Langendorf

Heftiges Ringen um den Delta-Gestaltungsplan

Nochmals gibt es Änderungen am Gestaltungsplan des Delta-Areals. mls

Nach der ersten Auflage der beiden Planwerke Gestaltungsplan Delta-Areal sowie der Ortsplanungsrevision (OPR) waren beim Langendorfer Gemeinderat insgesamt 26 Einsprachen eingegangen.

«Nach langen Verhandlungen und mehreren Anpassungen haben wir den Rank gefunden» erklärt Rudolf Eng, Präsident Planungskommission, die Situation beim Delta-Areal. Im Zentrum der Diskussion stand die Lärmsituation. Die Firma Truninger AG, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Areal gelegen, hegte die Befürchtung, dass sie künftig in der Produktion eingeschränkt sein wird. Denn die momentane Bauzone Industriezone (Empfindlichkeitsstufe 4) sollte in die neu geschaffenen Zonen Arbeitszone (ES 3) und Mischzone Delta-Areal (ES 3) umgezont werden.

Zur Klärung wurden daher eine Lärmuntersuchung und eine darauf aufbauende Massnahmenstudie in Auftrag gegeben. Auf der Basis der daraus gewonnenen Erkenntnisse haben Planungskommission und Einsprachenausschuss gemeinsam mit dem Einsprecher sowie der Eigentümerin nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Zur Entschärfung des Konflikts wurde schliesslich ein beidseitiges Massnahmenpaket entworfen. Diese Lösung setzt Anpassungen sowohl am Bauzonen- und Gesamtplan sowie am Zonenreglement als auch solche am Gestaltungsplan «Delta-Areal» und seinen Sonderbauvorschriften voraus. In Letzterem wurde beispielsweise der Planungswert, welcher den strengst möglichen Lärmwert darstellt, durch den weniger strikten Immissionsgrenzwert ersetzt. Auf planerischer Seite wurde etwa das Bebauungskonzept angepasst.

Dabei kam es aus städtebaulicher Sicht im Wesentlichen zu folgenden Änderungen: Zwei Baufelder werden neu angeordnet, ein weiteres wird um zwei Geschosse reduziert, während ein anderes um ein Geschoss erhöht wird. Ausserdem wird der Firma Truninger die «alte» Industriezone mit ES 4 mit einigen Korrekturen weiterhin gewährt. «Handkehrum besteht bei der Firma Truninger aufgrund des Vorsorgeprinzips Nachholbedarf», sagt Daniel Baeriswyl von der Metron Raumentwicklung AG. So hätten Sanierungsmassnahmen zur Lärmreduktion, wie etwa an den Lüftungs- und Heizungsschächten, von der Firma bereits früher ins Auge gefasst werden können.

Einsprachen wegen Baulinien

Einen grossen Block der Einsprachen in der OPR betrifft die Baulinien. «Wir hatten erwartet, dass dies nicht überall auf Freude stossen wird», erklärt Eng. Grund dafür ist der Wechsel von den bisherigen Fassadenbaulinien zu Baulinien, die in einem Abstand von fünf Metern parallel zur Strasse verlaufen. Dadurch ziehen sich diese nun teilweise durch die Häuser hindurch. Überall dort, wo nicht nur unwesentliche Nebenbauten wie Gartenhäuser oder alte Garagen stehen, wurde aber zusätzlich eine Vorbaulinie erstellt. Dort sind auch Umbauten zulässig. Einzig bei einem Abbruch der Gebäude müsste hinter die ordentliche Linie zurückgebaut werden. Bei der Aufnahme der Ortsplanung war das Grundstück der Laco Real 7 AG an der Bielstrasse zunächst für die Schaffung von weiterem Wohnraum vorgesehen. Als bereits fertige Überlegungen für das Areal Trittibachhof bestanden, wurden die neuen Nutzungsabsichten der Eigentümerin des Delta-Areals bekannt. «Daher haben wir die Notbremse gezogen und gewechselt», so Eng. Dies, weil das Delta-Areal näher beim Dorfzentrum liegt. Nicht zuletzt aber auch, da im Gegensatz zum Areal Trittibachhof für die Realisierung im Delta-Areal keine grüne Wiese überbaut werden muss. Auf dem Gebiet ist nun stattdessen eine spezielle Gewerbezone vorgesehen. Die Gemeinde will vor allem verhindern, dass in diesem Abschnitt fortgesetzt wird, was die Bielstrasse von Bellach bis Solothurn ohnehin bereits dominiert: ein Garagenbetrieb oder Occasionshändler mit grossen externen Ausstellungsflächen.

BLS braucht weniger Bahnareal

Auch die BLS tätigte vorsorglich eine Eingabe und strebt eine Reduktion des Bahnareals auf jenen Umfang an, der tatsächlich betriebsnotwendig ist. Der restliche Teil des Bahnhofareals soll anderweitig bewirtschaftet und dafür in eine Bauzone (Gewerbe- und Wohnzone 2) überführt werden. Grundsätzlich will die Gemeinde dies nicht von vornherein verweigern. Nur: «Sie haben absolut keine Vorstellung, was sie damit machen wollen» sagt Eng. Unter diesen Voraussetzungen sei der Gemeinderat nicht bereit, dem Begehren zu entsprechen. Jedoch soll in den die Planung dereinst genehmigenden Regierungsratsbeschluss eine Erwägung aufgenommen werden, wonach der Grundsatz der Planbeständigkeit einem späteren Einzonungsgesuch nicht entgegenstehen wird.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1