel gebaut, der Strassenraum wird neu gestaltet und mit der Grossüberbauung Derendingen Mitte soll die Wasserämter Gemeinde einen Sprung nach vorne machen. Nun soll in den Wohnquartieren flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden. Zudem ist die Bewirtschaftung der Parkplätze geplant. Für Gemeinderat Roger Siegenthaler (FDP) steht fest: „Das Sicherheitsempfinden für Fussgänger und Velofahrer soll erhöht werden.“ Er ist überzeugt, dass die Temporeduktion die Lebensqualität im Dorf erhöhe.

Markus Zürcher, Präsident der Kommission für Gemeindeentwicklung, sagt, dass Tempo 30 einem Bedürfnis der Bevölkerung entspricht. Die Massnahme werde nicht infrage gestellt. Dazu herrschte im Gemeinderat am Mittwochabend Einigkeit. Keine Partei hatte etwas einzuwenden. „Konkrete Fragen ergeben sich dann bei der Umsetzung“, so Zürcher. Kuno Graber (FDP) geht davon aus, dass durch Tempo 30 auf Quartierstrassen die Hauptachse und damit der Kreuzplatz stärker belastet werden. Allerdings: Es besteht die Variante, dass sogar auf einem Teil der Hauptstrasse Tempo 30 eingeführt wird. Ob dann die Autofahrer trotzdem vermehrt aus den verlangsamten Quartierstrassen auf die Hauptachse flüchten, muss noch geklärt werden.

„Dass alle Autofahrer 30 fahren werden, ist illusorisch“, sagte Bauverwalter Roger Spichiger. Doch das Ziel, das Tempo auf den Strassen insgesamt zu drosseln, dürfte erreicht werden. Die Massnahmen mit neuen Signalisationen oder der Verschiebung von Bodenwellen kosten über 300000 Franken und dürften noch zu reden geben. Spätestens im Mitwirkungsverfahren, wo sich die Bevölkerung äussern kann.

Eigene Zeitung für das Dorf

„Wir wollen Derendingen noch interessanter machen“, sagte Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP). Patrick Reinhart von der Kommission für Gesellschaftsentwicklung ist es ein Anliegen, dass Derendingen besser dasteht in der Öffentlichkeit. „Zu diesem Zweck drängt sich eine Dorfzeitung auf.“ Eine vierteljährlich erscheinende, achtseitige Publikation soll den Hirtenbrief des Gemeindepräsidenten, die Schulinformationen und die Vereinsberichte vereinen. „Es soll aber noch mehr dahinter sein. Wir möchten auch journalistische Artikel integrieren“, so Reinhart.

Kommissionsmitglied Erna Meister glaubt, dass das Bedürfnis nach einer Dorfzeitung vorhanden ist. Die Zeitung kostet rund 15000 Franken jährlich und wird von der Gemeinde finanziert. Für die Redaktion mit mindestens vier Mitgliedern werden noch Mitglieder gesucht. Die erste Ausgabe soll im März 2016 erscheinen.

Vereinskarren aus dem Dreck ziehen

Der Sportclub Derendingen ist in einer finanziellen Misere. Das ganze Vereinsvermögen ist dahin, die Jahresrechnung schliesst mit 40000 Franken Verlust. „Die Schulden haben sich aufgrund einer wenig geschickten Geschäftsführung und ständigen personellen Wechseln angehäuft“, erläuterte Präsident Markus Zürcher. Er bat die Gemeinde um einen Schuldenschnitt.

Zürcher ist überzeugt dass dank neuer, fachlicher Leitungskompetenz der Club wieder aufgerichtet werden kann. „Uns wird viel Vertrauen entgegengebracht.“ Kuno Tschumi strich die Bedeutung des Vereins für die Dorfjugend heraus. Ein Sportclub nehme wichtige erzieherische Aufgaben wahr, wo die Jugend lerne zu gewinnen und zu verlieren. Insbesondere die Frauen des SCD spielen sehr erfolgreich Fussball und stiegen im Eilzug in die Nationalliga B auf. Die Marke geniesse hohes Ansehen.

Kuno Graber ärgerte sich über die „Betteltour“. Schon mehrfach habe die öffentliche Hand dem Verein aus der Patsche geholfen. „Das Spiel wiederholt sich. Das stinkt mir. Irgendwann muss Schluss sein.“ Er schlug vor, die Schulden nicht zu erlassen und stattdessen ein zinsloses Darlehen für die nächsten fünf Jahre zu gewähren. Zürcher wehrte ab: Damit wäre dem SCD kaum gedient. Der Gemeinderat beschloss schliesslich, die Schulden von 7500 Franken für Wasser und Abwasser und die Platzmiete 2015 für 4000 Franken zu erlassen. Damit soll der Verein neu starten können.

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