Nach der mit 6:5 erfolgten Budget-Ablehnung am 25. Oktober im Gerlafinger Gemeinderat hatten sich Finanzverwaltung und Finanzkommission nochmals in den Haushaltsvorschlag hineingekniet. Jeder Ausgabeposten wurde betrachtet und etliche kleine Beträge wurden gekürzt, wie Fabian Jordi namens der Finanzkommission berichtete. Als Sprecherin der SP schlug Regula Jordi-Nyffenegger dem Rat vor, statt der Einzelbehandlung der verbliebenen Streichvorschläge lieber ein Gesamtpaket zu verabschieden und sich nicht in Einzelanträgen in der Gemeindeversammlungsdiskussion zu verhaken.

Ihr fünf-Punkte-Plan sah vor, den Leistungsbonus für Gemeindemitarbeitende zu streichen ( minus 85 000 Franken), die Repla-Beiträge einmalig fürs kommende Jahr auf 36 000 Franken zu halbieren, mit um 50 000 Franken verbesserten Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen zu rechnen, aber auf die Erhöhung der Kopfsteuer von jetzt 20 auf 50 Franken vorerst zu verzichten und sie erst nach einer «Gesamtschau» für 2020 einzuführen.

Die Sprecher von SVP, CVP und FDP signalisierten zwar Bereitschaft, einen grossen Schritt entgegen zu kommen, doch wie Thomas Stulz und Daniel Cramer nochmals unterstrichen, sei die Null im Budget wichtig. Sie lasse sich nur über die Erhöhung der Kopfsteuer mit Einnahmen von 114 000 Franken erzielen. Vorgeschlagen wurde erneut, auch den Rotstift bei den kleineren Zuwendungen etwa an den örtlichen Kulturausschuss und fürs Vereinsangebot in der Höhe von 23 000 Franken anzusetzen.

Problematische Resultatsbeschönigung

Bezüglich überstürzten Erhöhung der Kopfsteuer warnte Gemeindepräsident Philipp Heri «vor einer problematischen Resultatsbeschönigung». Doch Stulz und Cramer hielten entgegen, dass Gerlafingen mit seinen zahlreichen Standortvorteilen für sozial schwächer Gestellte dringend Signale zur Entwicklung der Bevölkerungsstruktur aussenden müsse.

Nach zwei Sitzungsunterbrechungen, in denen sich die Fraktionen berieten, akzeptierte die SP «schweren Herzens» die Kopfsteuer und die schon angebotene Halbierung der Repla-Beiträge aber nur für die Periode 2019. Damit konnte das Minus bei einem Aufwand von rund 40 Mio. Franken auf nur noch 12 000 Franken gesenkt werden.

Der Steuerfuss für beide Kategorien verbleibt unangetastet auf 130 Prozent, ebenso der Teuerungsausgleich von 1 Prozent für Mitarbeitende und Lehrkräfte der Gemeinde. Den so geschnürten Gesamtantrag unterstützte der Rat schliesslich einstimmig.

Die nötige Revision des Steuerreglements, über das die Gemeindeversammlung am 19. Dezember bezüglich der erhöhten Kopfsteuer befinden muss, wird der Gemeinderat aus Termingründen auf dem Zirkularweg durchführen. Die Investitionen belaufen sich auf 2,42 Mio. Franken und könnten um 758 000 Franken niedriger ausfallen, sofern der Kantonsrat die Gemeinden von ihrer Beteiligung zur Finanzierung des Ausbaus von Kantonsstrassen entlastet. Dies betrifft in Gerlafingen aktuell die Sanierung Kriegstettenstrasse, die am 10. Dezember zur Durchfahrt wieder geöffnet wird.