Trinkwasser

Hat die Gänslochquelle für Lommiswil ausgedient?

Ab 1952 floss Wasser von der Gänselochquelle ins Reservoir am Forstweg in Lommiswil.

Ab 1952 floss Wasser von der Gänselochquelle ins Reservoir am Forstweg in Lommiswil.

Eine Schutzzone sei nach aktuellen Gesetzesvorgaben nicht möglich, sagt das kantonale Amt für Umwelt.

Die Gänslochquelle, die die Gemeinde Lommiswil mit Trinkwasser von ennet dem Berg versorgt, ist stark gefährdet. Mit der Sanierung des Weissensteintunnels ab Juni 2021 muss die Tunnelleitung zur Gänselochquelle erneuert werden. Das ist aber nur möglich, wenn die Schutzzone der Quelle ebenfalls erneuert werden kann.
Im aktuellen Newsletter informiert die Gemeinde zum Stand der Abklärungen im Zusammenhang mit der Schutzzone der Gänslochquelle. Dieser wurde bereits an einem Informationsanlass Ende August mitgeteilt. Die umfangreichen Abklärungen, die etliche Kosten verursachten, seien nötig, weil die Wasserquelle mit vielen Emotionen im Dorf verbunden sei.

Die Qualität des Wassers ist zeitweise bedenklich

Bis anhin sei festgestellt worden, dass die Gänselochquelle deutlich vom Niederschlag abhängig ist. Das Wasser bleibt nur kurz im Untergrund. Ein signifikanter Anteil des Trinkwassers stammt vom sogenannt schnellen Karstwasser. Die Qualität des Wassers ist zeitweise bedenklich.
Die heutige Schutzzone sei zu wenig «streng», wie Rainer Hug (Amt für Umwelt) am Infoanlass ausführte. Sie erbringe keine genügende Schutzwirkung. Moderne Schutzkonzepte für Quellen im Kalkgestein würden die komplexen Fliesssysteme mit teilweise hohen Fliessgeschwindigkeiten berücksichtigen. Auch durch den eingeschränkten natürlichen Schutz der Böden könne im Karst nicht davon ausgegangen werden, dass mit zunehmender Entfernung zur Quelle eine Abnahme der Gefährdung stattfindet. Dies im Gegensatz zum alten Konzept, nach dem damals Schutzzonen ausgeschieden wurden. Zudem werde heute verlangt, dass in Karstgebieten das ganze Einzugsgebiet geschützt wird und nicht nur ein Teil.

Unerwartet grosses Einzugsgebiet der Quelle

Markierversuche belegen ein unerwartet grosses Quelleinzugsgebiet. Dieses erstreckt sich nicht nur in Richtung Westen, sondern auch in Richtung Osten. Im westlichen Einzugsgebiet sind viele Gefährdungen bereits bekannt (Montpelon, Binzbergstrasse, Bach), die beseitigt werden müssten. Auch im östlichen Einzugsgebiet sei eine Schutzzone zwingend notwendig. Hier gibt es viele kritische Anlagen in der Klus. Der Steinbruch beispielsweise sei eine hohe Gefährdung, und eine Aufhebung wäre zwingend.
Gesamthaft beurteilt würde das Amt für Umwelt einen Schutzzonenantrag zurückweisen. Der notwendige Schutz sei nicht erzielbar und eine Schutzzonenausscheidung nicht möglich, so der Newsletter.

Laut Daniela Tillessen, Ressortverantwortliche Infrastrukturwesen der Gemeinde, läuft aber noch eine detaillierte Voranfrage beim Kanton. «Wir werden erst nach der Beantwortung der Voranfrage weiter diskutieren und entscheiden können.»

Wasser der Quelle turbinieren?

In der Zwischenzeit werden verschiedene Ideen geprüft. So hat der Gemeinderat beispielsweise einen Kredit für eine Grobanalyse eines Vorschlages zur Erstellung eines Kleinwasser-Kraftwerkes genehmigt. Die «kreative» Idee entstand laut Tillessen im Vorfeld des Infoanlasses an einer Besprechung mit interessierten Einwohnern. «Von der Quellfassung bis zum Ausgang des Wasser im Tunnel besteht ein kleines Gefälle. Jemand hatte die Idee, dieses Wasser zu turbinieren.»
Das würde dann aber bedeuten, dass das Wasser der Gänslochquelle nicht mehr als Trinkwasser gebraucht werden könnte.

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