Auszeichnung

«Hausarzt sein ist ein dankbarer Beruf»: Arztehepaar aus Messen erhält Kultur- und Anerkennungspreis

Katharina und Christoph Cina wollten die Bevölkerung nicht ohne Hausarztpraxis zurücklassen.

Katharina und Christoph Cina wollten die Bevölkerung nicht ohne Hausarztpraxis zurücklassen.

Der Kultur- und Anerkennungspreis Bucheggberg 2020 geht an Katharina und Christoph Cina aus Messen. Indem das Ehepaar sein Medizentrum weitergegeben hat, bleibt die medizinische Versorgung im Bucheggberg und im angrenzenden Bernbiet erhalten.

Um die medizinische Betreuung im Bucheggberg ist es gut bestellt. Im Medizentrum in Messen kümmern sich über 30 Personen – Ärzte, Therapeuten und weitere medizinische Mitarbeiter – um das gesundheitliche Wohlergehen der ländlichen Bevölkerung.

Dass dies heute so ist, ist das Verdienst von Katharina und Christoph Cina. Das Arztehepaar hatte Ende der achtziger Jahre die Hausarztpraxis im Messen übernommen. Wie damals noch üblich, waren die meisten Hausärzte Einzelkämpfer mit entsprechenden Präsenzzeiten. «Wir waren Tag und Nacht die Anlaufstelle», blickt Christoph Cina zurück.

Bald einmal merkten sie, dass dieses Arbeits- und Lebensmodell keine Zukunft hat und für eine junge Ärztegeneration nicht erstrebenswert ist. Dies zeigte sich insbesondere auch darin, dass nach und nach ihre Berufskollegen im Bucheggberg mit Erreichen des Pensionsalters ihre Praxen aufgaben, ohne einen Nachfolger zu finden.

Ihre Praxis sollte dereinst nicht das gleiche Schicksal erleiden, sagten sich die beiden schon bald einmal. Und ganz wichtig: «Wir wollten die Leute hier nach unserer Pensionierung nicht ohne Hausarztpraxis zurücklassen», erklärt Katharina Cina. Man liesse damit eine Region und ihre Menschen im Stich.

Hausarzt zu sein ist dankbar

Am Anfang ihres Engagements standen zwei Anliegen: Die Reorganisation der Notfallversorgung und das heute etablierte sogenannte Praxisassistenzmodell. «Wir müssen jungen Assistenzärzten zeigen, wie dankbar es ist, als Hausarzt tätig zu sein», erklärt dazu Christoph Cina.

Heute können sich die Früchte ihres Kampfes um den Erhalt der Praxis sehen lassen: die Mitwirkung an Konzept und Aufbau der Medizentrum-Kette, die Zusammenarbeit mit Spezialisten, die tageweise im Messen Sprechstunde haben sowie eine verbesserte Kommunikation mit dem Bürgerspital Solothurn. Hier gehe es auch darum, unnötige Spitaleinlieferung zu vermeiden. Denn, sagt Christoph Cina: «Die Hausärzte behandeln Menschen, nicht Krankheiten.» (mgt)

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