Halten
Hauptstrasse und Brücken müssen saniert werden – das sorgt für einige Unannehmlichkeiten

Die Gemeindeversammlung von Halten wurde über die Sanierung der Hauptstrasse orientiert und die Rechnung vorgelegt.

Gundi Klemm
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Nicht nur die Oeschbrücke, auch die Mühlemattbrücke (Foto) soll angehoben werden.

Nicht nur die Oeschbrücke, auch die Mühlemattbrücke (Foto) soll angehoben werden.

Hanspeter Bärtschi

Zum Auftakt der Versammlung orientierte Peter Portmann vom Kantonalamt für Tiefbau und Verkehr (AVT) über die Strassensanierung von Haupt-und Haltenstrasse in Halten/Kriegstetten mit Ersatz der Oeschbrücke. Der jetzige Strassenzustand sei schlecht und mache bauliche Massnahmen bis hin zum lärmdämmenden Deckbelag und behindertengerechter Ausrüstung der Bushaltestellen nötig. Ganz wichtig aber sei der Hochwasserschutz. Halten erinnert sich nämlich noch an die Auswirkungen des Extremhochwassers der Oesch im Jahr 2007. Deshalb sollen die Brücken gegenüber jetzt um rund 10 Zentimeter leicht angehoben werden, um eine dem statistischen Wert des hundertjährigen Hochwassers angepasste Durchflusskapazität von 33 Kubikmeter pro Sekunde zu erreichen. Noch vorhandene Leitungen im Bachbett werden entfernt und der Oesch ein U-Profil mit Freibord gegeben.

Portmann umriss auch die vorgesehene Etappierung des Bauvorhabens, das den Brückenbau von März bis September 2020 mit Vollsperrung und Umfahrung vorsieht. Sofern der Erschliessungsplan durch den Regierungsrat genehmigt wird, will der Kanton als Bauherr alle Planungen für den Strassenteil Ost jetzt im Juni und für den Teil West im Herbst 2019 in Angriff nehmen.

«Erfreulich gute finanzielle Lage»

Der Gemeinderat und Beat Gattlen hatten die Genehmigung der Jahresrechnung an den Schluss der von 40 Stimmberechtigten besuchten Versammlung gelegt. Sie bot bei einem Gesamtvolumen der Erfolgsrechnung von 3,3 Mio. und einem Überschuss von 16 400 Franken keinerlei Diskussionsstoff. In ihrem Prüfbericht hatte schon die Rechnungsprüfungskommission festgestellt, dass sich Halten in einer sehr guten finanziellen Lage befindet. Deshalb konnte Christian Stephani, Ressortleiter Finanzen, sich mit einem gestrafften Überblick begnügen. Bei einem Eigenkapital von 2,37 Mio. beträgt das Pro-Kopf-Vermögen 1500 Franken, dem eine Bruttoschuld für Fremdkapital von 1400 Franken gegenübersteht. Stephani ging auf das Steueraufkommen von 2,6 Mio Franken ein, das in dieser Periode zwar um 70 000 Franken tiefer als budgetiert lag, aber mit den Sondersteuern von 115 000 Franken ein Plus von 45 000 Franken verzeichnete. Der Grund liegt darin, dass einige Pensionierte ihre Alterssicherung auf einen Schlag bezogen. Investiert wurde für 238 400 Franken. Dem «Superergebnis», wie es der Gemeindepräsident nannte, das auch 2019 durch die Auflösung von Rückstellungen im Betrag von 300 000 Franken für den Strassenausbau fortgesetzt wird, mochte der frühere Gemeindepräsident Eduard Gerber nicht aus vollem Herzen zustimmen. «Längerfristig brauchen wir mehr Einwohner», meinte er mit Blick auf die gesamte Ertragslage. Angesichts der Spezialfinanzierungen, die alle positive Ergebnisse ausweisen, hiess die Versammlung die Jahresrechnung einstimmig ohne jegliche Nachfrage gut. (gku)

«Keine Randsteine aus China»

Da dieses Grossprojekt für Halten etliche Auswirkungen hat, fand eine rege Beteiligung an der Aussprache statt. Ein Stimmbürger machte geltend, dass seine Einsprache gegen das Gesamtprojekt immer noch nicht entschieden sei. Andere Anwesende formulierten Anregungen, aber auch Befürchtungen. Mit Blick auf die Erneuerung der Kriegstettenstrasse in Gerlafingen, die viel mehr Zeit beanspruchte, taxierten etliche Votanten die geplante Dauer hier als viel zu knapp berechnet. Thema waren auch die an die Strasse anstossenden Hausplätze, die vermutlich ebenso leicht angehoben werden müssen. Ebenso war die Platzierung der Fussgängerstreifen von Interesse. Eine Empfehlung bestand darin, eine Mauer strassenseitig am Oeschufer zu bauen, um mehr Platz zu schaffen und vor Überflutung zu schützen.

Nicht goutiert wurde die vorgesehene Umfahrung, die Quartiere und Landwirtschaftsgebiet tangiert. Gemeindepräsident Beat Gattlen, der wie die Ratsmitglieder mit einer gewissen Überraschung erstmals hörte, dass die Mühlemattbrücke auch erhöht werden müsse, forderte das AVT dazu auf, den Bachlauf der Oesch gesamtheitlich zu betrachten und dies in problemmindernde Baumassnahmen für alle Anliegergemeinden einfliessen zu lassen. Ein No-Go seien Randsteine aus China, meinte ein Sprecher. Lieber sollte man sie im Tessin beschaffen. Die Kosten für das Projekt übernimmt der Kanton.

Weiter genehmigte die Versammlung den Zusammenarbeitsvertrag der Sozialregionen Wasseramt-Ost und –Süd und mit Änderungen das Benützungsreglement der Mehrzweckhalle.

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